#19 Mehr Arsch weniger Hose - Inklusion sexy machen!
Shownotes
Inklusion sexy machen, dass sich Unternehmen nicht mehr davon freikaufen, sondern ihre Arbeitgeber Vorteile darin sehen! Mutmacher Lars Hermes und seine Mitgründer von Inklusionsfit haben sich mit ihrem Startup nicht weniger als das vorgenommen.
Viel zu selten reden wir über das, was jedem von uns jederzeit passieren kann, dazu reicht Rücken oder Burnout. Aber körperlich beeinträchtigt heisst noch lange nicht, nicht leistungsfähig sein zu wollen oder zu können.
Die Chancen sind riesig, loyale Mitarbeitende und resiliente Teams aufzubauen, die standfest die Höhen und Tiefen des Unternehmens bewältigen - ich weiss das selbst aus eigener unternehmerischer Erfahrung mit inklusiven Teams.
Noch schauen wir mehr auf Defizite statt Stärken und organisieren das Leben lieber weg in Parallelwelten wie Behindertenwerkstätten. Wie wir das überwinden können, wie Teilhabe aussieht und was sie Unternehmen wie Gesellschaft bringt, darüber reden wir mit Mutmacher Lars:
01:00 Einführung in das Thema Inklusion 03:49 Das Projekt Inklusionsfit und seine Ziele 06:41 Persönliche Geschichten und Motivation der Gründer 13:44 Die Gründung von Inklusionsfit und die Herausforderungen 19:20 Gesetzliche Rahmenbedingungen und die Realität der Inklusion 21:29 Der zweite Arbeitsmarkt und seine Herausforderungen 25:10 Die Rolle der Behindertenwerkstätten 26:21 Sprache und Sensibilität im Umgang mit Behinderung 29:50 Respekt und Verständnis im Dialog 33:11 Die Stärken von Menschen mit Behinderung 37:14 Inklusion als Chance für Unternehmen 40:36 Die Herausforderung der Inklusion 41:24 Inklusion sexy machen 43:09 Emotionale Zugänge zur Inklusion 44:48 Sichtbarkeit und Wahrnehmung im Sport 47:41 Die Rolle der Medien in der Inklusion 52:33 Kleine Schritte zur Inklusion 56:07 Sprache und Sensibilisierung für Inklusion
mit Tipps und Anregungen für alle, die sich vielleicht im Umgang mit Behinderungen unsicher fühlen, aber mehr Arsch in der Hose zeigen wollen.
Wir freuen wir uns auf Dein Kommentar, Lob, Kritik und Ideen auf Linkedin oder direkt an: nicola@wies-doch-geht.de
Unsere Shownotes:
Zu Inklusionsfit für Unternehmen mit Zertifizierung, Monitoring und Award geht's hier
Ich bin nicht generell gegen Behindertenwerkstätten, aber das System muss getrennt werden: Schutzbedürftigkeit und Arbeitsmarkt Teilhabe hier mehr dazu
Transkript anzeigen
00:00:00: Inklusion Sexy machen. Nicht weniger als das haben sich Mutmacher Lars Hermes und seine
00:00:07: Mitgründer von Inklusionsfit vorgenommen mit ihrem Startup. Ich finde, wir reden viel zu selten
00:00:14: über das, was jedem von uns übrigens jederzeit passieren kann. Dazu reicht Rücken oder Burnout,
00:00:20: aber körperlich beeinträchtig heißt noch lange nicht, nicht leistungsfähig zu sein.
00:00:26: Und die Chancen finde ich sind riesig, loyale Mitarbeitende und resiliente Teams aufzubauen.
00:00:32: Ich weiß das selbst aus eigener unternehmerischer Erfahrung eben mit inklusiven Teams. Aber noch
00:00:40: schauen wir mehr auf Defizite statt stärken und organisieren lieber in parallelwelten
00:00:46: Weg wie behinderten Bergstädte. Wie wir das überwinden können, genau darüber reden wir jetzt mit
00:00:53: Mutmacher Lars. Hallo, hallo Markus. Hallo Nick. Und hallo Lars. Hallo, grüß euch. Schön, dass du
00:01:06: die Zeit gefunden hast in unserem Podcast zu kommen, mehr Arsch und weniger Hose zu zeigen.
00:01:10: Wie immer geht aber, bevor ich dich kurz vorstelle, meine erste Frage an den lieben Markus. Markus,
00:01:19: wenn du dich zurück erinnerst an dein erstes Leben als Journalist bei der Süddeutschen,
00:01:24: bei der TATS. Wie oft hattest du da das Thema Inklusion in deiner Berichterstattung? Kannst du
00:01:33: dich da noch dran erinnern? Ich weiß gar nicht, ob ich das damals das Wort Inklusion überhaupt kannte,
00:01:39: aber es war in der Tat vielleicht etwas ein. Ja, ich weiß immerhin, ich habe so als Lokaljournalist
00:01:48: das Wichtigste. Da macht man das brauchbarste und da kann man am meisten verändern. Da habe ich
00:01:53: mich als Journalist mit einem Rollstuhl ausgeliehen und bin selber im Rollstuhl zu meiner Bank gefahren
00:01:59: und zu Apotheken und so hat alles gestellt. Wie katastrophal hat alles? Ich hatte natürlich
00:02:03: nicht Muckis genug in den Armen, da muss ich ja in der Rollstuhl fahren, da muss ich ja echt viel
00:02:07: drauf haben. Hatt ich nicht. Und das war schon ziemlich schockiert für mich selber auch und
00:02:13: da habe ich ziemlich viel, ich glaube, ich habe eine ganze Seite da ausgemacht. Aber das war
00:02:20: meine Idee und wurden nicht an mich rangetragen und es hat sicherlich auch in Redaktionskonferenzen
00:02:26: überhaupt kein Roller gespielt. Zumindest hast du einmal in deinem Leben dich exkluzieh dieses
00:02:31: Thema gewidmet oder sogar eigene Erfahrungen gemacht. Die Norm ist ja, dass das Thema Inklusion
00:02:37: sehr selten auf der Tagesordnung ist. Sowohl in den Medien als auch bei den Leuten zu Hause,
00:02:42: privat, es sei denn, sie haben es irgendwie in der Familie als Thema auf dem Tisch. Du Lars,
00:02:52: du hast ein Herzensprojekt gestartet, nicht alleine, aber dazu gleich mehr, das nennt sich
00:02:58: Inklusionsfit. Und zwar ist euer Ziel, dass Unternehmen sich nicht freikaufen von Inklusion
00:03:07: und von Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung, sondern ihr wollt wirklich Unternehmen dazu
00:03:13: motivieren, dass sie selbst tätig werden, inklusiv arbeiten und dazu habt ihr eine Zertifizierung.
00:03:22: Ihr habt einen Award, den ihr ab nächsten Jahr auszeichnen bzw. vergeben wollt mit prominenter
00:03:31: Unterstützung und ihr habt auch einen Partner, der so ein laufendes Monitoring macht, wie es
00:03:37: zum Thema Inklusion bei den Unternehmen steht. Hab ich das so kurz und bündig umfassend
00:03:44: zusammengefasst? Also du kannst morgen bei uns anfangen.
00:03:48: Sehr gut, ja! Wasch mal, ich war schon mal zufrieden. Vor allen Dingen ist es sehr spannend, weil
00:03:54: auch wir sehr, sehr neu jetzt in dem Bereich sind, was wir exakt tun. Das heißt auch wir
00:03:59: müssen uns ab und zu mal kurz überlegen, was machen wir eigentlich ganz genau. Vor allen
00:04:02: Dingen, wenn man etwas frisch beginnt, dann startet man dann mal mit der einen Sache und
00:04:06: dann merkt dann, ach wir müssen doch noch ein bisschen was anders machen, als wir eigentlich
00:04:08: geplant hatten. Aber das Spannende ist, was ich sagen kann, in dem allerersten Gespräch,
00:04:13: wo meine lieben Gründungskollegen Mirko und Martin und ich gemeinsam gesprochen haben,
00:04:17: das allererste Gespräch, da ist schon der Name und auch unsere Dienstleistung, unser Produkt
00:04:23: entstanden. Das heißt, wir haben immer gesagt Inklusionsfit soll es heißen und haben immer
00:04:28: gesagt, inklusionsfit klingt aber auch so ein bisschen nach Fitnessstudio und so und
00:04:32: haben allen Freunden Bekannten gesagt, wenn ihr einen besseren Namen habt, sagt Bescheid,
00:04:35: das ist unser Arbeitstitel und dieser Arbeitstitel ist dann am Ende auch geworden. Das ist glaube
00:04:40: ich, der eine oder andere, der schon mal ein Kind bekommen hat, da ist am Ende auch manchmal
00:04:44: das der Arbeitstitel des Kindes, ist dann am Ende auch der Name. Das Arbeitstitel des Kindes,
00:04:48: das ist gut. Und so ist jetzt Inklusionsfit Institut gegründet. Wir zerpezieren Unternehmen
00:04:56: auf der einen Seite, das heißt, wir schauen uns ganz genau an, wie ticken die Unternehmen,
00:05:00: was haben sie für Werte, wie leben sie Inklusion im Bereich des Marketing, im Bereich des
00:05:04: HR, also der Regulierung auch, was haben sie für Kommunikation intern und extern, haben
00:05:10: dann neun Kategorien und 60 verschiedene Fragepunkte, die wir dann untersuchen und je nach
00:05:15: dem bekommen die Unternehmen dann einen Daumen hoch, einen Daumen runter oder auch einen Daumen
00:05:20: hoch mit Level 1, 2, 3, 4 oder 5. Okay, da kommen wir gleich nochmal genauer drauf. Das bleibt
00:05:27: nicht nur so kurz im Raum stehen. Mich würde nochmal interessieren, du hast schon zwei andere
00:05:31: Namen erwähnt, also erst zu dritt und wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen? Also was
00:05:36: ist eure Motivation dabei? Ja, sehr, sehr gute Frage. Es ist tatsächlich aus dem, ja aus dem
00:05:41: Herzensprojekt heraus. Also wir sind drei Männer, die wir das gemeinsam gestalten. Das ist einmal der
00:05:48: Myrko und Myrko ist Verunfallt, ein Arm, keine Beine, plus eine Krebserkrankung. Früh, Vater
00:05:56: verloren, dann die Mutter verloren, dann hat er die glorreiche Idee auf einen Güterzug zu
00:06:01: klettern und hat einen Starkstromumfall erlitten und das ist ihm vor jetzt 30 Jahren passiert und
00:06:07: dann über das Rollstuhlbasketball Lebensmotivation gefunden und ist heute auch Speaker, hat einen
00:06:14: Rollstuhlbasketball vor allem gegründet und ist eine sehr, sehr inspirierende Persönlichkeit,
00:06:18: dass, ja, wenn das Leben erst mal Start Schwierigkeiten gibt bzw. er hatte erst ein sehr,
00:06:24: sehr wunderbares, familiäres, tolles Leben und dann gab es die 1/2-Rückschläge und dann ist ja,
00:06:30: ich sage jetzt mal auf die schiefe Bahn geraten, nicht mal die Motivation am Leben gehabt. Das war
00:06:34: zwar zu einer Zeit, deswegen kann ich es nur so wiedergeben, noch nicht kannte, sondern wir kennen
00:06:39: es dann deutlich. So erzählt er das, deswegen gebe ich das mal so wieder und, ja, Myrko sagt,
00:06:45: okay, ich weiß gar nicht, wie lange ich auf dieser Welt noch habe, aber meine Lebensaufgabe ist es,
00:06:50: die Welt so inklusiv wie möglich zu machen, oder Deutsch inklusiv wie möglich. Das finde ich aber
00:06:55: einen tollen Ansatz und zu sagen, okay, was kannst du leisten und da sei okay, geil, ich habe Bock
00:07:01: dabei zu sein, ich mache mit. Und das ist man im Bunde, ist der Martin und Martin verlegt,
00:07:07: das Magazin heißt Rollt, so wie läuft, heißt es halt Rollt und Rollt ist ein Rollstuhlbasketball
00:07:14: Magazin und da ist wieder das Schöne, es ist das einzige weltweit. So, warum ist es auch das
00:07:19: einzige weltweit? Da lässt sich natürlich auch nicht so wirklich viel Geld mit verdienen,
00:07:23: ist natürlich auch klar, das heißt auch da merkt man wieder heraus, dass es ein Herzensprojekt ist
00:07:28: und sich drei gefunden, die für eine gute Sache arbeiten wollen und die dann daraufhin ein
00:07:35: Produkt entwickelt haben oder eine Dienstleistung immer noch nennen will, den Award, können wir
00:07:40: auch gleich noch mal zusprechen und die Untersuchung, die Studie, die wir machen, genau. Das heißt,
00:07:45: wir kämpfen dafür, dass Unternehmen inklusiver werden. Hat der Martin auch eine Behinderung?
00:07:51: Nee, der Martin ist ohne Behinderung und der Martin, das war, was Nikola eben auch gesagt hat,
00:07:57: du kommst ja eigentlich erst drauf, wenn du eine persönlichen Bezug dazu hast und das ist in der
00:08:03: Regel aus der Familie und wenn du mal mit Leuten sprichst, mit Inklusion, Behinderung, dann hörst
00:08:08: du ganz oft, ja meine Kusine hat auch oder ich habe dies und das, ein bisschen Ernbezug und andere
00:08:16: Menschen erfahren das über die Arbeit, über Arbeitskollegen, ja mein Kollege ist auch im
00:08:19: Rollstuhl und dazu kommt diese persönliche Berührung und trotz dieser persönlichen Berührung
00:08:24: ist man oftmals noch ein bisschen entfernt davon und geht bis auf Distanz und das versuchen wir
00:08:30: ein bisschen zu nehmen. Also Martin hat als Zivilinsgleistender sich um eine Frau gekümmert
00:08:35: und da auch mit Bindenwechsel und Windelwechsel und so weiter, also wirklich was gemacht, wo ich
00:08:42: zum Beispiel als ich mal ein Zivilins gemacht habe, einen großen Burgendurm gemacht habe,
00:08:46: ich habe lieber als Hausmeister im Jugendhaus gearbeitet, Cola verkauft und meine Lange verdient,
00:08:51: weil ganz bewusst habe ich mich, also die Barriere gehabt, die Menschen mit Behinderung,
00:08:56: da mache ich einen großen Burgendurm, auf der einen Seite sind es als ein Berührungsängste oder
00:09:00: auch engste Dinge falsch zu machen oder auch falsch zu sagen, mein Bruder zum Beispiel waren
00:09:04: im inklusiven Kindergarten, das konnte ich mir für mich nicht vorstellen und Martin hat so darüber
00:09:09: diese Berührung bekommen und gesagt, was Menschen tollen, sehr viel für sich davon mitgenommen,
00:09:15: dass ich im Nachhinein sage, hätte ich für mich auch lieber gemacht. Genau und so ist es
00:09:20: Martins Bluttuchfühlung damit und bei mir ist es so, ich bin aufgewachsen mit einer Mutter,
00:09:24: mit einer Behinderung, mit einer nicht sichtbaren Behinderung und deswegen war das Thema immer,
00:09:29: wir sind irgendwo angestanden am Kino oder wo auch immer das Theater, warte mal, ich habe
00:09:34: noch meinen Schwerbehinderten ausweiset und das war das, was für mich immer mitgeschwungen ist,
00:09:41: die Jahre, auch als ich Kind war, junger Erwachsener, trotzdem konnte ich das Ganze nicht wirklich
00:09:46: greifen, weil ja, die hat eine Behinderung, aber wir nehmen mich jetzt fragt, was finde ich
00:09:51: bin und war das eigentlich, was finde ich gerade der Binnenrat hat sie, so tief sind wir da gar
00:09:54: nicht eingestiegen, es war nicht, dass es tabuisiert wurde, sondern es war einfach so, es war,
00:09:58: obwohl es die Mutter war trotzdem so weit weg, es wäre alles gewesen, wie von einem unserer
00:10:04: Dürri-Mitglieder, dem Dirk Weynelt, wo die Mutter seit dem er drei Jahre alt ist im Rollstuhl sitzt,
00:10:10: in dem Augenblick hast du eine ganz andere Berührung damit, weil ja, du kannst nicht mal
00:10:15: eben so irgendwo hinfahren, sondern es muss halt ein bisschen mehr werden. Und es gibt mehr Reaktionen
00:10:20: von außen, also es ist ja so, wenn man keine sichtbare Behinderung hat und das fällt mir auch
00:10:27: die letzten Jahre auf, also aus meinem Leben hier in der Stadt sind wirklich behinderte Menschen gar
00:10:34: nicht mehr erlebbar und gar nicht mehr sichtbar, die sind eher nur so wegorganisiert, macht in
00:10:40: vielen Fällen sicherlich auch Sinn, das will ich jetzt erst mal nur so neutral, aber es fehlt so
00:10:46: damit auch so der natürliche Umgang, weil es im Alltag so gar nicht mehr stattfindet. Ja, es
00:10:52: fängt damit an, dass ich jetzt mal auf einer Veranstaltung in Düsseldorf, einer Parasportveranstaltung
00:10:57: da waren 25 Teilnehmende und dann war da auch eine junge Frau, die im Rollstuhl sitzt und die dann
00:11:04: sagt, na ja, ich überleg schon dreimal, ob ich zu einer Veranstaltung gehe, weil meine U-Bahn-Haltestelle
00:11:10: ist nicht barrierefrei, das heißt, ich müsste im Taxi fahren, aber dass ich dann auch ein Taxi finde,
00:11:15: was mich so mitnehmen kann, die sich auskennen und so weiter, gibt es fast gar nicht. Und dann ist
00:11:20: leider die Entscheidung, dann bleibe ich halt lieber zu Hause oder mein Co-Gründer Mirko,
00:11:25: na wir können bei Google wunderbar gucken, ob das ein Rollstuhl-Symbol hat, ja klar, toll, das heißt,
00:11:30: ein barrierefreier Zugang, ein selbst ernanter barrierefreier Zugang, das heißt, ich kann auch
00:11:35: jetzt das Lastcafé aufmachen und sagen, ja, habe ich, es prüft gar keiner nach und dann können wir
00:11:40: da hingehen, das ist barrierefreier Zugang, das ist schön und gut, aber es bringt halt im Grunde
00:11:44: nichts, weil dann der liebe Mirko teilweise gar nicht auf Toilette gehen kann, weil wenn man die
00:11:49: Gastarie schaut, das ist ganz oft, ist es halt schneller und dann gibt es gar keinen barrierefreien
00:11:53: Zugang, also schön, dass er hingehen kann, dass er nicht drinken, weil er auf gar keinen Fall
00:11:56: Pieseln darf. Ja, ja, ja, also vielleicht müssen wir auch noch mal, weil wir ja dann von dem Hintergrund,
00:12:02: wie kann man Unternehmen auch teilhaben, wir waren über Personal-Recruiting sprechen, aber auch wie
00:12:10: bekommen wir Menschen in den ersten Arbeitsmarkt, die vielleicht zwar Geburt nicht dafür vorgesehen
00:12:15: sind in unserer Gesellschaft und das ist, was jetzt eigentlich mal arbeitsrechtlich sehr offizielles,
00:12:19: dann hat man Behindertenausweis, den du schon erwähnt hast, aber es sind natürlich Beeinträchtigungen
00:12:25: genereller Art, also wenn du Markus mit 50en Burnout gehabt hättest oder ich ein Bandscheibenvorfall,
00:12:31: auch dann sind wir ganz schnell ja Leute, die gesundheitlich beeinträchtigt sind und damit
00:12:37: kommt man in der Regel eine Vorstufe des Behindertenstatus, das heißt dann Gleichstellung, was
00:12:45: bedeutet, dass ich dann arbeitsrechtlichen höheren Kündigungsschutz habe, aber ja,
00:12:51: viele denken bei Behinderung eben eher an das Offensichtliche oder Quargeburt, aber jeder von
00:12:57: uns kann ganz schnell in die Situation kommen mit Beeinträchtigungen zu sein und dann stellt sich
00:13:04: die Frage, ich möchte arbeiten, wie kann ich weiterarbeiten und wer nimmt mich überhaupt?
00:13:09: Markus denkt gerade über ein Arober schon Burnout hatte, nein. Da posse ich schon auf.
00:13:20: Genau, also steigen wir mal in Inklusionsfit, du hast gesagt, ihr habt alle einen familiären
00:13:30: Hintergrund, der euch zu dem Thema gebracht hat, ihr seid gestartet wann, also ihr seid ja jetzt
00:13:37: endlich ein Start-up, das sich bewilligt hat. Genau, wir sind ein Start-up, ein, ich nenne es mal
00:13:43: Impact Start-up, was wir sind, wir sind keine gemeinete GmbH, sondern eine klassische GmbH,
00:13:50: was auch den Hintergrund hat, dass wir doch sehr viel Geld in Software und so weiter investieren
00:13:54: müssen, was für eine GGMW sehr schwierig ist, dennoch haben wir uns diesem Thema ganz klar
00:14:00: gewidmet, dass wir so viel, so möglichen guten Impact leisten wollen, gegründet September 2024,
00:14:07: also ist gar nicht so lange, natürlich wenn man sowas hat, dann ist man in der Produktentwicklung,
00:14:13: was machen wir eigentlich, welche Fragen stellen wir bei unserer Zertifizierung und das größte
00:14:18: Thema war zum Beispiel, dass wir ordete einfach, ich glaube, 5, 6, 7, 8 mal umgestellt haben.
00:14:23: Also den Sagebogen, den ihr entwickelt, den Unternehmen an die Hand gegeben wird, vor allem
00:14:31: digital, können die sich durchklicken, ihre Antworten geben und so weiter und dann, was macht
00:14:37: ihr in diesem Prozess? In diesem Prozess, das heißt, die Firma lädt, oder lädt eine Datei hoch,
00:14:43: lädt eine Antwort hoch, ein Bild, was auch immer, zu einer bestimmten Fragestellung oder zu einer
00:14:48: bestimmten Aufgabe, wo es zum Beispiel heißt, lebt ihr auch Inklusion in Stellen anzeigen. Und da
00:14:54: möchten wir, dass die Unternehmen beweisen, was sie in dem Bereich schon machen, denn es gibt
00:14:58: immer noch ein paar Stellen auf dem allerersten Arbeitsmarkt, die auch wunderbar von einem
00:15:02: Menschen mit einer Behinderung erledigt werden kann. Also der Mensch, der nicht sehen kann,
00:15:08: der wird schlechter Dachdecker werden. Da müssen wir uns nichts vormachen. Aber vielleicht der
00:15:13: Mensch, der nicht sehen kann, kann trotzdem wunderbar telefonieren oder es gibt auch Menschen,
00:15:17: die nur mit den Augen programmieren können oder Texte schreiben können, Voice to Text.
00:15:26: Es gibt da wirklich ganz, ganz tolle Technologien heutzutage schon, wo man auch wunderbar diese
00:15:31: Menschen dort integrieren kann. Was wir dort fragen, bei dieser Frage ist eine Beispielfrage jetzt.
00:15:35: Was macht ihr schon? Habt ihr schon mehr explizit auch erwähnt, dass diese Stelle vielleicht auch
00:15:40: von einem Menschen mit einer Behinderung ausgeführt werden könnte. Und damit zeige ich auf der
00:15:46: einen Seite natürlich dem Arbeitsmarkt den Menschen mit Behinderung. Ach super, das ist ein
00:15:50: Arbeitgeber, der das erkannt hat, der für mich vielleicht ein guter Arbeitgeber ist. Und der
00:15:56: vielleicht sogar noch größere Effekt ist der, bei denen die gar keine Behinderung haben, aber sie
00:16:01: das dann lesen. Die lesen das und dann lesen es zum zweiten Mal und zum dritten Mal. Und es kommt
00:16:05: immer wieder mehr und mehr Impulse. Und diese Menschen lernen dann, dass einfach was völlig
00:16:09: normales ist. Und da sind wir noch lange nicht. Weil aktuell ist es immer noch erst, also wir denken
00:16:14: gerade, ach ja, Behinderte, ja klar, in welcher Werkstatt arbeiten die denn? In Anfängen, also
00:16:19: über den Stellen. Und müssen wir weg hin zu erster Markt, weil wir haben ein Fachkräftemangel im
00:16:25: Land und wir haben ganz wunderbar tolle Fachkräfte. Wir müssen sie vielleicht ein bisschen gezielter
00:16:30: ansprechen und wir müssen als Unternehmen vielleicht auch so sein, sagen okay, das ist eine Person,
00:16:34: die kann das, dafür kann sie das nicht. Aber diese 80 Prozent, die sie vielleicht dort liefern
00:16:38: kann, sind besser als die 0 Prozent, wenn ich die Stelle gar nicht. Das heißt aber auch im ersten
00:16:45: Schritt werdet ihr vor allem die Unternehmen ansprechen, die sich eigentlich schon Gedanken
00:16:48: drüber machen und vielleicht auch schon aktiv sind. Also das werden noch nicht die sein, was
00:16:54: wahrscheinlich euer langfristiges Ziel sein wird, vermute ich mal Unternehmen auch dazu motivieren,
00:16:59: die noch gar nicht drüber nachgedacht haben. Genau, also im Grunde wir treffen zuerst auf die,
00:17:05: die richtig Bock haben, die sagen das Thema haben wir erkannt. Wir werden noch so ein bisschen
00:17:10: weniger auf die treffen, die sagen okay, was ist jetzt hier so? Ja, nee, warte mal, mache ich nicht.
00:17:14: Jetzt kommt aber ein Thema, was uns sehr in die Karten spielt und das ist die CSRD, das ASG
00:17:21: Reporting, wo 15.000 Unternehmen deutschlandweit in den nächsten ein, zwei Jahren reporten müssen,
00:17:27: was sie im Bereich der Nachhaltigkeit, also der, aber auch der sozialen Nachhaltigkeit bereits
00:17:32: machen und was sie auch bereits noch nicht machen. Und da sind verschiedene Punkte drin,
00:17:36: die das Thema Diversity und auch Inklusion genauer blieb. Also wird gefragt, was ist deine
00:17:42: Strategie für barrierefreie Arbeitsplätze? Was ist deine Strategie im Bereich der Inklusion?
00:17:47: Und dann sagen aktuell wahrscheinlich noch 14.000 von 15.000 Unternehmen, wir dürfen hier
00:17:53: hochdeutsch sprechen, fuck, was machen wir da denn? Da haben wir ja völlig blank. Und da ist die
00:17:59: Gesetzgebung, die uns in die Karten spielt, um besser auditieren oder mehr auditieren und
00:18:05: zärtig verziehen zu können und dementsprechend auch dann um das Thema Inklusion weiter in die
00:18:09: Breite zu bekommen. Das heißt, das spielt uns massiv in die Karten und jetzt bin ich auf der
00:18:13: einen Seite selber Unternehmer von ein, zwei Sachen. Auf der anderen Seite bin ich selbst
00:18:18: einander Umweltaktivist und jetzt auch noch Sozialaktivist. Das heißt, bei mir sind da so
00:18:22: bisschen englischen Teufelchen. Als Unternehmer sage ich, boah, echt jetzt so eine, warum muss ich
00:18:27: das denn jetzt machen? Diese 15.000 oder diese 1.000 Datentunten, ein Mega-Pain, das zu reporten,
00:18:33: das sagt der Unternehmer und der Aktivist sagt, boah, wie cool ist das denn? Weil es gibt einen
00:18:39: wirklichen Impact. Und wenn wir jetzt nur über die 15.000 größeren Unternehmen sprechen, dann ist
00:18:44: der Effekt eigentlich noch viel größer. Weil wenn ich jetzt als kleiner Lieferant an eine VW oder
00:18:50: einen Daimler, wie auch immer, was liefern möchte, dann wird Daimler auch schon relativ schnell dort
00:18:55: fragen, was macht ihr eigentlich in dem Bereich? Was ist eigentlich das eigentlich für ein Projekt?
00:18:59: Das heißt, es wird runter, also wird sich so durchziehen. Deswegen sagen wir, diese CSRD-Berichtsthematik
00:19:06: ist auf der einen Seite eine riesige Chance für Unternehmen. Auf der anderen Seite klar natürlich
00:19:12: ein Pain, aber ich sehe da ein bisschen mehr die Chance als das Risiko. Genau, also vielleicht noch
00:19:18: mal als Hintergrund, die die nächste Unternehmerist tätig sind, die wissen das gar nicht. Also alle
00:19:23: Unternehmen in Deutschland, zumindest weiß gar nicht, wie es EU-weit aussieht. Ich rede mal von Deutschland,
00:19:28: müssen ab 20 Mitarbeiter für Teilhabe sorgen. Das heißt, Menschen mit Behinderung einstellen
00:19:38: nach einer Quote. Aber, das große aber, sie können sich auch freikaufen. Und es machen leider in den
00:19:46: letzten Jahren, nimmt diese Quote nicht, also die Quote derjenigen, die sie freikaufen,
00:19:50: leider nicht ab, sondern die nimmt weiter hinzu. Das sind um die, ich habe es jetzt erst wieder
00:19:56: gelesen, fast eine Milliarde Euro, die gezahlt werden, lieber als dass man sich darum bemüht,
00:20:03: inklusives Arbeiten zu ermöglichen. Wo ist das Geld? Wo fließt diese Milliarde? Ich glaube, ich
00:20:12: komme im großen Topf, also kommt der Gesellschaft und den Unternehmen wieder zu gute, aber eben
00:20:17: nicht den Menschen. Moment, es kommt nicht, es kommt also nicht dem Thema Inklusion zu gut, also den Menschen.
00:20:22: Doch, es kommt dem Thema zu Gute, in verschiedensten Fördermittel, die dafür genutzt werden können.
00:20:27: Das heißt, das ist jetzt nicht so wie in anderen Bereichen unseres Landes, wir wollen eine Maut
00:20:31: einnehmen und damit andere Tröpfel. Es bleibt immer ein Themenbereich. Jetzt nur noch ein
00:20:39: zweites kommt noch eine Hintertür. Also ich kann aber sagen, steht wieder die Weihnachtszeit an,
00:20:46: also dann lasse ich doch meine Weihnachtsgeschenke in der Behindertenwerkstatt packen und die
00:20:51: Kosten, die dort anfallen, die kann ich meiner Abgabe gegenrechnen. Also wenn ich verpflichtet
00:20:57: bin 100 Euro zu zahlen, sag ich mal, oder pro 100 Euro, dann kann ich das als Betriebsausgabe sozusagen
00:21:03: gegenrechnen. Jetzt haben diese Behindertenwerkstätte leider aber den Naftteil, dass die Menschen,
00:21:10: die dort arbeiten, im Schnitt, ich habe es nochmal nachgelesen, ich bin wirklich erschüttert,
00:21:15: keine 300 Euro im Monat verdienen, selbst wenn sie Vollzeit dort arbeiten. Ich würde sagen,
00:21:22: das ist ein kleines Ausbeutungsthema, wenn man mal ganz grob draus guckt. Also meine Kenntnis ist,
00:21:30: dass ich sagen 50 Prozent der Kosten, die ich von Behindertenwerkstätten erhalte,
00:21:37: geltend machen kann, also 50 Prozent nicht die gesamten Kosten. So meine Kenntnis, aber ich bin
00:21:43: auch jetzt gerade seit einem Jahr in dem Bereich unterwegs und habe mich noch ein Stück weit
00:21:46: weniger mit diesem zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt, sondern das erste Arbeitsmarkt.
00:21:51: Genau, den nennt man zweiten Arbeitsmarkt, also alles war so gemeinnützig und sozusagen nicht
00:21:56: den normalen arbeitsrechtlichen Gesetzgebungen unterworfen ist. Aber da hat sich natürlich
00:22:03: eine riesengeschäftsmodell inzwischen schon entwickelt, weil das auch wirtschaftliche
00:22:07: Unternehmen sind, die auf Wachstum ausgerichtet sind und da habe ich noch eine nächste Zahl,
00:22:13: wo selbst die internen Führungskräfte berichten, dass sicherlich übereintrittelter Menschen,
00:22:21: die dort arbeiten, eigentlich mit so komplexen Arbeiten beschäftigt sind, dass die prädestiniert
00:22:28: werden, eigentlich in den Arbeitsmarkt zu kommen in den ersten und da reden wir von der Anzahl von
00:22:34: über 100.000 Menschen. Also ich bin kein absoluter Experte in dem Bereich, es gibt eine sehr satirische,
00:22:44: also eine spannende Folge von die Anstalt, wo es um winnarten Werkstätten gibt, die aber natürlich
00:22:49: mit der Satire so irgendwie Böhmermann das macht, der findet eine Sache nicht, dann ist natürlich
00:22:54: alles ganz, ganz schlecht, was die alles machen und man findet auch fast nur diese Argumente,
00:22:57: warum das alles schlecht ist und ich glaube, also haltet auch gerade einen Vortrag dazu,
00:23:04: das heißt schwarz, weiß, grau und auch behinderten Werkstätten können wir nicht als schwarz alle
00:23:10: schlecht alle ausbeuten, sondern es gibt auch für ganz viele Menschen ist dieser Arbeit,
00:23:15: die sie dort verrichten dürfen und das ist 300 Euro, die sie dann bekommen oder lasst es mehr sein,
00:23:20: plus natürlich im Wohnungen, Kostlogie und so weiter, für ganz viele von diesen Menschen
00:23:26: ist das ein Halt und eine Lebensaufgabe, die sie sonst so in der Maße nicht hätten.
00:23:31: So und deswegen, ich bin kein Freund davon zu sagen, es ist alles scheiße. Wahrscheinlich ist
00:23:38: es System immanent, weil die lastendliche zwei Aufgaben haben, einmal in Schutzraum zu schaffen
00:23:44: für diejenigen, die wirklich ansonsten eigentlich zu Hause sitzen würden und gar keine Teilhabe
00:23:50: hätten, aber es ist eben auch ein wirklicher Teil dabei, ja, die Unterbedingungen, aus denen sie
00:23:58: eigentlich rauswachsen, ja, glücklicherweise und für uns alle, für die ganze Gesellschaften,
00:24:04: auch für den Arbeitsmarkt, ja eigentlich positiv wäre, letztendlich dort nicht gefördert werden,
00:24:11: rauszuwachsen. Wahrscheinlich müsste man das System einfach voneinander trennen und sagen,
00:24:16: es gibt eine berechtigte Schutzbedürftigkeit, aber es gibt eben auch Menschen, die man in
00:24:22: den ersten Arbeitsmarkt führen können. Ich kann es ja nur aus eigener Erfahrung zeigen,
00:24:28: weil über die Hälfte meiner Leute waren Menschen mit Behinderung und die sind praktisch bei uns
00:24:35: in den ersten Arbeitsmarkt reingekommen und haben zum Teil auch Führungspositionen
00:24:39: eingenommen. Also da sieht man mal, zu was Menschen fähig sind, auch wenn sie vielleicht auf
00:24:44: einen ersten Blick, man denkt so geht gar nicht oder wie geht das denn, wo ich sage, ja, ausprobieren,
00:24:51: das geht. Ja, also ich habe noch nicht so viele Behindertenwerkstätten von innen gesehen, aber
00:24:56: man kann es vielleicht auch so vorstellen, da man jetzt der Fußballtrainer vom FC Bayern München
00:25:00: ist und da ist der Museala, den möchte ich auch nicht abgeben, weil der super, super Wertvoll
00:25:05: für mein Team ist und so gibt es auch bei Behindertenwerkstätten natürlich die Behinderten,
00:25:09: die super, super wertvoll sind und die möchte man natürlich dann auch ungern den ersten
00:25:14: Arbeitsmarkt abgeben und da ist zum Beginn auch das kann ich jetzt wieder nicht komplett verteufeln,
00:25:19: weil wenn man selber in der Lage wäre und sagt, ich habe diese super wertvolle Kraft und der
00:25:22: eigentlich könnte die auch mehr, dann hat man Engelchen, Teufelchen, Schulter, Links, Schulter,
00:25:26: Rechts und deswegen würde ich nicht sagen können, wie ich in dieser Situation urteilen würde,
00:25:31: deswegen bin ich ein Freund davon, man muss sich alles singulär angucken und ohne, dass ich es genau
00:25:37: weiß, würde ich sagen, es gibt da draußen ganz, ganz vorbildliche Werkstätten, die motiviert sind
00:25:42: und es gibt aber auch manche, die wahrscheinlich dann eher schwerzer sind als weiß. Markus.
00:25:48: Ich habe mich einfach noch mal eine Frage, weil es heißt der Behindertenwerkstätten und mir ist
00:25:53: aufgefallen, Nikola, du rätest natürlich immer von Menschen mit Behinderung, was ich mich frage,
00:25:58: ich glaube last hat er das ja auch schon mal angesprochen, das richtige, wie spricht man eigentlich,
00:26:02: was darf man sagen, ich merke, ich kriege da auch einen Knoten im Kopf, darf man eigentlich sagen,
00:26:06: dass die oder sollte man sagen oder vermeiden, dass die Menschen behindert sind oder ist das dann
00:26:11: falsch, muss man immer sagen Menschen mit Behinderung, ich habe mal einmal beim Seminar bei den
00:26:15: Grünen habe ich von Behindertenpolitik gesprochen, dann guckte mich zwei Tage lang eine nur noch böse
00:26:20: an, weil ich das falsch erwornte. Was wäre denn richtig gewesen? Also Politik für Menschen mit
00:26:27: Behinderung wäre glaube ich richtig gewesen, aber das frage ich ja euch jetzt gerade, ihr seid ja die
00:26:31: Experten, ich habe ja von dem Thema keine Ahnung, insofern könnt ihr da mal so Leute wie mich und
00:26:36: die Leute, die zuhören vielleicht. Also du bist kein Behinderter, Behinderter, Behinderter, das
00:26:44: klingt eher nach Richtung, es ist ein Schimpfwort oder so, das heißt es ist ein Mensch und der
00:26:49: Mensch hat eine Behinderung, so das ist das, wie man es vielleicht eher sagt, wo ich aber auch sage,
00:26:54: der eine mag das lieber, der andere mag das lieber und jetzt haben wir in Deutschland diese
00:26:59: Verteuflung, du hast das gesagt, du hast da nicht gegenert oder du hast gegenert und da glaube ich
00:27:05: insgesamt, dass wir mit dieser Begriffthematik oder ich hatte auch gerade eben wieder ein Gespräch,
00:27:10: wo ich sage, ich bin jetzt ein seit einem Jahr in diesem Bereich und ich möchte mich nicht dazu
00:27:15: äußern oder darüber streiten, ob ich jetzt sage Mensch mit Behinderung oder ein Mensch mit einer
00:27:20: Beeinträchtigung, was jetzt genau richtig ist, weil ich glaube, dass wir dadurch einfach davon
00:27:25: weggehen, einfach wirklich die guten Sachen zu machen und einfach hier schaffen. Ich gebe mal
00:27:30: ein Beispiel, in meiner Hauptfirma, einer Therapiefirma Logo-Pidei, Argottherapie, Physiotherapie,
00:27:36: Pothologie, habe ich mit einer Mitarbeiterin gesprochen und auf der Webseite, die ich erstellt
00:27:42: habe, haben wir gegenert und ich habe gegenert mit Mitarbeiter und dann ein großes "i" innen so
00:27:48: und dann ist es, das ist ja wohl völliger Scheiß, was ich da mache, weil ich müsste einen Doppelpunkt
00:27:52: machen, weil nur da bin ich alle, mit allem ein und jetzt sage ich aus meiner, aus meiner
00:27:58: persönlichen, also endgleich eins, ich als Lars, habe gedacht, ich möchte zeigen, dass ich da für
00:28:05: eine Sensibilisierung erfahren habe und ich möchte eigentlich, ich meine alle, ihr seid alle mit dabei.
00:28:10: Ich motiviert bin und mir einer von Schimenmeintritt, es ist hochwahrscheinlich, es ist meine Motiv,
00:28:17: was ich runter geht und so dachte ich mir für mich auch, ich sage mal, wir dürfen hier mit Arsch dürfen,
00:28:23: ich habe da weg mich, weißt du was, ich gebe mir und ich glaube bei dieser Begriffigkeit müssen wir
00:28:29: mal auch das selber unterschlucken und sagen, okay, da ist man aktiviert, alles klar akzeptiere ich,
00:28:34: dann kann ich immer noch sagen, bis auf Lars, cool, dass du genderst, das ist echt cool,
00:28:38: mich freut, weil das uns so weiter und ich gebe dir mal ein Tipp übrigens, aktuell ist es so,
00:28:43: wenn du Doppelpump innen machst, dann wird es auch noch so, in dem Augenblick kommt eine ganz
00:28:47: anderen Stimmung an mich heran und ich wäre ganz anders dazu, weil dieser Druck, der dann auf mich
00:28:51: zurück kommt, erzeugt erst mal Gegendruck oder Resignation, ich denke so, dann mach doch selber.
00:28:56: Ich glaube es ist allgemein, wäre wichtig eine gewisse Gutwilligkeit und Leute nicht in Senkel
00:29:03: zu stellen, ich frage mich ob das auch so deutsches und ob das so autoritäre Züge
00:29:07: Wir stellen Leute in Senkel dafür, dass sie so sprechen, wie wir das nicht wollen,
00:29:14: obwohl die vielleicht genauso gut meinen sind, wie wir, die reden einfach anders.
00:29:18: Ich weiß das zufällig auch von Transgenderverbänden und so weiter,
00:29:23: die in meinen Seminaren wirklich plötzlich anfangen loszuschreien,
00:29:26: lassen uns mit dem scheiß Gendersternchen in Ruhe,
00:29:29: das sagen die Transgenderleute, für die da Sternchen da ist,
00:29:32: weil die sagen, das lenkt einfach total ab von da,
00:29:35: und mit dem, ich bin gerade in Verwuchs durch diesen Sprachgebrauch,
00:29:39: und die Leute, die sich da irgendwie so aufspielen,
00:29:42: und andere Leute in den Senkel stellen, das ist es ja, in den Senkelstellen.
00:29:46: Einer ertragen diese Beformundung auch, das fällt den Grünen ja so auf die Füße.
00:29:51: Ich glaube, das haben wir inzwischen müssen, dass alle kapiert haben,
00:29:53: Menschen wollen sich nicht beformunden lassen.
00:29:56: Und da muss man respektvoll miteinander umgehen,
00:29:59: und Sprache ist noch ein bisschen was Persönliches,
00:30:02: ein bisschen Großzügigkeit ist glaube ich auch irgendwie immer unter Menschen,
00:30:06: irgendwie ganz angesagt.
00:30:08: Du sprichst es an, es ist das Respektvolle,
00:30:10: und deswegen ist es so, der eine möchte so angesprochen werden,
00:30:13: der andere so, gerade bei dem ganzen Genderthema,
00:30:16: wo ich auch ganz klar sage, ich bin absolut kein Experte,
00:30:19: und versuch da möglichst die Schnauz zu halten, auf gut Deutsch gesagt.
00:30:23: Aber was passiert in dem Augenblick, ich fühle mich einfach
00:30:26: durch ein paar, die da sehr radikal sind in ihren Aussagen,
00:30:29: und über alles drüberfahren, fühle ich mich eingeschränkt,
00:30:33: beziehungsweise gehe ich zurück,
00:30:35: und automatisch halte ich mich zurück und mache natürlich logischerweise nichts.
00:30:38: Und ich glaube, das ist nicht clever.
00:30:40: Und was mein Lege Mirko sagt, der nun selber die Behinderung hat,
00:30:44: du musst überlegen, dem sprichst du,
00:30:47: und sprich doch mit der Person einfach, und sag, hey, was mach auf,
00:30:50: ich bin mich einfach unsicher, und ich möchte auf keinen Fall irgendwie verletzen,
00:30:53: sag mir mal, kannst du mir einen Tipp geben, was mach ich eigentlich?
00:30:56: Und dann ist auch nochmal das Wichtige, dass da,
00:30:59: wir sprechen vom Barrierefreiheit, und wenn wir,
00:31:02: ich bezeichne mich jetzt selber als der, derjenige, der mit in den Boot sitzt,
00:31:06: der Menschen mit Behinderung, weil ich dafür kämpfe,
00:31:08: weil das unsere Aufgabe ist mit der Gesellschaft,
00:31:10: mit dem Institut, was wir da haben,
00:31:12: wir müssen auch auf die Leute zugehen,
00:31:15: wir können nicht erwarten, dass alle auf uns zukommen.
00:31:17: Das heißt, wir müssen die Hand reichen, wir müssen in den ersten Schritt gehen,
00:31:20: und wir müssen dafür sorgen, dass man keine Barriere hat,
00:31:23: keine Angst hat, mit uns zu sprechen, weil was passiert,
00:31:26: da ist ein Mensch in einem Rollstuhl, da ist der Mensch mit der Behinderung,
00:31:29: wir machen erstmal den großen Bogen, das machen wir nicht,
00:31:31: weil wir sagen, was ist das für ein Mensch,
00:31:33: sondern der Hauptgrund ist, ich möchte diesen Menschen nicht verletzten,
00:31:36: und ich möchte nichts Falsches sagen.
00:31:38: Und Unsicherheit, genau, das ist.
00:31:40: Unsicherheit, genau.
00:31:42: Was mache ich, wenn ich eine Unsicherheit habe,
00:31:44: ich mache einen großen Bogen drumherum.
00:31:46: Ich weiß zum Beispiel auch nicht, soll ich Rollstuhl fahren,
00:31:48: soll ich den anbieten, die jetzt zu schieben, irgendwie eine Anhöhe hoch?
00:31:51: Letztens war das so, dann war ich in so einem alten Heim und so,
00:31:54: und dann war da irgendwie so ein Paar, die Frau schob den Mann,
00:31:57: und ich dachte, wenn ich hier jetzt anbiete zu helfen,
00:32:00: dann denkst du vielleicht, ich traue mich nicht mehr zu,
00:32:03: ich habe es dann trotzdem, meine Mutter war da,
00:32:05: weil dann sagte Markus, los jetzt, hilf mir doch mal,
00:32:07: hatte ich sowieso schon alleine dran gedacht, war aber unsicher,
00:32:10: und dann habe ich es dann eben angeboten,
00:32:12: und die alte Frau, die war total erleichtert,
00:32:14: dass ich dann irgendwie im Affenzahn, in diesem Ausmenschon, war.
00:32:17: Ich finde, hey, Fragen, also mein Thema, was ich von meinen eigenen Leuten,
00:32:20: also zum Beispiel, die reden recht frei, also die kriegen das Schändern zum Teil,
00:32:25: haben die das noch gar nicht mitbekommen, oder haben sie, war bei uns einfach kein Thema,
00:32:31: aber die haben zu mir dann zum Beispiel schon gesagt,
00:32:33: wir möchten in unserem Team nicht nur mit behinderten arbeiten,
00:32:36: guck also mal, dass die Mischung auch aufrecht erhalten wird.
00:32:39: Wer hat das gesagt, die Menschen mit Behinderung oder die anderen?
00:32:43: Genau, die Menschen mit Behinderung, und das war auch richtig so,
00:32:48: weil der Anspruch ist ja jetzt nicht zu sagen, boah, wir sind jetzt so stolz drauf,
00:32:52: wir haben ja ein Team von Menschen mit Behinderung,
00:32:54: sondern es geht darum mit diesem Miteinander,
00:32:57: und das haben wir auch aktiv eingefordert, und das fand ich auch immer gut.
00:33:01: Das siehst du aber, dieses Auf-Augenhöhe sich zu begegnen,
00:33:07: bedeutet auch, Unsicherheit auszusprechen und zu sagen,
00:33:11: ey, ich bin mir jetzt gerade unsicher, ist das okay für dich, oder kann ich helfen,
00:33:17: und dann kann dein Gegenüber darauf reagieren und sagen, nee, kriege ich hin, oder nicht.
00:33:21: Übergriffig finde ich es persönlich, wenn du einfach machst,
00:33:24: das ist ja manchmal so ein Reflex, dass man einfach helfen will,
00:33:28: und das kann dann eine gewisse Übergriffigkeit haben, aber Fragen kostet nichts.
00:33:34: Wir machen gerade, wir sind gerade wieder so, ja, bloß nichts falsch machen und so was alles.
00:33:38: Was ich von euch beiden Nikola und Nazgermar hören würde, ihr kennt euch ja beide damit aus,
00:33:44: und von dir Nikola weiß ich, dass es solche Fälle gibt, inwieweit können denn auch Menschen,
00:33:49: die behindert sind, können gerade aufgrund ihrer Behinderung andere Menschen bereichern.
00:33:54: Also im Grunde, mir geht es eben immer so den Anreiz, nicht nur aus schlechten Gewissen handeln,
00:33:58: und für die müssen wir auch was tun, und ja, ja, und stimmt, wir haben die Vermarktung,
00:34:02: das geht ja gar nicht, das ist ja alles, das sieht eben einfach nicht so besonders gut.
00:34:06: Also insofern, was sind jetzt, wie kann man dadurch eben wirklich das Betriebsklima vielleicht verbessern,
00:34:13: oder wie kann man die mit ihren Fähigkeiten, vom Blinden weiß man ja zum Beispiel,
00:34:17: dass die Blinden, was ich jetzt auch nicht davon Blinde sagen, oder Menschen mit keiner...
00:34:21: - Sehr geil, super. - Ja, von Blinden, da weiß man ja auch, die können dafür besser hören.
00:34:25: Und wer taubt, es kann vielleicht dafür besser sehen.
00:34:28: So, habt ihr da irgendwie solche Geschichten, oder kann man das vorallgemein haben, oder?
00:34:32: - Es ist genau das, was nicht immer der Fall, aber das passiert natürlich häufiger,
00:34:36: dass da natürlich die anderen Sinne deutlich geschärfter sind, weil sie auch sein müssen.
00:34:42: Also das macht die Natur schon mit einem. Es ist auch nicht immer der Fall.
00:34:46: Was ich finde ist, dass, also wenn du ein Unternehmen hast, kannst du von Praktikanten auch was lernen,
00:34:53: weil der vielleicht noch eine ganz andere Sichtweise hat, weil der ganz anders, ganz alt, ganz viel jünger ist,
00:34:59: ganz anderes Alter hat. Und wenn ich heute mit jemandem spreche, und ich bin schon bei SnapChat ausgestiegen,
00:35:05: und dann gibt es jetzt TikTok, und dann gibt es danach noch irgendwas anderes, und Be Real,
00:35:08: und was auch immer, wo ich schon sage jetzt, mit meinen knapp 40 Alter, lasst mich einfach in Ruhe damit,
00:35:12: dass das einfach gar nichts vermeint. So ist ein anderer bei Instagram ausgestiegen,
00:35:16: und anderer ist schon gar nicht erst zu Facebook gekommen.
00:35:18: Und ich glaube, da kann man von jedem viel lernen.
00:35:21: Und was ganz spannend ist, die Sichtweise der Menschen mit Behinderung sind teilweise ganz, ganz anders.
00:35:28: Und ein Beispiel möchte ich geben, ich habe mit dem Staat vom Inklusionsfeld-Institut sehr viele Interviews geführt,
00:35:34: auch gerade mit Menschen mit Behinderung.
00:35:36: Und das Regenste für mich war das Interview mit einem Autisten, der auf dem ersten Arbeitsmarkt war,
00:35:41: da 15 Jahre war in einer großen Position, einen guten Job hatte, und irgendwann einfach umgefallen ist Burnout weg raus,
00:35:49: und dann stellte sich heraus, er hat einfach einen sehr ausgeprägten Autismus, was er selber nie gecheckt, nie gemerkt hat.
00:35:55: So, und jetzt ist er auf dem zweiten Arbeitsmarkt, und ich konnte mit ihm sehr, sehr gut und offen sprechen,
00:36:01: und habe gefragt, sag mal, was hätte eigentlich für dich kommen müssen, passieren müssen,
00:36:06: dass du auf dem ersten Arbeitsmarkt funktionierst, weil darum geht es ja, muss er ja.
00:36:10: Und er sagte, es ist eigentlich eine ganz simple, einfache Frage.
00:36:14: Man hätte mich fragen müssen, was brauchst du bei uns, um gut arbeiten zu können.
00:36:19: Und das ist ja der entscheidende Frage.
00:36:21: Und oftmals denken wir, der Behinderte, ja, der braucht ja hier den Rollstuhlaufgang,
00:36:26: wenn du mal ein Kind bekommen hast, oder in der Familie, und musst einen Kinderwagen schieben, dann merkst du erst mal, was bei ihr Freiheit ist.
00:36:33: Und oft immer, ja, was können wir machen, um den Behinderten, Menschen hier sozusagen das Arbeitsleben zu erleichtern.
00:36:39: Wir können alle davon profitieren.
00:36:41: Wir können alle Stuhl haben, wir können alle ein Mauspett haben, wir können eine Armunterlehne haben, was auch immer.
00:36:46: Und da können wir sehr, sehr viel lernen von denen, die da irgendeine Unterstützung brauchen, mit der sie besser arbeiten können,
00:36:51: weil dann merken wir auch, was uns auch helfen würde.
00:36:55: Also ich glaube auch als Führungskraft, also wenn ich an meine Beispiele denke,
00:37:00: und das, wie ich versuche, in befreundete Unternehmen das Thema Inklusion reinzubringen,
00:37:05: ist wirklich, also ein Unternehmer muss immer mit dem Monetären kommen.
00:37:08: Also zum einen kannst du sagen, du bekommst loiale Mitarbeiter, wenn es mal funktioniert, dann hast du eine geringe Fluktuation,
00:37:14: du hast eine neue Zielgruppe, die du überhaupt regruten kannst,
00:37:18: weil auf einmal der Markt der Menschen mit Beeinträchtigungen für dich relevant sein kann
00:37:24: und was aber, glaube ich, ich habe wirklich zwei Sachen.
00:37:27: Ich glaube, es ist so ein Menschenbild zu sagen, ich gucke auf die Stärken und nicht auf die Defizite,
00:37:32: weil wenn ich auf die Stärken gucke, wie dein Beispiel mit dem Autist,
00:37:36: oder wenn jemand nicht sehend ist, um einen anderen Begriff zu blind zu nehmen, egal welcher richtig ist,
00:37:43: dann ist es eben so, dass du sagst, ah ja, du kannst besser hören, du kannst besser fühlen,
00:37:48: wir gucken mal, an welcher Position wir dir eigentlich was geben können, wo genau das uns einen riesen Schritt nach vorne bringen würde.
00:37:57: Also Stärken statt Defiziten und was ich merke ist, du bekommst eine einfacherere Sprache
00:38:05: und Markus, da sind wir ja bei deinem Thema so reden und so schreiben, damit man verstanden wird.
00:38:13: Das schult wirklich, weil man automatisch beginnt, kürzer, knapper, präziser formulieren zu müssen
00:38:22: und das finden alle gut, egal ob mit oder ohne Beeinträchtigungen.
00:38:28: Und so bekommst du darüber hinaus resiliente Teams, die viel verzahnt miteinander arbeiten,
00:38:36: sobald es nach einer Eingangsphase auch letztendlich ins Rollen kommt.
00:38:43: Und ganz wichtig, immer eins plus, also nie nur einen behinderten mit einer bestimmten Beeinträchtigung.
00:38:49: Also meine Erfahrung ist, auch persönlich jede Minderheit, die alleine dasteht, tut sich wahnsinnig schwer und ertrinkt eigentlich.
00:38:57: Und sobald du einen zweiten hast oder einen zweiten, egal ob es zwei Männer in einem riesen Frauenkreis sind
00:39:04: oder zwei Frauen im alten weißen Männerkreis, kriegt eine ganze andere Dynamik
00:39:10: und das gilt für alle Minderheiten, die gerade im Arbeitsleben Leistung bringen wollen
00:39:17: und sagen wollen, ich bin was wert, ich kann was, ich will es euch auch zeigen.
00:39:22: Ich beschäftige noch was anderes, also da muss ich auch mit mir selber hart ins Gericht gehen.
00:39:29: Ich glaube, ich war eigentlich auch immer so ein Typ, der gesagt hat, die ampeln, die piepen jetzt immer für blinden,
00:39:34: aber wie viel sinden das überhaupt und was für ein Aufwand.
00:39:37: Und dann jetzt gerade in der heutigen Zeit mit Bürokratie und schon wieder Bürokratische Auflagen,
00:39:42: jetzt müssen die Unternehmen sich dann umrampen und was weiß ich nicht alles kümmern für die paar Menschen und so weiter.
00:39:47: Aber an der Seite denke ich mir, wie kann man überhaupt eine Gesellschaft haben, in der man die nicht alle voll integriert.
00:39:55: Wie kann man da überhaupt drüber nachdenken müssen? Also ich bin auch über mich selber fassungslos,
00:39:59: wie ich eigentlich lange Zeit gelebt habe, genauso wie man Tiere quälen kann.
00:40:04: Wieso kann man eigentlich Küken schreddern und alles, so kann man Schweine einfärchen auf zwei Quadraten.
00:40:10: Was machen wir Menschen eigentlich? Das ist so unfassbar und genauso unfassbar ist es eben einfach auch,
00:40:16: dass wir über das Thema überhaupt so reden müssen, dass das nicht selbstverständlich ist,
00:40:20: dass wir den alle Möglichkeiten bieten, die sie brauchen.
00:40:24: Und ich glaube, so Länder ins Gerät wie Jahr bis Schnell, dann ist das ja glaube ich auch besser als bei uns.
00:40:28: Du bist auch vergleichs- zu Deutschland.
00:40:31: Ja, sehr viel besser.
00:40:33: Also Asien ist da nicht so.
00:40:35: Aber jetzt vielleicht nochmal, weil ich fand dein Aspekt Markus, den fand ich eigentlich gut was Positives,
00:40:41: weil das ja auch eigentlich was was Lars treibt und auch was mich treibt zu sagen,
00:40:46: Lars, du hast ja auch in unserem ersten Gespräch gesagt, du willst das Thema mehr Sex-Appeal geben.
00:40:52: Also, dass es nicht so ist, es trifft nur die gut Menschen und man redet gern zweimal im Jahr drüber meistens vor Weihnachten
00:40:59: und dann nochmal am Tag der Diversität.
00:41:02: Sondern wie kann man das attraktiv machen?
00:41:05: Ich habe jetzt gesagt mit Zahlen, irgendwie Kosten sparen, Effizienzer erhöhen, keine Ahnung,
00:41:10: bessere, längere, loyalere Mitarbeiter.
00:41:14: Was ist euer Trick da, ein bisschen mehr Sex-Appeal ranzukriegen?
00:41:20: Der Trick ist erstmal, und zwar ist es der allererste Meter, der allererste Schritt,
00:41:24: weil da noch sehr viel Barriere da ist, und zwar die Barriere ist bei den Mitarbeitern im Kopf.
00:41:29: Nur um das mache ich da jetzt ein.
00:41:31: Und dieses merke ich jetzt auch gerade in Gesprächen, die wir haben, ist erstmal, man geht erstmal einen Schritt zurück.
00:41:37: Und wir sind cool, ich sage mal, wenn wir Inklusion sexy machen, so, wenn wir mit einem Augensfinkern rangehen,
00:41:43: wenn wir selber ein bisschen zeigen, dass wir Spaß haben, ist so.
00:41:47: Und ich bin sehr viel umgeben jetzt von Menschen mit Behinderung.
00:41:51: Und wir erzählen die gleichen dummen Witze wie alle.
00:41:54: Und wir haben den gleichen Spaß wie mit allen anderen, mit denen ich irgendwie zusammengebe.
00:41:58: Wir sind immer sagen, es gibt unter Menschen mit Behinderung, gibt es ganz viele tolle,
00:42:02: und du findest auch Arschlöcher.
00:42:04: Und anderes als in der Gesellschaft.
00:42:06: Und was wir immer für eine Möchte gefragt werden, andere Möchte nicht gefragt werden.
00:42:10: Da frag ich einmal, und der antwortet mir Patzig, frag ich den nächsten nicht mehr.
00:42:14: Da muss man dann mir auch aufpassen, gerade als Mensch mit Behinderung ist man immer automatisch Vorbild.
00:42:19: Und es steht für alle anderen.
00:42:21: Und was können wir Menschen, die jetzt erstmal keine offensichtlich Behinderung haben,
00:42:29: ob wir ein Vogel haben oder nicht, das merkt man ja nicht direkt.
00:42:36: Aber was ist deine Erfahrung, wie kriegt man da einen schnelleren Zugang?
00:42:41: Weil es ist ja viel mit Tabus behaftet.
00:42:44: Deswegen meint ich zum Beispiel den Begriff "Behinderung".
00:42:48: Weil ich gemerkt habe, sobald ich Behinderung sage, geht es so eine Schranke runter bei meinem Gegenüber.
00:42:53: Das konnte ich förmlich sehen in den Augen, wo ich dachte, so kacke, das ist hier unten.
00:42:59: Wie hält man die Schranke oben, um schneller durchzuträngen?
00:43:03: Im Grunde, wenn ich es schaffe, zu emotionalisieren.
00:43:07: Das heißt, wenn ich es schaffe, dass ich einen verunfalten Speaker in der Unternehmensschicke,
00:43:12: dass ein Rolltutel Basketball-Event innerhalb der Firma stattfindet.
00:43:16: Wenn man das einmal geschafft hat, dass die Firma sagt, ja komm, wir machen mal einen Aktivierungstag.
00:43:21: Oder man kommt ins Digidialogen-Dunkel oder was auch immer.
00:43:24: Wenn ich es schaffe, zu aktivieren, dann erreiche ich und dann emotionalisiere ich.
00:43:28: Und dann habe ich eine Anführungszeichen gewonnen.
00:43:30: Um dahin zu kommen, das ist das große Brett.
00:43:33: Da versuche ich natürlich, okay, wer ist bei mir dagegen über?
00:43:36: Inklusionsmanager oder Ähnliche, die kriege ich auch eher emotionaler.
00:43:41: Und den Geschäftsführer, den Finanzvorstand von den Vorstinnen,
00:43:45: die kriege ich vielleicht eher darüber zu sagen, was man auf eure Ausleitsabgabe ist so.
00:43:50: Da kann man dann arbeiten, dann kann das auch so und so machen.
00:43:53: Und übrigens Unternehmen, die sich nachweislich inklusiv zeigen, haben x% mehr Bewerbung.
00:43:59: Die kann ich natürlich darüber bekommen.
00:44:01: Und wir sagen jetzt, es gibt kein Falsch, wenn man an die Unternehmen herantritt.
00:44:05: Das Ergebnis zählt für uns, dass die Unternehmen sich entwickeln.
00:44:08: Und machen wir uns nichts vor.
00:44:10: Wenn ich mir anschaue, wie das Thema Female Empowerment aktuell läuft,
00:44:14: was da für einen Wachstum ist, wie cool das ist.
00:44:16: Man darf rausgehen und sagen, Frauen sind stark.
00:44:19: Es ist eine ganz, ganz tolle Entwicklung, die ich persönlich wahrnehme.
00:44:23: Wenn gleich, auch die Rolle natürlich noch längst nicht da ist, wo sie hingehört.
00:44:26: Gerade im Sport, das ist eine Katastrophe.
00:44:28: Es ist eine Entwicklung da, die sehe ich und die betrachte ich als positiv.
00:44:31: Die haben wir im Bereich der Inklusion noch nicht.
00:44:33: Das heißt, wir können auch nicht erwarten, dass wir so, wenn ich sage,
00:44:36: da auf sexy sind, wie das Thema Female Empowerment, wo eigene Konkretisten,
00:44:40: da sind da 1000 Tage cool und ich war selbst bei allen, ganz, ganz toll.
00:44:44: Frauen sind halt auch viel mehr.
00:44:46: Frauen sind halt 50% der Bevölkerung, behinderte sind eben einfach wesentlich weniger.
00:44:50: Aber deswegen ist es natürlich auch schwerer.
00:44:52: Aber ich glaube, was immerhin passiert, also man muss sich jetzt nur die Paralympics angucken.
00:44:56: Die wurden früher nie im Fernsehen übertragen.
00:44:58: Also da wusste man, wusste kein Mensch, dass jetzt Paralympics ist.
00:45:01: Und jetzt ist es bei Paralympics in Paris.
00:45:03: Ich glaube, da war jeden Abend, war tatsächlich in den öffentlich-rechtlichen Sändern,
00:45:08: war immer Berichterstattung, man wusste eigentlich, wer da irgendwie Medaillen gewonnen hat.
00:45:11: Aber Medaillen waren da eben auch nicht mehr so wichtig.
00:45:13: Also da wurden auch andere Werte, wurden vermittelt,
00:45:16: aber die Leistung ja auch nicht so richtig vergleichen kann.
00:45:19: Dann läuft ein Linder gegen einen Wein amputierten, so ungefähr 100 Meter lauf,
00:45:23: stimmt jetzt nicht so, aber kann man nicht so richtig vergleichen.
00:45:26: Und deswegen kommt es auf die Medaillen nicht ganz so an.
00:45:29: Das finde ich auch spannend, aber das rückt den Vordergrund für mich.
00:45:32: Ich sage mal zu den Paralympics, die waren in diesem Jahr,
00:45:35: die eine riesige Aufmerksamkeit erfahren, was für uns für das ganze Thema von riesiger Bedeutung ist.
00:45:40: Auch der Supercup im Fußball, Leverkusen-Stuttgart,
00:45:43: der bringt der Mensch mit Behinderung den Ball auf den Platz.
00:45:45: Das Thema ist Wachst, es bekommt mehr Sichtbarkeit.
00:45:48: Ich mache mal ein großes Fragezeichen hinter die Paralympics in LA,
00:45:52: die sind 20/28, weil die dann wieder zu einer Zeit übertragen werden,
00:45:56: wo wir nicht in Primetime haben.
00:45:58: Das heißt, gute E-Mail, dass dann Quoten wieder ein bisschen runtergehen.
00:46:01: Aber es ist genau richtig, dass wir das genauso übertragen.
00:46:04: Und ich bin selbst ein völliger Sport-Strege.
00:46:06: Ich gucke mir auch rhythmische Sportgymnastik an,
00:46:09: und ich war selber im Jahr 2008 und habe mir alle Sportarten,
00:46:12: die hat man sogar Ton-Tauben-Schießen angeschaut.
00:46:15: Und dann spielte ein Deutscher mit, ich möchte den zugucken,
00:46:18: und ich feuere den an, weil ich einfach nach der Patriot bin.
00:46:21: Und so gucke ich auch sitzvolle Ball bei Paralympics.
00:46:25: Und ich denke, wie geht es mit dieser Sport-Strege?
00:46:27: Und ich bin einfach Fan, aber ich bin Fan von den deutschen Teilnehmern,
00:46:31: weil ich sage, cool, ich fieber einfach mit.
00:46:33: Eine Sache, was zum Beispiel auch im Fußball,
00:46:36: der auch insgesamt absolut nicht gut läuft, gar keine Frage ist,
00:46:39: da gibt es dann den Deal, hey, ihr wollt die E-M der Männer übertragen,
00:46:43: dann müsst ihr auch die E-M der Frauen übertragen.
00:46:45: Und plötzlich läuft die Frauen E-M mit unfassbaren Quoten.
00:46:48: Und jetzt bin ich selber Fußballer gewesen oder bis vor Kurzem.
00:46:52: Der Sport der Männer im Fußball ist für mich viel schöner anzuschauen,
00:46:56: gar keine Frage als der Frauenfußball,
00:46:58: weil er natürlich deutlich langsamer ist.
00:47:00: Aber ich gucke das, weil ich einfach Fan der Nationalmannschaft bin,
00:47:03: und ich möchte, ich möchte, dass wir gewinnen,
00:47:05: und deswegen feuere ich an, und deswegen gucke ich mir das an.
00:47:07: Ja, man, Frauenfußball ist auch noch eine andere Sache,
00:47:09: das ist eben einfach, das ist einfach,
00:47:11: das ist nicht so ein wichtig-tourisches Gabel,
00:47:13: es ist ein bisschen fairer, wie wir miteinander umgehen.
00:47:15: Ja, das macht irgendwie das eben auf einem anderen Bereich.
00:47:17: Das ist aber bei deinem Thema Fußball.
00:47:19: Nee, und da will ich aber,
00:47:21: ich habe eine andere Szene nämlich von Paralympics,
00:47:23: habe ich hinter dem Kopf und die werde ich demnächst mal für irgendeine Rede
00:47:25: werde ich die verwenden, weil das so eindrücklich war,
00:47:28: dass nämlich eine deutsche Tischtennespielerin hat gegen eine Favoriten,
00:47:32: ich glaube gegen eine Serben,
00:47:34: ist mit dem Rollstuhl um die Platte rumgefahren,
00:47:37: und hat dann geschmettert und hat einen Punkt gemacht,
00:47:39: und was macht die Gegnerin, die Favoriten,
00:47:41: Hausruhe Favoriten, zeigte dir so einen Daumen hoch.
00:47:44: So, und da gibt es beim Menschen, die nicht bindeten sind,
00:47:49: gibt es dann auch Fairness oder so was.
00:47:51: Also ist da rein ein Wettbewerb.
00:47:53: Aber eben trotzdem, das war für mich doch irgendwie so bezeichnend,
00:47:56: ja, und deswegen glaube ich lohnt das eben auch hinzugucken.
00:48:01: Also ich bin ein ganz, ganz großer Fan,
00:48:05: ich habe jetzt tatsächlich auch erst vor kurzem
00:48:07: mein erstes Rollstuhl-Bars-Geball-Spiel gesehen,
00:48:09: und das habe ich nur gesehen,
00:48:11: ich habe einen Wiesbaden-Leit, also Lars kommt vorbei, guckt es dir an.
00:48:14: Ich habe es mir angeguckt, und ich habe es da vier mal zehn Minuten,
00:48:17: wie ein kleiner Junge, und da habe ich mich gefreut und mitgefiebert,
00:48:20: weil ich einfach ein Sportfan bin.
00:48:22: Und ob der Mensch Rollstuhl sitzt oder nicht,
00:48:24: ich gucke einfach mit, weil ich mitfieber,
00:48:25: weil ich einfach, ich gucke mir alles im Sport an.
00:48:27: Und das, wenn ich sagen, Rollstuhl-Bars-Geball,
00:48:29: alle mal anschauen.
00:48:30: Er möchte mal ein Spiel sehen, möchte in Wiesbaden,
00:48:33: herzlich eingeladen, darfst dich bei mir melden.
00:48:35: Man lieber mir, Mürkwald, gesagt, ich darf ganz fleißig eine,
00:48:37: eine, andere, eine, eine.
00:48:38: Sehr gut, also ich sehe schon,
00:48:40: also euer, also euer Urteil wäre,
00:48:44: dass wir beim Sport schon ein Schritt weitergekommen sind,
00:48:48: und das Paralympics uns da auch nach vorne bringt,
00:48:53: und auch die Sicht bei keinem...
00:48:55: Ich habe mal ein, sorry, ich weiß, du willst jetzt überleiten auf,
00:48:58: und jetzt ist es bald Schluss und so weiter.
00:48:59: Ich will aber ein, es sollte glaube ich nicht nur darum gehen,
00:49:02: dass da irgendwie sportliche Höchstleistungen sind.
00:49:04: Also ich glaube, also ich zumindest habe Freude überhaupt an Menschen.
00:49:08: Und daran, dass Menschen irgendwie was leisten,
00:49:11: und das muss jetzt kein nix sein,
00:49:12: wofür man eine Goldmedaille kriegt oder viel Geld oder so,
00:49:14: irgendwas.
00:49:15: Aber wie Menschen funktionieren,
00:49:17: auch vielleicht unter eingeschränkten Bedingungen und so weiter,
00:49:19: dass man sich da was von abgucken kann,
00:49:21: dass man sich inspirieren lässt,
00:49:22: aber dass man diese Menschen einfach sieht,
00:49:24: wie man andere Leute auch sieht,
00:49:26: und die bewegen sich, ob jetzt nun rollend,
00:49:29: oder sonst irgendwas, oder hüpfend, egal.
00:49:31: Aber es sind Menschen, die alle was drauf haben,
00:49:33: und jeder hat irgendetwas andere nicht haben.
00:49:35: Jetzt hast du aber auch dir selbst die Antwort gegeben auf deine Frage,
00:49:39: wie benennen wir diese Männer, sagt man, behinderte oder nicht.
00:49:44: Deswegen habe ich für mich Menschen mit Behinderung
00:49:47: oder mit Beeinträchtigung,
00:49:49: weil ich finde, in erster Linie Mensch,
00:49:51: und in zweiter Linie hat man eine Beeinträchtigung.
00:49:54: Ey, wenn ich eine Grippe habe, habe ich auch eine Beeinträchtigung.
00:49:57: Wenn ich als Frau mit 50 in den Wechseljahren bin,
00:50:01: habe ich auch eine Beeinträchtigung.
00:50:03: Das sind ja alles so Themen, was ich damit sagen will,
00:50:06: ist, wir haben alle immer wieder Beeinträchtigungen,
00:50:09: und wir sind ja alle froh, wenn wir merken,
00:50:11: dass das Gegenüber das Ernst nimmt,
00:50:14: dass man in dem Moment vielleicht anders anjustiert wird,
00:50:17: aber auf die Stärken geguckt wird,
00:50:19: und eben nicht auf das Defizit,
00:50:21: dass ich vielleicht mutigerweise zugebe,
00:50:23: obwohl es niemand sieht, oder eben auch nicht.
00:50:26: Aber trotzdem mehr arsch weniger Hose,
00:50:29: auch für Zuhause, für alle, die zuhören,
00:50:32: möchte ich dich fragen, Markus, für deine Zunft der Medien.
00:50:37: Was können die eigentlich dafür tun,
00:50:40: dass dieses Thema an mehr Relevanz gewinnt?
00:50:45: Und nicht nur zweimal im Jahr,
00:50:47: wenn Tag der Binderung und Tag der Diversität ansteht,
00:50:51: dann wird das meistens berichtet.
00:50:54: Ja, wie ich das ja das, was ich selber gemacht habe,
00:50:57: da selber, dass ich mal in die Haut eines Raustuchfahrers zu versetzen,
00:51:01: einfach das mehr integrieren,
00:51:03: insgesamt in die Berichterstattung.
00:51:05: Dazu muss eben, dass die Emotionen überhaupt erst mal da sein,
00:51:08: wie unmöglich das eben im Runde läuft,
00:51:10: und wie behindert wir diese Leute ja eigentlich machen auch dadurch.
00:51:13: Nur dadurch, dass wir eben die Bedingungen nicht schaffen,
00:51:16: da fühlen sich ja auch viel behinderter,
00:51:18: weil die ja nicht vorwärts kommen,
00:51:20: und über die Botsch,
00:51:21: da ein Ganze nicht rüber kommen und so weiter.
00:51:23: Also insofern müsste man eigentlich viel mehr integrieren,
00:51:25: und stimmt das also natürlich auch von oben,
00:51:27: dann ein bisschen mehr vorgeben,
00:51:29: gesellschaftlich mehr in den Vordergrund rücken.
00:51:32: Wie kriegen wir das hin?
00:51:34: Ja, Lars trägt ja dazu bei, oder?
00:51:36: Lars macht Inklusionsfit, genau.
00:51:39: Also ich hoffe ganz stark, dass wir dazu beitragen,
00:51:41: aber wir müssen einmal so sehen,
00:51:43: Ruhm wurde nicht in einem Tag gebaut,
00:51:45: und ich glaube nicht, dass Zeit meines Lebens auf diesem Planeten
00:51:48: wir komplett inklusiv sein werden,
00:51:50: und das ist auch utopisch.
00:51:52: Das wird ein paar Hundert Jahre dauern.
00:51:54: Wie ich auch hoffe, dass in ein paar Hundert Jahren
00:51:56: wir einmal das Thema Rassismus-Adakt dargelegt haben,
00:51:59: weil es wir nicht so anders als beim Auf-Auft-Ruiert wurde.
00:52:02: Ich glaube, dass wir dann eine gute Entwicklung leisten können,
00:52:05: und man muss mit den kleinen Schritten zufrieden sein,
00:52:07: und wir können nicht morgen erwarten,
00:52:09: dass alle unser Leben direkt Inklusionsfit sind.
00:52:11: Nein, wir müssen mit wenig auch erstmal zufrieden sein,
00:52:14: und das Wichtige ist nicht,
00:52:17: das Wichtige, das Zeug, das du dich bewegen möchtest,
00:52:19: dass du es entwickelt,
00:52:21: und vielleicht auch die, die sagen,
00:52:23: die müssen wir nicht, die müssen wir nicht erinnern.
00:52:25: Lass uns lieber die Energie erzielen,
00:52:27: um mit denen zu arbeiten, die positiv gestimmt sind.
00:52:29: Also ich finde jetzt nochmal,
00:52:31: alle, die zu Hause zuhören,
00:52:34: und selbst im Job sind,
00:52:37: also einfach mal,
00:52:39: man kann nichts falsch machen,
00:52:41: es ausprobieren.
00:52:43: Vielleicht einfach mal zum Teamleiter gehen,
00:52:45: oder vorgesetzt und mal ansprechen,
00:52:47: ob eigentlich das Thema Inklusion,
00:52:49: inklusives Arbeiten nicht mal mit auf eine Agenda kommen könnte.
00:52:52: Wir werden in den Show Notes natürlich den Link zu euch
00:52:55: las, zu Inklusionsfit führen.
00:52:58: Ich glaube auch diese Auditbogen
00:53:00: ist auch einfach mal ganz gut,
00:53:02: um mal zu reflektieren,
00:53:04: oder überhaupt sich in das Thema rein zu begeben.
00:53:07: Oder wenn jemand zuhört,
00:53:10: der Selbstführungskraft ist,
00:53:12: oder auch Unternehmer,
00:53:14: man wird mannigfaltig unterstützt,
00:53:17: ja von allen Behörden und Ämtern.
00:53:19: Man bekommt ja auch Zuschüsse,
00:53:21: um diesen Anfangsstaat
00:53:23: vielleicht erstmal mehr kostet,
00:53:25: als das er bringt,
00:53:27: gegen zu finanzieren.
00:53:29: Aber letztendlich geht es mittelfristig darum,
00:53:31: gute, loiale Mitarbeiterinnen zu bekommen,
00:53:34: die Spaß an ihrer Arbeit haben,
00:53:37: die ihren Teil zum Unternehmenserfolg beitragen wollen,
00:53:41: und die auch zeigen,
00:53:43: dass sie Arbeitsverträge,
00:53:45: auch unbefristete, wohl auch verdienen,
00:53:48: und dass man mal versucht,
00:53:50: sich von der Krote nicht automatisch frei zu kaufen,
00:53:54: das wäre mein Appell aus Unternehmersicht,
00:53:58: mehr Arsch in der Hose zu zeigen.
00:54:01: Lass du, grenzt auch so, du hast noch einen Punkt.
00:54:04: Ja, mal so,
00:54:06: dieses Freikaufen von Unternehmen,
00:54:08: es gibt auch sehr wohl Unternehmen,
00:54:10: die wollen viel mehr, aber finden die Mitarbeitenden nicht.
00:54:13: Wir sagen, wir würden ganz gern mehr einstellen,
00:54:16: man wird die Stelle nicht gefunden, was da rumholt.
00:54:18: Es gibt schon Motivierte, es gibt Tollow,
00:54:20: dann die rauszuprobieren wollen.
00:54:22: Ich habe zum Beispiel einen Taxifahrer in Düsseldorf
00:54:24: kennenlernen dürfen, der sagt,
00:54:26: hey, gib mir 20, ich stelle die alle an, super.
00:54:28: Da habe ich aber einen guten Tipp,
00:54:30: den wissen sehr wenige,
00:54:32: es gibt beim Arbeitsamt ein Integrationsfachdienst.
00:54:36: Die machen nichts anderes, das wissen die wenigsten.
00:54:39: Manche Leute, auch die beim Arbeitsakentur,
00:54:42: heißt das Entschuldigung, Arbeiten oder im Jobcenter,
00:54:45: kommen manchmal auch von sich aus nicht drauf.
00:54:47: Integrationsfachdienst,
00:54:49: super Anlaufstelle für alle,
00:54:51: die mehr wollen und inklusive arbeiten wollen.
00:54:54: Das ist auch noch so mein Tipp, Fördermittel checken,
00:54:57: gibt ganz viele tolle Fördermittel
00:54:59: und diese Integrationsfachdienste,
00:55:01: manchmal sind es auch die IHKs, wo das sitzt,
00:55:03: laut EAA,
00:55:05: einheitliche Anlaufstelle für Arbeitgebende,
00:55:07: wo ich mir denke, den Namen hätte man vielleicht
00:55:09: ein bisschen fancier gestalten können,
00:55:11: aber da bekommst du als Unternehmen
00:55:13: eine kostenlose Beratung für diesen ganzen.
00:55:16: Den Link nehmen wir auch mit in die Show Notes auf,
00:55:19: damit da keiner lange suchen muss
00:55:22: und dabei die Lust verliert.
00:55:25: Und ich glaube, es ist auch ganz wichtig,
00:55:27: wie du gesagt hast, so kleine Schritte,
00:55:29: es gibt nicht den Behinderten.
00:55:32: Ich glaube, das ist auch nochmal ganz wichtig
00:55:34: und gerade auch aus Unternehmen, wie du sagst.
00:55:36: Es gibt Stärken
00:55:39: und jeder kann drauf auf die Begründung
00:55:42: und jeder kann drauf gucken
00:55:44: beim Jobprofil, wen brauche ich da eigentlich.
00:55:47: Und das sind die Stärken wichtig,
00:55:50: das würde schon den Blick auch so ein bisschen anders drehen,
00:55:54: vielleicht auch weiten, hoffentlich.
00:55:57: Ja, und ich habe noch eine Sache, habe ich vielleicht.
00:56:01: Sprache macht viel.
00:56:04: Es ist ganz spannend, selbst darauf zu achten,
00:56:07: wie spricht man eigentlich, was sagt man eigentlich.
00:56:10: Und jetzt bin ich noch aus dem Bereich des Fussballs
00:56:12: und da heißt es noch,
00:56:14: ganz oft verspielt es zu hier für den Schwulenpass.
00:56:17: Oh Gott, ich sehe den Shitstorm schon, okay?
00:56:21: Nein.
00:56:23: Wenn ich Fußballspiele höre,
00:56:25: ich höre, dass da jedes Zweiteiligt hier das Rennen hat.
00:56:28: Wo man es früher gar nicht hinterfragt hat,
00:56:30: das ist aber jetzt ein schlechter Pass gewesen.
00:56:33: Und je älter man wird, Markus hat es ja auch gesagt,
00:56:36: wir werden reflektierter, idealerweise,
00:56:38: wir werden mehr verwerfert, wir werden mehr verwerfert.
00:56:41: Und das ist eigentlich auch genau so,
00:56:43: weil auch gerade heute wieder habe ich gehört,
00:56:45: achte, ein Spaß, die so was, das sind Wörter,
00:56:48: die vielen Wortschätzungen sind.
00:56:50: Deswegen möchte ich einfach nur einmal dafür sensibilisieren,
00:56:53: wenn ihr die Wörter gut in der Zukunft hört,
00:56:55: die jetzt da draußen zuhören,
00:56:57: vielleicht sagt man das ein, zwei Mal weniger,
00:56:59: vielleicht spricht man jemanden drauf an, sagt,
00:57:01: ey, pass mal auf, muss man ja nicht vor allem machen,
00:57:03: aber pass mal auf, ich lerne jetzt gerade für mich,
00:57:05: und so was alles, ist vielleicht nicht so zu sagen.
00:57:08: Also die Sprache macht schon sehr viel
00:57:10: und ich bekomme in meinem persönlichen Umfeld,
00:57:12: was ich halt hochgebildet und reflektiert an siehe,
00:57:14: auch häufiger noch Sachen mit, wo ich sage,
00:57:16: das kann man so vielleicht nicht mehr unbedingt sagen.
00:57:19: Okay, ohne gleich Sprachpolizei spielen zu wollen,
00:57:22: aber das sind wirklich Begrifflichkeiten.
00:57:24: Kann man mal darüber nachdenken, ne?
00:57:26: Ich glaube, jetzt, die ich genannt habe,
00:57:28: die sind, glaube ich, außer der Diskussion,
00:57:30: das machen wir schon.
00:57:32: Also, ich glaube, Markus, bei unserem nächsten Podcast,
00:57:37: der über Fußball geht,
00:57:40: können wir die Runde erweitern zu deinem Fußballfreund,
00:57:45: den wir schon bei uns hatten, das auf jeden Fall.
00:57:48: Markus, hast du etwas Neues mitgenommen, oder?
00:57:52: Ja, aber, wir haben nur jetzt eigentlich genug geredet,
00:57:57: würde ich sagen.
00:57:58: Genau.
00:57:59: Deswegen nehmen wir dich mit.
00:58:01: Deiner krummlichen Gelassenheit.
00:58:06: Einfach noch einen schönen Abend.
00:58:08: Vielen Dank, Lars.
00:58:10: Markus, bis zum nächsten Mal.
00:58:12: Vielen Dank euch.
00:58:13: Tschüss.
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