#20 Zuversicht - Gedankenspiel, das uns zu Taylor Swift bis Wurstaufschnitt führt
Shownotes
Hätte nie gedacht, dass ich mit Markus über Taylor Swift diskutieren werde. Und schon gar nicht beim Thema Zuversicht in dieser Podcastfolge von 'mehr Arsch, weniger Hose'.
Aber so, wie Markus sich seit 40 Jahren von seinen Musikidolen inspirieren lässt, tun dies vor allem viele junge Frauen von Taylor Swift. Ihre Texte vermitteln dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit, das die Zuversicht nährt, etwas aus seinem Leben machen zu können.
Vielleicht sollten wir einfach mehr Musik hören?
Denn mich treibt die Frage rum, wie wir unseren Muskel Zuversicht wieder neu trainieren können:
Ist heute wirklich alles so schlecht, war vor 20 Jahren alles besser oder sind wir heute nicht freier denn je diskutieren wir und vieles mehr:
01:00 Einführung in das Thema Zuversicht 03:54 Gesellschaftliche Fortschritte und positive Entwicklungen 07:00 Reflexion über die Vergangenheit und Nostalgie 09:55 Musik als Ausdruck von Zuversicht und Selbstermächtigung 13:04 Die Rolle der Musik in der heutigen Gesellschaft 16:06 Kreativität und Leistung in der Musikindustrie 19:00 Die Herausforderungen der modernen Medienlandschaft 22:44 Vertrauen in die Medien und Politik 26:17 Die Rolle der Parteien in der Gesellschaft 28:14 Soziale Medien und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft 33:01 Persönliche Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung 36:08 Einfluss der Einwanderung auf die Gesellschaft 37:00 Ernährung und Gesundheit im Wandel 38:24 Moralische Entwicklungen in der Gesellschaft 40:40 Innovationen in der Lebensmittelindustrie 42:07 Herausforderungen der Elektromobilität 44:11 Lieferketten und moralische Verantwortung 46:52 Politische Entwicklungen und gesellschaftliche Verantwortung 49:04 Persönliche Verantwortung und Zuversicht
mit Tipps und Anregungen für alle, die die Zukunft halbvoll statt halbleer beschreiten wollen, um mehr Arsch in der Hose für sich selbst zu haben.
Wir freuen wir uns auf Dein Kommentar, Lob, Kritik und Ideen auf Linkedin oder direkt an: nicola@wies-doch-geht.de
Unsere Shownotes:
Wer in ein bestimmtes Jahr Rückblicken möchte, kann das hier aufrufen, einer Website vom Haus der Geschichte in Berlin
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich hätte nie gedacht, dass ich mit Markus wirklich mal über Taylor Swift diskutieren werde und schon gar nicht beim Thema Zuversicht in dieser Podcast-Folge von mehr arschweniger Rose.
00:00:13: Aber so, wie Markus sich seit über 40 Jahren von seinen Musikidolen inspirieren lässt, tun dies wohl heutzutage vor allem sehr viele junge Frauen von Taylor Swift.
00:00:24: Ihre Texte scheinen dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit zu vermitteln, dass die Zuversicht nähert, etwas aus seinem Leben wirklich auch machen zu können.
00:00:35: Und deshalb vielleicht sollten wir einfach viel mehr Musik hören.
00:00:39: Denn mich greibt die Frage, wie wir unseren Muskel Zuversicht wieder neu trainieren können.
00:00:45: Ist heute wirklich alles so schlecht? War vor 20 Jahren wirklich alles so viel besser?
00:00:51: Oder sind wir heute nicht freier denn eh? Darüber diskutieren wir und vieles mehr.
00:00:57: Hallo Markus. Hallo Nick.
00:01:02: Guten Morgen. Von der Sonne beschieden. Das passt sehr gut zu unserem heutigen Thema, dass die Sonne auf uns runterstrahlt.
00:01:11: Heute wollen wir mal ein Gedankenspiel machen und zwar um das Thema Zuversicht.
00:01:17: Also vielleicht schaffen wir es heute einen Blick auf unsere Gesellschaft, auf die Welt zu werfen, dass nicht geprägt ist, von "Alles ist so schlecht" und gar nicht mehr zur Hand haben und die Zukunft, oh Gott, oh Gott.
00:01:35: Sondern vielleicht schaffen wir es so etwas wie Zuversicht da drin auch zu sehen.
00:01:40: Ja du widersprichst hier direkt schon ein bisschen selber, ne? Du sagst vielleicht schaffen wir es. Also du bist so fast technisch.
00:01:46: Nein, ich bin immer vorsichtig.
00:01:48: Ja, aber Zuversicht sieht immer anders aus. Zuversicht hat nichts mit Vorsicht zu tun. Also schon widerspruch an sich.
00:01:54: Ja, hast du recht? Oh Gott, soll man nochmal neu anfangen.
00:01:57: Nee, das zeigt halt wie du geprägt bist von dieser Negativstimmung, die ja überall herrscht und irgendwie die alle Leute verrückt macht und verdummt und ja, schlecht drauf macht und ein Wahnsinn, was hier passiert.
00:02:10: So, dann legen wir gleich mal los und sammeln mal was wir an guten Nachrichten und guten Erlebnissen mitgebracht haben. Marco, sagst du mal an.
00:02:21: Ja, wie... zur Einstimmung, damit ich hier die volle Kraft beim Krieg.
00:02:29: Ja, meine Güte, also kommt ja drauf an, wie man das betrachtet. Also wenn man weltweit betrachtet, dann ist es ja sowieso sowas von offensichtlich, weil die Zahl der Kindersterbigkeit ist extrem gesunken.
00:02:42: Dann die Zahl der Alphabetisierung ist total gestiegen, immer mehr Mädchen gehen zur Schule und studieren.
00:02:51: Dann hast du natürlich die Gleichberechtigung jetzt von Frauen, kannst du auch auf Deutschland beziehen. Also in 60er Jahren durften Männer, Frauen, durften oder man entscheiden, ob Frauen arbeiten dürfen oder nicht.
00:03:04: Also es hängt davon ab, wo fängst du an, wo ist der Vergleichsrahmen. Also ganz früher war es eben noch schlimmer mit Pest und Kohlerrauer und es gab keine Toiletten und es gab gar keinen elektrischen Strom und die Leute haben ihre Abfälle auf die Straße gekippt und die Städte stanken wie die Pesten und die Leute stammen mit 30 Jahren.
00:03:20: Das ist ganz lange her.
00:03:22: Ja, das ist ganz lange her, so und jetzt aber 60er, 70er Jahre, dann eben hier Schwulenrechte und so weiter. Schwule können sich jetzt offen in Straßen zeigen.
00:03:31: Ja, ob das jetzt eine islamische Welt hat natürlich nicht und wenn die islamische Welt nach Deutschland kommt, dann eben auch eher nicht, aber sonst eben schon.
00:03:40: Also insofern hat sich ja wahnsinnig viel, auch Trans-Leute und so, die sind alle viel freier und was sich da an gesellschaftlichen Freiheiten getan hat, dann kann es die Legalisierung von Cannabis dazunehmen, ob ich die gut finde, weiß ich nicht.
00:03:57: Aber trotzdem ist das ja für viele Leute, ist das gut und die werden nicht mehr kriminalisiert und das Maß an gesellschaftlicher Freiheit ist schon sehr viel größer.
00:04:06: Ja, also Lebensentwürfe können gelebt werden, also das...
00:04:11: Ja, was ich halt...
00:04:13: Es ist eben ganz schwer, so ein großes Bild zu kriegen. Also früher war es anders als eben auch so, als ich groß geworden bin.
00:04:20: Es war klar, wenn du ein regelmäßiges Einkommen hattest, wenn du Beamter warst und im Grunde, wenn du bei der Post warst und wenn du bei der Bahn warst, dann hast du irgendwann ein Häuschen gehabt.
00:04:30: Und das war klar, da konntest du dich darauf verlassen, du hast ja ein sicheres Einkommen, die Banken haben dir sofort Geld geliehen. Heute leitet ja eigentlich keiner mehr Geld.
00:04:37: Die Banken sind alle viel zu vorsichtig und die sind halt nur Geldgeierig und wollen ihre Sicherheiten und die Finanzierung, um Haus zu kriegen, kannst du gleich in dein Haus selber finanzieren, bevor du irgendwie den Banken davon was abgibst, ich polemisiere gerade.
00:04:54: Aber trotzdem, sowas war natürlich...
00:05:00: Und was hast du heute? Du kannst sehr viel billiger einkaufen, guck dir dieses Aldi und Liel an und so weiter. Für wie wenig Geld du jetzt auch lecker essen kannst, das ist auch für wie wenig Geld du dich einkleiden kannst.
00:05:13: Wahnsinn, es gibt dieses Second Handland, die gab es früher auch alle nicht. Da gibt es ja total super Sachen.
00:05:19: Ja, hört sich jetzt für manche das sicher wieder total blöde an, aber ich finde, du kannst eigentlich mit relativ wenig Geld, mit viel weniger Geld als früher, kannst du heute vernünftig leben.
00:05:29: Okay, dann zählt nicht dazu ins Kino zu gehen. Wahrscheinlich.
00:05:33: Wahrscheinlich, aber es ist billiger Netflix runter zu laden, zumindest dass es das 100-Apokal betrifft.
00:05:42: Ja, das auch.
00:05:44: Aber nochmal, also dieses Zuversicht, also ich bin auf das Thema gekommen, weil es gibt ja Parteien, die versprechen, also wenn wir alles wieder so machen wie vor 20 Jahren, dann geht es uns allen wieder super.
00:05:59: Und ich habe mir mal diese 20 Jahre genommen und es gibt Haus der Geschichte in Berlin, da kannst du eine Jahreszahl eingeben und dann werden ja alle Ereignisse, die im Jahr, in dem Fall 2004 waren, werden ja aufgelistet.
00:06:19: Und den Spaß habe ich echt gemacht und man vergisst ja auch so viel, ich vergesse so viel.
00:06:25: Aber ich musste wirklich feststellen, also wir hatten immer Kriegszustände, also es war immer so, dass auf der Welt irgendwo und mit Jugoslawien kam es ja auch in unseren Nähe auf den europäischen Kontinent, davor war alles irgendwie viel weiter weg.
00:06:44: Wir hatten immer wahnsinnige innenpolitische Auseinandersetzungen, als wir Arbeitslosigkeit ohne Ende hatten, dann kam die H4-Reform, das hat uns zerrissen, auch da wurde von Spaltung gesprochen.
00:06:58: Also ich dachte, es ist komisch, dass wir eigentlich dieser Erzählung so vertrauen, wenn uns jemand sagt, du, ich mache für dich das wieder alles wie vor 20 Jahren ist und dann ist die Welt wieder in Ordnung, wo ich mir mal denke, was haben die Leute für ein Bild?
00:07:12: Was habe ich für ein Bild, was war es vor 20 Jahren so viel besser? Weißt du das für dich?
00:07:18: Ja natürlich, also ich pass auf, ganz kurios geschieht die gestern, wie meine Tochter, die ist jetzt 18, wir spazieren gegangen durch unsere Siedlung, da war eine Baustelle, da glimten drei Lichter und ich sagte meiner Tochter, ey früher waren hier, hingen hier Petrol, also früher, vor 50 Jahren oder so, hingen da ein Baustellen, in meiner Siedlung, in Müller, in der Ruhe, hingen da noch Petroleumlampe und die konnte man einfach nehmen und klauen.
00:07:41: Weißt du jetzt, Nikola, warum ich das als positive Geschichte erzählt habe?
00:07:47: Weil du so als wir Wohlnutzer machen konnten?
00:07:50: Nein, weil damals das Vertrauen offenbar der Gesellschaft so groß war, dass man Petroleumlampe hingen kann ohne die zu sichern, ohne dass die geklaut werden.
00:07:58: Also so war die Zeit damals, sondern dann haben offenbar Leute wie ich die Petroleumlampe geklaut haben oder haben dann dazu beigetragen, vielleicht auch, dass es jetzt auch unsicherer ist, wobei ich dann eben sagen würde, okay, wer weiß, was ich jetzt machen kann,
00:08:08: wobei ich dann eben sagen würde, okay, wir waren alle letztlich trotzdem an der Gute erzogen und haben niemanden sonst Böses zu leide getan.
00:08:16: Aber so das Sicherheitsgefühl habe ich mich gestern gefragt, weil das eigentlich früher größer, ne?
00:08:23: Ja.
00:08:24: Andererseits ist man früher eben auch, bin ich ständig verprügelt worden.
00:08:27: Also in der Schule gab es ständig Klopper rein, aber auch dann draußen in der freien Natur.
00:08:32: Dann gab es die Jungs aus den Sozialsiedlungen und haben uns anderen aus unserer schönen Wohnsiedlung, haben uns verklappt.
00:08:38: Allerdings sind die nicht mit Springerstiefeln auf uns rumgesprungen, ne?
00:08:42: Also wir haben dann eine geklebt gekriegt und sie haben uns auf den Boden geworfen und so, das waren eher so Männigkeitsrituale.
00:08:49: Es war so nicht so schlimm, ne?
00:08:50: Andererseits geklappt wurde sich viel, viel mehr, ne?
00:08:53: Das war überhaupt keine Frage.
00:08:55: Also insofern, ich habe immer noch das Gefühl, aber ich komme eben aus der Zeit, was ist wenn ich an Musik denke, mich macht Taylor Swift und so, das macht mich wahnsinnig.
00:09:03: Ich respektiere dir als Mensch, ne?
00:09:05: Das ist sicher ein toller Mensch und die hat unfassbar Mut und die hat Talent und kann auch besser singen als ich.
00:09:10: Das gebe ich auch gerne zu und sogar auch besser Gitarre spielen.
00:09:13: Sieht auch besser aus.
00:09:15: Sieht auch, na mit dem Aussehen ist glaube ich nicht, aber das ist echt geschmackssatt.
00:09:20: Da ist ja, wenn ich da an der Monde rote denke, dann würde ich auch sagen, die Zeiten waren früher besser, aber die waren ja auch eine Schauspielerin und keine Musikerin.
00:09:27: Ja, aber weißt du was das war?
00:09:29: Ne, aber was, wollen wir mal, lasst uns mal eben den Gedanken mal zu Ende führen.
00:09:32: So, na und früher war eben die Strasse, so Leute wie Roy Gallega, ne?
00:09:37: Der hatte eben so ein Holzfellerhemd und die Konzerte waren eben so, da waren drei Leute auf der Bühne, Drums, Bass und Gitarre.
00:09:45: Die standen einfach auf der Bühne und da waren keine Lichtschaugeln und nix und da liefen auch keine Leute durch die Gereien und haben Popcorn verkauft.
00:09:53: Ich kann das manchmal nicht fassen und da frage ich mich eben, bin ich ein alter Sack, weil ich das früher war das eben nicht so, ja.
00:09:59: Aber heute die Leute knuspern dann mit ihren Eimern von Popcorn in Konzerten, selbst beim Niljankonzert, man fasst das nicht.
00:10:06: Also da würde ich sagen, wie verkommen ist unsere Kultur eben einfach geworden, ne?
00:10:11: Und trotzdem sehe ich, dass meine Tochter monatelang dann eben auf Taylor Swift Konzert spart, Konzerte sind ja auch viel teurer und dann aber total glücklich zurück kommt.
00:10:20: Ja, die kommt total glücklich zurück und die hat genauso im Spaß letztlich an diesen Konzerten wie ich.
00:10:25: Ich finde das halt scheiße eigentlich, ich finde das keine Musik, ja, das ist irgendwie austauschbar und die Stimme so nimmert's gut.
00:10:33: Jetzt sprichst du wieder alte Vater aus der Eichgliederbahn.
00:10:36: Ja, aber ich hinterfrage das ja, deswegen ich sage ja selber, ich fand früher vieles besser und ich habe mich auch dabei besser gefühlt.
00:10:45: Ich fand das cool, damit Punks und Popcorn und Freaks und es waren so diese unterschiedlichen Gruppierungen, mit denen man sich so auseinandersetzen konnte.
00:10:55: Ich fand das irgendwie klasse.
00:10:57: Aber andererseits ist es heute natürlich, andererseits ist es heute eben nicht mehr so polarisiert. Stimmt natürlich auch nicht so ganz.
00:11:09: Ja, war es nicht. Also was ich zum Beispiel um auf deinem Taylor Swift Vergleich, also ist ja egal ob wir was mit der Musik anfangen können,
00:11:18: aber was ich schon faszinierend finde ist die schiere Masse vor allem an jungen Mädchen, die irgendwie eine Bestärkung in der jungen Frau finden.
00:11:30: Also weil nichts anderes ist, die können, die Lieder nachsingen, die fühlen sich da abgeholt, wie man heute so schön sagt, also man muss abgeholt werden.
00:11:39: Die identifizieren sich damit und sind deshalb auch bereit, Warnere viel Geld dafür auszugeben, um genau diesen Moment zu erleben.
00:11:48: Und ich sage ja, das war früher, wie du beschrieben hast, dann mit anderen Musikern und da konnte man dann auch die Reime und die Lieder, die Texte mitsingen.
00:11:59: Aber weißt du, ich frage mich immer, wenn ich die jungen Leute auch sehe, schau mal, über was können die sich eigentlich zu uns abgrenzen, zu uns Älteren?
00:12:07: Wir versuchen ja auch weiterhin jugendlich zu sein, dieselbe Kleidung zu tragen.
00:12:11: Wir haben den cooleren Musikgeschmackgefühl und dann denke ich mir immer, wenn du dann Kind bist und jugendlicher und siehst da deine Eltern, die auch mit zerrissenen Hosen noch rumlaufen.
00:12:21: Ich mein, wie willst du dich da abgrenzen?
00:12:25: Genau, das richtig. Hab ich vielleicht schon mal erzählt, aber das ist irgendwie meine Geschichte zu dem Thema. Marlina fand ja, als sie klein war, durch meinen Einfluss natürlich die Remont super.
00:12:37: Die Lehrerin fragte sie, was deine Lieblingsband, Marlina sagte die Remonts, die Lehrerin konnte sich fassen, sagte, glaube ich dir nicht, sagte Marlina, sagte dann ein Lied, ja.
00:12:46: Ui, da war die Lehrerin Baff und wow, Ausweis, guten Musikgeschmacksremonts.
00:12:50: Ihr erstes Konzert war dann aber von einer schwarzen Band, X-Nas Way, oder irgendwie sowas heißt dieser Typ, ein schulerschwarzer Sänger, mit zehn schwulen schwarzen Sängern auf der Bühne und Playback.
00:13:01: Aber offen Playback, also nicht gefaked, sondern offen, der hält das Mikro wirklich weit von sich weg.
00:13:06: Kann man da Musik nennen? Keine Ahnung.
00:13:08: Ich war total enttäuscht, dass ich mir das angeguckt hatte und sagte, früher Beatles, Rolling Stones und so, da war Revolution, das war Gesellschaft verändern, das hatte Musik noch eine Bedeutung.
00:13:19: Und da guckte mich nur an und sagt, Papa, dann euch hatten wir schon, oder das hatten wir schon, ja.
00:13:26: Das finde ich gut.
00:13:27: Und das ist es.
00:13:28: So, genau.
00:13:29: So, das hat mir echt den Stecker gezogen und vor allem, weil die Mädels auf ihren Playlists, die hören heute Beatles und Rolling Stones.
00:13:35: Das ist auch der Playlist drauf, da ist leider ganz viel anderes noch drauf.
00:13:38: Aber das, was früher war, das haben die ja auch noch.
00:13:41: Und jetzt haben die zusätzlich den anderen Kram und da können sie ja freiwillig entscheiden, hören wir das oder hören wir das nicht.
00:13:47: Aber es ist alles da und du kannst jetzt drauf zugreifen und du musst nicht für 15D-Mark eine LP kaufen, sondern du kannst es heute eben streamen.
00:13:55: Die Qualität ist schlechter und die Musiker werden verarscht und kriegen weniger Geld, das ist alles sauer ungerecht.
00:14:00: Aber letztlich ist eben auch hier, du hast natürlich echt Zugang zu verdammt viel Musik und das ist natürlich für Millionen oder Milliarden von Menschen auch ein Segen letztlich.
00:14:10: Ja, also ich glaube, was man auf jeden Fall sagen kann, das kann jeder für sich nachvollziehen, ist, dass Musik ein ganz wichtiger Faktor ist, zuversicht fürs Leben zu kriegen, oder?
00:14:20: Also egal, mit welcher Musikrichtung, mit welchem Künstler, aber das biegt einem so im Alltag auch mal kurz weg oder gibt einem auch irgendwie neue Kraft oder neue Inspiration, wie ich mit meinem Leben umgehen kann.
00:14:34: Also das Gefühl habe ich zum Beispiel bei den Taylor Swift Fans, also vor allem den weiblichen Fans, dass sie irgendwie so ein bisschen spürende Geitlern zu bekommen.
00:14:43: Und das finde ich gut dran, also weil diese Musik und diese Frau und diese Bewegung, denn ich sage mal, pure Zuversicht ist für mich.
00:14:52: Da fällt mir gerade ein Taylor Swift, steht ja eher so für Selbstermächtigung, früher ging es darum, die Verhältnisse zu verändern, macht kaput, was euch kaput macht von den Tonstein-Scherben oder was von Toten Hosen, ich glaube Tonstein-Scherben, genau, macht kaput, was euch kaput macht.
00:15:07: Dann im Tank Sexpistols und so weiter, da ging es immer um die Verhältnisse zu verändern, aber daraus haben einzelne Leute natürlich auch Kraftgeschöpf, früher waren ja die Verhältnisse, das war ja unfassbar.
00:15:19: Also die Mädels hier alle gekreischt haben bei Beatles, also eine Erklärung dafür ist, dass Frauen damals eben so unterdrückt wurden und nur Kinderküche, Kirche, und das war die einzige gesellschaftliche Möglichkeit, den ganzen Frust rauszuschreien.
00:15:33: Und deswegen haben die Beatles-Konzerten so lange geschrien, bis die Beatles ja auch deswegen aufgehört haben, Konzerte zu spielen, weil die haben gesagt, dann haben wir ganz immer den ganzen gekreischen.
00:15:40: Aber insofern ist es auch ein Beweis dafür, da belegt dafür, dass die Zeiten damals insgesamt viel schwieriger waren für die meisten Menschen und deswegen die Verhältnisse heute sich zum großen Teil gebessert haben,
00:15:55: du hast viel mehr Möglichkeiten nicht selbst zu verwirklichen und Ausdruck davon ist im Taylor Swift, die die Selbstverwirklichung im Weiteren in den Vordergrund steht.
00:16:04: Ja und weißt du, was ich an der auch noch gut finde, ich habe das Gefühl, ohne jetzt so tief in ihren Texten zu sein, sie gibt schon auch mit, also es geht darum, dass du dich selbst ermächtigst oder stark bist, die stark fühlst, nach vorne gucken kannst, aber auch um was zu ändern.
00:16:24: Vielleicht sogar zum besseren zu machen und das gefällt mir an dieser Frau, also nicht nur dieses Achtsamkeits-Getur, weißt du, du musst oft gucken und hier deine morgen, Gretuale, Abend, Gretuale, da gucke ich nur die ganze Zeit auf mich selbst.
00:16:38: Und vergess eigentlich den zweiten Schritt zu sagen, okay, was mache ich mit dieser neu gewonnenen Stärke, wie bringe ich es ein in die Gemeinschaft, um was besser, was vielleicht auch zu bewerken?
00:16:49: Das finde ich auch gut, ich bin eigentlich derjenige, der sagt, viel ist es eben besser als früher, aber man muss ja auch immer ehrlich bleiben.
00:16:59: Was ich eben einfach trotzdem, eben die Leistung ist eben einfach, ich vermisse so den Willen zur Leistung, gerade am Beispiel der Musik, da stoppeln die Leute sich irgendwas zusammen nach bestimmten Kriterien, der Refrain, der muss jetzt viel früher kommen, weil das entspricht mir den Streaming-Gewohner, sonst sind die Leute sofort weg.
00:17:17: Das heißt, wenn man das überhaupt noch Musik nennen kann, das verändert sich, also die andere Reihung von Tönen, die von Computern zum Teil vorgegeben wird, das verändert sich eben alles dramatisch.
00:17:27: Und früher, wer kann überhaupt noch so spielen wie Roy Gallagher oder Vinil Young oder solche Leute, wer kann das überhaupt noch?
00:17:35: Vielleicht können das Leute, aber ich weiß nicht, ob die sich solche Mühe geben, denn auch Jimmy Hendrix und solche Leute, die waren wahnsinnig, das waren besessen, das waren nicht nur Tattoo-Talente.
00:17:44: Jimmy Hendrix ist mit seiner Gitarra umhals, ist jetzt im Frühstück gegangen, Roy Gallagher hat seine Freunde mit seiner Gitarre ständig betrogen, die haben die ganze Zeit gearbeitet.
00:17:52: Die haben ganz hart gearbeitet, um wirklich richtig gut zu werden.
00:17:55: Und im Musikbises, du musst heute nicht mehr gut sein, du musst einfach hübsch aussehen, du musst einen cleveren Produzenten haben, du musst eine gute Drummaschine haben.
00:18:02: Ja, das stimmt aber nur auf der einen Seite, glaube ich.
00:18:05: Und das glaube ich, gab es auch schon immer, weil es geht ja am Ende dann doch ums Geld verdienen, sobald du sozusagen dein eigenes Zuhause verlässt und so sagen andere Leute dafür begeistern willst, was du da machst.
00:18:15: Was aber schon auch jetzt möglich ist, dass du dich einfach in den sozialen Medien bewegen kannst und auf einmal von heute auf morgen zum Star wirst, weil du entdeckt wirst von deinen zukünftigen Fans, ohne großes Plattenlabel und so weiter.
00:18:32: Das ist ja meistens im zweiten Schritt.
00:18:34: Und auch da wieder ein gutes Beispiel von Taylor Swift, als die vereinnahm wurde von ihrer Plackenfirma und alle Rechte, die irgendwie verloren hat.
00:18:45: Was hat sie gemacht?
00:18:46: Die hatte ihre alten Songs wieder neu eingespielt, um wieder die eigenen Rechte dran zu bekommen.
00:18:51: Also weißt du, das ist ja etwa so, du sagst so, ey, da verhasst du nicht in dich Ärgern, da kannst du ja die Millionen quasi nur vor dich fließen sehen, aber auch dieses Gefühl, du wirst betrogen von so einer Geldmaschinerie.
00:19:07: Und das macht die, sagt, ey, ich nehme sie neu auf und sag meinen Fans, hört bitte diese Aufnahmen an und nicht die anderen.
00:19:15: Genau, und das wäre früher eben nicht möglich gewesen, auch dieser ganze Sexismus und HW Weinstein und bei der Besetzung, dass die Mädels da mit den fetten glatzköpfigen Jungs schlafen müssen und so weiter, um Jobs zu kriegen.
00:19:29: So was ist eben alles auch.
00:19:31: Das ist jetzt alle sehr viel besser.
00:19:33: Und natürlich angesprochen aus, die Selbstmächte die Möglichkeit jetzt im Internet dann eben zum Start zu werden.
00:19:39: Aber hier ist es eben auch, das, was ich glaube, die Oberflächlichkeit ist viel größer geworden und dass man nicht mehr so viel leisten muss unbedingt.
00:19:48: Weil du musst natürlich, wenn du damals Journalist werden wolltest, ne, das war zu meiner Zeit, das war sehr, sehr, sehr schwer.
00:19:54: Und du musst das verdammt gut sein.
00:19:56: Und ich habe auch nicht auf den Pfennig geachtet.
00:19:58: Das war mir scheißegal.
00:19:59: Du hast ein wahnsinnig niedriges Zeilengeld gekriegt.
00:20:01: Das war mir egal, weil das so eine große Aufgabe war und in da reinzukommen überhaupt, musstest du dich so anstrengen und so gut sein.
00:20:09: Und du bist dann eben auch gut geworden.
00:20:11: So, und jetzt eben, was schreiben die da alle da im Internet?
00:20:14: Und dann wird das auch noch geglaubt, was die da schreiben.
00:20:16: Das ist teilweise nicht nur talentfrei.
00:20:19: Man wird mit ganz viel talentfreiem konfrontiert, weil es eben jetzt keine Kontrollmechanismen mehr gibt.
00:20:26: In Zeitungen und in Medienhäusern.
00:20:28: Da wird eben, es ist ein gewisser Qualitätskontrolle.
00:20:31: Da kannst du eben auch nicht mehr so ein Scheiß bringen.
00:20:33: Ich dachte jetzt gerade hier mit meinem Nachbarn, der hat mir dann erzählt, weißt du eigentlich hier von Zelenskis Ehefrau,
00:20:40: die hat da jetzt so einen teuren Sportwagen gekauft für 4,5 Millionen Euro.
00:20:44: So, ich sage quatsch, das wüsste ich.
00:20:48: Er sagt da, ja, du guckst ja immer nur deine Westmedien, ne?
00:20:50: Ja.
00:20:51: So, dann habe ich das jetzt, und das ist ein total netter Anständiger Mensch.
00:20:55: Total.
00:20:56: Also, jetzt habe ich das jetzt mal gegugelt und dann in der Tat kam raus.
00:20:59: Es ist ein Fake, aber es hat eben einen Mitarbeiter eines Autohauses in Paris, hat das eben gepostet.
00:21:04: 4,5 Millionen Mal.
00:21:06: Die Leute haben es alle geglaubt und verkaufen das jetzt als Fakt.
00:21:09: So, und da habe ich mir eben gedacht, das habe ich ihm auch geschrieben und das hat er auch akzeptiert,
00:21:13: dass er das Gute an den Westmedien ist, da gibt es Kontrolle.
00:21:16: Ein Westjournalist, ein Journalist, der das geschrieben hätte,
00:21:18: wäre so vorhin lassen worden, wenn er so ein Scheiß geschrieben hätte, ohne das nachzurecherchieren.
00:21:22: Das heißt, mir kommt es eben auf Qualität an und ich frage mich,
00:21:27: ob Qualität noch so hochgehangen wird wie früher.
00:21:31: Das ist, da bin ich ein bisschen wehmütig, da bin ich wehmütig.
00:21:35: Also, ich sehe da drin noch so einen anderen Punkt mit deiner Geschichte, mit dem Nachbarn.
00:21:41: Also, ich glaube, vielleicht das Thema Vertrauen.
00:21:44: Also, ist ein Vertrauen gehört ja zur Zuversicht, oder ist für mich eine Voraussetzung.
00:21:49: Also, wenn ich Vertrauen setze in die Politik, in die Gesellschaft,
00:21:54: dass eben auch Regeln eingehalten werden, dass die Qualität kontrolliert wird,
00:22:01: dass ich den öffentlichen Medien oder Publikumsmedien vertrauen kann.
00:22:06: Ich glaube, da ist wirklich ein Punkt, der sich geändert hat.
00:22:11: Und wo ich mich auch die ganze Zeit frage, wie kriegen wir in der Breite wieder das Vertrauen darin zu rufen,
00:22:18: darin zurück, dass die agierenden Personen, in dem Fall dann gewählte Politiker
00:22:25: oder die Institution oder eben Journalisten, die dafür bezahlt werden
00:22:31: und nicht nur nach Anzeigenkunden und Klickraken schreiben,
00:22:35: dass da versucht, zumindest versucht wird, die Wahrheit zu schreiben.
00:22:41: Ja, da weiß ich gar nicht, ob sich das so verändert, hat ich meinen Binnerschinalist.
00:22:46: Also, es gab eine Phase auch in den 90er Jahren, wo das mit den Privatmedien hochkam.
00:22:52: Da habe ich das Gefühl gehabt, da verderben wirklich die Sitten,
00:22:55: weil da haben auch Zeitungen wie die Berliner Zeitungen, die haben einfach richtig Quatsch geschrieben.
00:22:59: Um zu konkurrieren, haben die wirklich die Hemmschwelle zu übertreiben
00:23:05: oder was Falsches zu schreiben, die ließ, glaube ich, gesunken.
00:23:08: Mittlerweile, nämlich war, ich glaube, manche kapieren das eben schon,
00:23:11: dass in diesem Strom von falschen Informationen und so weiter,
00:23:16: all dem, was man im Internet kriegt, dass die einzige Chance, der etablierten Medien eben ist,
00:23:20: wirklich seriös zu sein, wirklich Fakten zu schicken, differenziert zu sein.
00:23:24: Und da gibt es echt gute Beispiele.
00:23:26: Also, ich glaube, dass die Berliner Zeitungen inzwischen auf einem neuen Niveau,
00:23:28: ist der Tagesspiegel auch, die Zeit sowieso, die Zeit gewinnt ja auch an Abonnenten dazu.
00:23:33: Ich glaube, die Fehlerkultur ist viel größer geworden, man erkennt das sofort ein.
00:23:39: Öffentlich rechtliche Rundfunk weiß ich noch nicht so viel.
00:23:42: Ich glaube, da ist was dran am Rotfunk und dass da besonders viele Grüne da rumspringen,
00:23:48: die dann ihr Weltbild da mit reinbringen.
00:23:50: Ich fürchte, da ist echt was dran.
00:23:52: Bisschen zu einseitig.
00:23:53: Das ist zu einseitig.
00:23:55: Da werden einfach nicht die gesellschaftlichen Strömungen werden nicht,
00:23:58: da müssen auch Leute aus der AfD oder so, müssen da auch viel mehr sein.
00:24:02: Einfach möglichst entsprechend eben genau wie Leute aus anderen Ländern oder so weiter.
00:24:06: Da versucht man Zeit.
00:24:07: Und breites Meinungsspektrum müsste vertreten sein.
00:24:09: Genau.
00:24:10: Du versuchst 50 Prozent Frauen, du versuchst aus den Ländern anteilsmäßig
00:24:15: und du musstest eben auch Menschen, die rechts drinken,
00:24:17: anteilsmäßig eben auch mehr zu Wort kommen lassen.
00:24:20: Für mich ist das schwer träglich, ich kann alles weideln und so.
00:24:22: Ich schalte sofort weg.
00:24:24: Deswegen kann ich gar nicht beurteilen, ob die reden kann,
00:24:26: weil ich ertrag diese Frau nicht und trotzdem muss sie da sein.
00:24:29: Trotzdem bin ich dafür, dass sie kommt.
00:24:31: Ich gucke es dann halt nicht, ich nehme die Freie raus, ich gucke es nicht,
00:24:33: weil ich die nicht ertragen kann, aber sie muss da sein.
00:24:36: Dass sie unterbunden wird von vornherein ist eben ein ganz, ganz schwaches Bild.
00:24:39: Und dann geht die eben zu den sozialen Medien und dann gucken die Leute sich
00:24:42: zu den sozialen Medien an.
00:24:44: Und da wird sie nicht hinterfragt, weil die Leute alle überhaupt keine Ahnung haben,
00:24:46: wie man Interviews führt, weil sie es nicht gelernt haben.
00:24:49: Es sind zu viele Leute unterwegs, die nicht richtig was gelernt haben
00:24:53: und das Niveau sinkt in den Schulen ja offenbar auch.
00:24:57: Obwohl ich das natürlich nicht so genau beurteilen kann.
00:24:59: Was ist auch der Niveau sinken?
00:25:01: Ja, also was ich gut finde, apropos Zuversicht, weil du hast jetzt,
00:25:07: wie komme ich da drauf, genau über die öffentlich-rechtlichen Medien,
00:25:11: breites Spektrum eigentlich sollte auch jede, ja ich sage mal jede Berufszweig da auch,
00:25:17: also Herkunft und Sexualität sowieso, also kein Thema, aber auch jeder Berufszweig.
00:25:23: Und was ich eine super Nachricht fand und wo ich richtig so innerlich dachte,
00:25:27: wow das finde ich echt gut, ist, dass wohl der Bruch der Koalition,
00:25:33: der Ampelkoalition dazu geführt hat, dass gerade die kleineren Parteien
00:25:38: ihre Zulauf gerade erfahren.
00:25:42: Ja genau, das ist...
00:25:44: Mitgliedern wo ich sage, das finde ich erstmal gut,
00:25:47: dass dieses Meinungsspektrum auch zu einer Aktion führt,
00:25:52: weil jeder von uns hat natürlich eine Meinung zu den Geschehnissen,
00:25:57: aber dass jetzt auf einmal anscheinend zumindest ein kleiner Ruck stattfindet,
00:26:01: dass Leute sagen, okay ich will nicht nur meine Meinung absondern,
00:26:05: sondern ich will auch in die, sage ich mal, Kanäle reingehen und Institutionen,
00:26:10: wo ich auch faktisch was verändern könnte und das Sinn in dem Fall parteien.
00:26:14: Ja, sie haben auch wieder einerseits, andererseits.
00:26:17: Und einerseits ist natürlich, wenn ich mir überlege, wie das war vor 40 Jahren.
00:26:20: Also da war erst mal vor 40, 50 Jahren, war es ja so.
00:26:23: Da gab es noch nicht mal die Gründe.
00:26:25: Ja, da hat eine Rolle gespielt, ob du evangelisch warst oder katholisch.
00:26:28: Und ob das, das habt ihr über bestimmt, ob du zum Beispiel in der Partei,
00:26:31: ob du noch aufsteigen konntest oder nicht.
00:26:33: Dann stellt ihr so ein Tanker, wie die SPD vor die vorher noch,
00:26:36: die früher mal wirklich noch arroganter war als heutzutage.
00:26:39: Und total von sich überzeugt war.
00:26:41: Und da, die Namen zu machen, da hochzukommen,
00:26:43: das war ein Unfass bei Stehr.
00:26:44: Heute gründeten einfach deine eigene Partei.
00:26:46: Super, ne?
00:26:47: Andererseits ist natürlich, wenn der Partei wie die SPD damals natürlich hat,
00:26:51: unterschiedlich Strömungen aufgefangen, hat die Leute dazu gebracht,
00:26:54: die ganz unterschiedlich Ticken sich miteinander auseinanderzusetzen.
00:26:57: Und das ist halt der unheimlich große Wert von Volksparteien.
00:27:00: Deswegen ist es natürlich auch schade, dass du die nicht mehr hast.
00:27:03: Und jetzt lobst du zwar irgendwie zu Recht,
00:27:05: man kann jetzt schnell kleine Parteien gründen, man kann da Einfluss nehmen.
00:27:10: Aber dadurch zerfasert natürlich jetzt wieder alles.
00:27:13: Es wird viel schwieriger, Koalitionen zu bilden.
00:27:15: Es ist einfach so stabil.
00:27:17: Ja, aber wenn die Meinungen komplexer werden,
00:27:22: dann ist das ja, wie ich finde, in Deutschland eine supergute Entwicklung,
00:27:30: dass sich eben Parteien bilden können.
00:27:33: Du musst ja trotzdem dann die 5 Prozentürde irgendwie hinkriegen.
00:27:36: Also dieses Zerfasern, ja.
00:27:39: Also die Ballsättel waren ja schon immer irre lang.
00:27:41: Also was gab es da?
00:27:42: Grau, Panther und das ostige Tee.
00:27:44: Die sind dann nie wieder in Erscheinung getreten,
00:27:47: zumindest nicht im breiteren Spektrum.
00:27:50: Aber das finde ich gut, dass die Meinungsvielfalt sich da abbildet.
00:27:57: Und wenn wieder mehr Leute bereit sind, auch aktiv zu werden,
00:28:01: anstellen, wo sie auch was bewirken können,
00:28:05: außer nur im Internet die Meinung raus zu blasen,
00:28:09: sondern wirklich daran zu arbeiten und unsere Zukunft neu zu diskutieren.
00:28:14: Das ist ja letztendlich das, was gerade passiert.
00:28:17: Also wenn du sagst, die Pole werden extremer
00:28:21: und dazwischen aber entfüttern sich auch neue Sachen,
00:28:25: sind wir gerade wirklich vehement dabei, neu zu diskutieren,
00:28:29: wie wollen wir in Zukunft leben?
00:28:31: Genau, das ist ja unbestreitbar, dass eben auch durch dieses Internet
00:28:36: und soziale Medien haben wir halt diese vielen Probleme mit Fake
00:28:39: und dadurch kann ja nur jemand wie Trump überhaupt an die Macht kommen.
00:28:42: Aber andererseits, man darf eben bei all dem immer nicht vergessen,
00:28:45: was für ein Segen das eben trotzdem für die Menschheit eben ist.
00:28:48: Weil durch soziale Medien kannst du natürlich auch Diktaturen stürzen.
00:28:54: Das riecht natürlich auch dazu bei.
00:28:57: Insofern sind wir auch jetzt gerade so eine Übergangsphase,
00:29:00: wo wir erst mal lernen müssen, mehr mit den sozialen Medien besser umzugehen
00:29:03: und vielleicht doch eben mehr Regeln zu machen.
00:29:06: Okay, Elon Musk will die halt alle kippen, die Regeln.
00:29:09: Das ist natürlich alles saugefährlich, dass irgendwie so ein Privatmann
00:29:12: mit so viel Geld so einen Einfluss hat auf Politik.
00:29:15: Aber das kann man ja lösen.
00:29:16: Man kann solche Leute zum Beispiel enteichnen.
00:29:18: Man kann irgendwie verbieten, dass Leute dermaßen viel Geld haben.
00:29:22: Muss jemand wirklich was in 50, 60 Milliarden haben
00:29:25: und dann auch Einfluss in der Politik, das kann man aber verbieten.
00:29:29: Insofern ist es so viel Wahnsinniges Positives.
00:29:35: Dieser Freiheitsgrad ist so viel größer.
00:29:37: Du kannst so viel mehr sein, der Mensch, der du bist.
00:29:40: Man hat Polizisten, die mit Nasenringen jetzt auflaufen können.
00:29:43: Da stört sich auch keiner mehr dran, ob du in einer Innenstadt Händchen hältst
00:29:47: oder nicht, ob du lange oder kurze Haare hast.
00:29:49: Wobei es kurios ist, aber in München, wenn ich im Englischen Garten bin,
00:29:52: die Männer haben alle kurze Haare, die Frauen haben alle lange Haare.
00:29:54: Das muss immer jemand erklären.
00:29:56: Es ist völlig irre.
00:29:58: Die sind echt uninformiert.
00:30:01: Aber die haben die Freiheit.
00:30:02: Aber vielleicht haben sie die Gruppenzwange eben nicht.
00:30:05: Aber das Problem ist ja auch nicht,
00:30:07: hatte ich ja schon mal gesagt, das Problem ist eben auch gar nicht mehr der Staat.
00:30:10: Das Problem sind eben die ganz normalen Menschen.
00:30:12: Wir sind diejenigen, der Staat ist voll für Meinungsfreiheit.
00:30:16: Der Staat garantiert volle Meinungsfreiheit.
00:30:18: Und es sind eben teilweise Leute und kurioserweise viele Linke,
00:30:22: die die Meinungsfreiheit einfach einstrengen,
00:30:24: weil du bestimmte Sachen nicht mehr sagen darfst.
00:30:25: Das ist also das Volk, was das ist anders als bei Orwell.
00:30:29: Nicht der Staat ist das Problem, sondern die Bevölkerung ist letztlich das Problem.
00:30:33: Trotzdem darfst du eben alles sagen und sehr viel tun.
00:30:38: Und das hat keinen Einfluss auf deine Jobs oder so irgendwas.
00:30:41: Oder das Volk ist die Lösung.
00:30:42: Also sind wir nicht als Einzelbestandteile nicht auch die Lösung,
00:30:47: in dem sich Dinge auch durchsetzen, die zumindest in der Breite dann auch übernommen werden.
00:30:54: Oder eben nicht, weil du die jungen Frauen da ansprichst.
00:30:58: Also sehr spannend finde ich diese Entwicklung.
00:31:00: Ich glaube, alles schwarze dreht sich jeden Tag einmal um.
00:31:07: Wenn du siehst, dass dieser Trend wieder ist, dass sich junge Frauen eben wieder "tradewise" heißt das, glaube ich.
00:31:13: Wieder gerne darum kümmern, ihrem männlichen Partner zu Hause ein bestmöglichstes Heim zu bieten.
00:31:22: Ach, recht?
00:31:23: Ich habe noch nicht vorgehört.
00:31:25: Ist ein großer Trend, also auch sehr adreffgekleidet, aber wo ich auch sage, ja vielleicht ist das die Gegenbewegung der Generation.
00:31:33: Wie wollen wir uns von unseren super coolen Eltern, die immer ihren Scheun trauen und zu noch besseren Musik-Bands gehen, abgrenzen?
00:31:46: Also das sind einfach so Erscheinungen, die eben auch da...
00:31:50: Das muss ja keine Bewegung sein, sondern es reicht ja, dass ich das machen kann, dass es gesellschaftlich akzeptiert wird.
00:31:58: Das ist eben das Wichtige.
00:32:00: Das ist eben immer diese Leute, die andere bevormunden und die anderen sagen, wie sie zu leben haben und so weiter.
00:32:05: Aber das gab es eben schon immer und das gibt es heute, glaube ich, ein bisschen weniger.
00:32:10: Also persönliche Erfahrungen habe ich eben das Gefühl mit den Grünen, das ist mir so einerseits, das ist mir so ein Dorn im Auge,
00:32:16: weil ich merke, wie sehr ich auf meine Sprache achten muss und so weiter.
00:32:19: Das nervt mich extrem.
00:32:21: Aber trotzdem glaube ich, dass der Grad der persönlichen Freiheit, wie du dich verwirklichen kannst heute, also sehr viel größer ist als früher.
00:32:32: Gerade von Leuten, die anders denken, die anders drauf sind und so weiter.
00:32:37: Also ich glaube, das, was wir jetzt... witzig, dass wir so lange auch über Taylor Swift gebildet haben.
00:32:43: Das ist wirklich sehr spannend.
00:32:47: Wenn Leute befragt werden und das setzt sich gerade in den Studien kontinuierlich durch, sind alle mit ihrem privaten Umfeld eigentlich mit ihrem privaten Leben mehr oder weniger zufrieden.
00:32:58: Das, was sozusagen die größten grauen Wolken sind eigentlich der Blick auf Deutschland und die Welt.
00:33:07: Also auf die Dinge, die wir als Einzelner gar nicht so beeinflussen können.
00:33:14: Und da fehlt es an Zuversicht, dass...
00:33:18: Genau.
00:33:19: Also für mich ist es irgendwie ganz klar, aber da habe ich eben wahrscheinlich Glück.
00:33:24: Sachen, die ich nicht beeinflussen kann, die stören mich ja nicht.
00:33:27: Also meine Frau Julia, die schickt mir eben auch jetzt gestern wieder Bilder von Vermüllten, Plastikvermüllten, Stränden und so weiter.
00:33:34: Ja, schockierend.
00:33:36: Aber ich kann es nicht ändern, also belastet es mich auch nicht.
00:33:39: Selbst der Krieg Ukraine, die Wussender...
00:33:44: Boah, ja, das ist jetzt natürlich...
00:33:47: Das ist natürlich zu sagen, das kratzt mich natürlich auch, beeinträchtigt das jetzt mein Leben stark.
00:33:55: Es ist halt doch noch weit weg.
00:33:57: Ich kann mich davon runterziehen lassen, oder nicht.
00:33:59: Aber was ist davon gewonnen, wenn ich mich runterziehen lasse?
00:34:02: Es gibt einen tollen Spruch von Karl Valentin, habe ich an einem Regentag, habe ich den gesehen, bin ich ein Fahrrad durch Bayern gekurft.
00:34:08: Und da stand von Karl Valentin, ich freue mich, wenn es regnet, weil wenn ich mich nicht freue, regnet es trotzdem.
00:34:15: Ja, das ist...
00:34:17: Und das ist so der Ding, es hat ganz viel mit der eigenen Meinung zu tun.
00:34:21: Und ich finde, dass man gewissenlos ist, wenn man jetzt nicht unglücklich ist wegen des Ukraine-Kriegs und wegen zu viel Plastikmüll,
00:34:26: sondern wir können es eben einfach selber nicht beeinflussen.
00:34:30: Man kann nur sehen, dass man selber ein redliches Leben führt, mit dem man so einverstanden ist und wo man vielleicht stolz ist.
00:34:37: Und alles andere entzieht sich der eigenen Möglichkeiten.
00:34:40: Und du hast es ja selbst gesagt, früher gab es Jugoslawienkrieg und früher gab es sowieso viel mehr Kriege als heute.
00:34:46: Also ich glaube...
00:34:48: Wir haben viel mehr Menschen als in der Ukraine, im Kongo sterben jeden Tag sehr viel mehr Menschen, sehr viel mehr, jeden Tag im Kongo.
00:34:53: Das interessiert uns so ein Scheißdreck, ja?
00:34:56: Also insofern...
00:34:58: Also zum einen weiß es näher dran ist, zum anderen, weil vielleicht auch unsere Art und Weise zu leben, da ja wirklich unter Beschuss steht.
00:35:07: Aber es ist natürlich auch dieses Thema, dass wir zukünftig damit konfrontiert werden, noch mehr, dass es eben Bewegungen, Flüchtlingsströme,
00:35:18: aber auch ansonsten Migrationsbewegungen geben wird, entweder weil ganze Landstriche nicht mehr belebbar sind,
00:35:31: weil es zu heiß wird, weil es zu kalt wird, weil es zu dürr wird.
00:35:35: Oder eben weil es inzwischen wieder Auseinandersetzungen gibt, wo ein anderer Staat sagt, das hat uns irgendwann mal gehört.
00:35:43: Und jetzt holen wir es uns einfach wieder zurück, um glaubende Anspruch zu haben.
00:35:47: Und das ist natürlich, wenn du in die Kommunen guckst, weil du sagst, wir so in der Stadt kriegen wir das so mit,
00:35:54: aber in den Kommunen merkst du es natürlich schon, weil die müssen mit den Neuankömmlingen natürlich umgehen.
00:35:59: Und das ist oft eine Zereißprobe, je nachdem, wie viele wohin kommen.
00:36:06: Ja, haben wir ja selbst gemerkt, selbst in Berlin, was fällt zuerst weg, wenn so viele Einwanderer kommen,
00:36:13: wenn sie raus halt Touren heilen für die Unterkünfte, dann hast du keinen Sport mehr.
00:36:17: Und das ist natürlich auch, wenn man jetzt wieder von Problemen redet, wie Deutschland ungebremst verfettet,
00:36:23: das ist ja wirklich unfassbar, wie fett wir werden.
00:36:26: Das hat natürlich auch damit zu tun, mit schlechten Schulessen und viel zu wenig Bewegung.
00:36:30: Kann man eben auch was tun. Ich glaube, da tut sich auch was, da setze ich halt total auf die Grünen.
00:36:35: Da sind die ja sehr vernünftig.
00:36:37: Da hasse ich halt wirklich die Bildzeitung dafür, da sind wahrscheinlich wirklich so viele Fette,
00:36:40: die da irgendwie auf ihren Erschen sitzen und immer dagegen anschreiben,
00:36:44: wenn jemand irgendwie die Zuckermenge runtersetzen will.
00:36:47: Obwohl in England sieht man, dass das funktioniert.
00:36:49: Da haben sie irgendwie zu altweuer eingeführt.
00:36:51: Obesity, also Fettleibigkeit, singt. Also man kann immer was tun.
00:36:56: Aber schau mal, da habe ich auch ein gutes Beispiel.
00:37:01: Ernährung ist natürlich ein relevantes Thema, weil zum einen haben viele ja gefühlt wegen der Inflation
00:37:07: ein anderes Gefühl, anders als du, Eingangs erwähnt, dass gutes Essen teurer wird.
00:37:12: Dass alles irgendwie der Butterpreis wie auch immer einzelne Obst oder Gemüsesorten.
00:37:20: Aber zum anderen habe ich letztens, weil ich mein veganes Patenkind hier länger zu Besuch hatte.
00:37:28: Und dann haben wir diese vegane Aufschnitturs gekauft.
00:37:32: Ich wäre selbst im Leben nicht drauf gekommen, die zu kaufen.
00:37:36: Und ich muss dir sagen, im Blind-Test würde kein Fleischesser merken,
00:37:41: dass diese Mortadella, was das war oder so Schinkenwurst, was du so aufschnittwurst,
00:37:46: aus Sonnenblumen, Kernen und sonstige Sachen, dass das kein Fleisch mehr ist.
00:37:52: Und wo ich sage, das ist ein riesen Fortschritt.
00:37:55: Wenn du Angebote machen kannst und sagen, du musst nicht verzichten,
00:37:59: sondern wir können dir das gleiche Genusserlebnis bieten,
00:38:03: was vielleicht perspektivisch sogar billiger wird, weil eben Fleisch weiter teurer werden wird.
00:38:10: Ohne aber, dass ein Tier gestorben ist oder eben klimatechnisch einfach eine bessere Bilanz hat,
00:38:18: was uns alle zukünftig besser leben lassen wird.
00:38:22: Ja, das ist ein wichtiger Punkt.
00:38:24: Wir werden auch wirklich, in gewisser Weise, moralischer.
00:38:27: Ich sehe das eben an meiner Tochter eben auch.
00:38:30: Viele von denen jetzt vegan leben und vegetarisch.
00:38:34: Ich finde vegan nicht gut, ich finde das unvernünftig.
00:38:37: Nach meinem Kennenstand ist das nicht besonders gesund, aber ich kann mich auch hören.
00:38:40: Aber ich würde trotzdem sagen, dass es moralisch.
00:38:42: Ich habe Hochachtung verleuten, die vegan leben,
00:38:45: aus den Gründen, dass man eben einfach keine Tiere quer will.
00:38:49: So lange Tiere gequält werden, ist das eben unwirklich.
00:38:51: Deswegen da bin ich auch, ich bin wahrscheinlich wirklich,
00:38:54: also inhaltlich bin ich wahrscheinlich eher so ein Grüner.
00:38:57: Also ich würde tatsächlich, die Idee, dass man Tiere quälen kann,
00:39:01: finde ich unfassbar, kann nicht ertragen.
00:39:03: Und deswegen Fleisch muss so teuer sein, muss dann eben,
00:39:07: man muss Tiere so halten, dass sie nicht leiden.
00:39:09: Und wenn dann Fleisch teurer wird, okay, dann wird es teurer.
00:39:11: Pech, dann ist es vielleicht unsozial.
00:39:13: Pech, aber wir können nicht unseren Wohlstand auf Sklaverei
00:39:16: oder sonst was gründen oder Indianer zu vernichten und Tiere zu quälen.
00:39:20: Darauf können wir nicht unseren Wohlstand gründen.
00:39:22: Und das ist besser geworden, wir sind sehr viel moralischer geworden.
00:39:26: Und wir verbrauchen übrigens auch weniger Plastik.
00:39:29: Die Sache ist nur die, das Riesenproblem ist, wir werden zu viele Menschen.
00:39:32: Wir werden moralischer, wir werden besser,
00:39:35: wir machen viel mehr regenerative Energien,
00:39:37: verbrauchen aber doch nicht so viel Energien wie noch vor einigen Jahren.
00:39:40: Und deswegen ist dieser moralische, positive Aspekt
00:39:43: der Verpuffteilteile aus anderen Gründen.
00:39:45: Genau, also weniger ist mehr, also das bleibt weiterhin bestehen,
00:39:49: egal welche innovativen Lösungen wir finden,
00:39:51: um fossiles, mit erneuerbar zu ersetzen.
00:39:54: Aber ich finde für die Breite, also um zu überzeugen und zu sagen,
00:39:59: pass auf dieses, dieses neue Fleisch, sage ich mal,
00:40:03: was aus Sonnenblumenkerne gemacht ist, erstens schmeckt genau so,
00:40:08: du wirst keinen Unterschied merken, da kannst du natürlich
00:40:11: eine breite Masse abholen und sagen, also ich war so verwundert
00:40:14: und dann dachte ich aber, ey, das ist wirklich die Lösung dafür,
00:40:19: dass du dann irgendwann auch sagen kannst, es tut dem Klima auch besser,
00:40:22: das Tierwohl ist besser, aber weißt du, das an erster Stelle zu setzen,
00:40:27: wie in den letzten Jahren, haben wir gesehen, führt zu keinen Lösungen.
00:40:31: Also, das bricht eher auseinander, weil jedes Gefühl hat,
00:40:36: mir wird die Freiheit genommen, selbst zu entscheiden,
00:40:38: ob ein Schnitzel ist oder nicht.
00:40:39: Die Diskussion haben wir doch jetzt echt hinter uns,
00:40:42: probier einfach mal ein Schnitzel ohne Fleisch
00:40:44: und dann wirst du merken, ob es dir schmeckt oder nicht.
00:40:47: Genau, das ist ja für mich, ich sage einerseits, ich hasse,
00:40:50: ich habe bei den Grünen das Gefühl, dass sie bevormunden,
00:40:53: andererseits bin ich jetzt echt strikt und sage, Fleisch,
00:40:56: wir dürfen keine Tiere quälen, das ist auch strikt,
00:40:58: das ist ja auch bevormunden, letztlich weil der Preis höher ist,
00:41:01: aber andererseits dann ist auch bevormunden, dass es rote Ampeln gibt
00:41:04: oder dass man keine Menschen töten darf.
00:41:06: Und es muss eben bestimmte Regeln geben
00:41:08: und dass man unhaltbarer Zustände, dass man die eben einfach geschehen lässt.
00:41:12: Und da tut sich was, und ich glaube, man kann auch,
00:41:16: wo man wirklich hoffnungsvoll sein kann,
00:41:19: vielleicht, wenn man das will,
00:41:21: es ist natürlich schon möglich heutzutage daran zu denken,
00:41:25: dass Energie irgendwann nix mehr kostet.
00:41:28: Weil wenn wir das wirklich schaffen, das ist jetzt ein Wettlauf mit der Zeit.
00:41:32: Aber im Grunde ist es ja möglich,
00:41:34: wirklich unsere ganze Energie, auch Sonnenenergie,
00:41:36: dann eben aus der Wüste und so was.
00:41:38: Also es wird so billig.
00:41:40: Genau, es wird so billig und das ist natürlich ein wahnsinniger
00:41:43: Reichtums- und Freiheitsgewinnen
00:41:45: und dann wirst du natürlich auch die Umwelt nicht mehr belassen.
00:41:47: Und dann ist die Frage, wann das kommt.
00:41:49: Das ist ja nicht mehr Ort, dass kommt und wann das kommt.
00:41:51: Die Frage haben wir uns bis dahin schon zugrunde gerichtet
00:41:53: und ist das immer dann schon irreparabel schädigt.
00:41:56: Und ich bin ja ein Optimist und glaube halt,
00:41:58: wir schaffen das schon irgendwie.
00:42:00: Und wenn wir das nicht schaffen, dann schaffen wir es nicht.
00:42:04: Da müssen wir auch sehen, dass wir damit...
00:42:06: Ja gut, das haben wir eh nicht in der Hand.
00:42:09: Ob es noch zeitig genug ist, doch irgendwie haben wir das schon in der Hand.
00:42:13: Ich habe mir zum Beispiel immer Sorgen gemacht
00:42:16: bei der Elektromobilität, dieses ungelöste Problem mit den Batterien
00:42:21: und dass du das Lithium brauchst, was wirklich,
00:42:24: also meistens nur in den Regionen dieser Welt verfügbar sind,
00:42:27: wo wir eigentlich keine Lieferverbindungen eingehen wollen und so weiter.
00:42:32: Und wenn du aber in die Start-up-Szene guckst,
00:42:36: also wo junge Leute oder Gründer überlegen,
00:42:40: was haben sie für andere Ideen?
00:42:42: Das sind so viele Ideen von Recycling, von vorhandenen Batterien
00:42:47: bis zum Ersatz von diesem Lithium.
00:42:49: Und wenn du da reinguckst und denkst,
00:42:51: wenn so viele Ideen, so viele schlaue Leute wirklich
00:42:54: auch diesen Drive haben, sich dafür ins Risiko zu begeben,
00:42:58: weil sie sagen, wir haben hier eine Lösung,
00:43:01: dann glaube ich auch kriegen wir ein paar Jahre dieses Thema gemacht.
00:43:04: Genau, das wissen die meisten Leute nicht.
00:43:07: Wir haben uns durch Recyclingquote, das war gerade bei Lithium unheimlich hoch,
00:43:10: und man hat davon abgesehen, in Deutschland haben wir wahnsinnige Lithium vorkommen.
00:43:14: Wir Deutschen sind ja immer so scheinheilig,
00:43:17: die anderen sollen für uns Waffen produzieren,
00:43:20: und uns schützen wir selber eben nicht.
00:43:22: Und wir haben Lithium, sondern wir wollen die andere ihr Lithium aus der Erde holen.
00:43:25: Wir machen es nicht, wir haben unfassbar viele Vorräte,
00:43:28: machen aber auch nicht.
00:43:29: Wir nehmen ja auch letztlich Freckengas aus Amerika,
00:43:31: nehmen wir auch, wir beschwerden uns zu übernehmen es aber,
00:43:33: wir könnten selber natürlich Freckeng auch machen,
00:43:35: wahrscheinlich viel Unbetschon, würden wir das machen, als wir Amis machen.
00:43:38: Also wir sind schon echt scheinheilig.
00:43:41: Aber was ich finde, die Diskussion apropos scheinheilig,
00:43:45: ich finde sie nicht mehr ganz so scheinheilig,
00:43:47: weil durch diese ganzen Diskussionen, diese Lieferketten gesetzt,
00:43:50: was erst mal an den normalen Verbrauchern vorbeigeht,
00:43:53: weil was soll überhaupt der Begriff,
00:43:56: aber ich glaube in der Intensität, wie das diskutiert,
00:44:00: wird auch im Zusammenhang Billiggas aus Russland von früher,
00:44:04: und was haben wir für Alternativen,
00:44:06: um die Märkis zu Hause an meiner Heizrechnung.
00:44:09: Wir kriegen ein bisschen mehr Informationen darüber,
00:44:11: dass alles, was vermeintlich billig erscheint,
00:44:15: immer mehr kostet und in Vollkosten irgendjemand dafür bezahlt.
00:44:21: Wir hatten das Glück, dass wir die letzten 30 Jahre nicht dafür bezahlt haben.
00:44:25: Deswegen konnten wir so recht zäumlos leben.
00:44:29: Und die Zeit ist ein bisschen vorbei.
00:44:33: Aber ich bekomme als Normalverbraucher endlich mal mehr Informationen darüber,
00:44:40: warum ist etwas eigentlich so billig.
00:44:43: Und kann besser entscheiden, will ich es trotzdem kaufen
00:44:47: oder sage ich doch immer wieder mal mehr,
00:44:49: sage ich nicht, entscheide mich bewusst dagegen,
00:44:51: weil ein T-Shirt für 5 Euro,
00:44:53: da muss ich nicht über Menschenrechte reden.
00:44:55: Ja, Lieferketten gesetzt ist ein gutes Beispiel,
00:44:57: weil das einerseits zeigt, dass wir moralischer geworden sind,
00:45:00: finde ich sehr zu begrüßen.
00:45:02: Andererseits halte ich das Lieferkettengesetz,
00:45:04: wie es ist, halte ich es für falsch.
00:45:06: Aber meine persönliche Meinung nur würde ich nie darauf beharen,
00:45:09: aber weil ich im Moment das Gefühl habe,
00:45:11: dass wir in Deutschland unsere Wirtschaft eben einfach ersticken,
00:45:13: die, die für unseren Wohlstand sorgen,
00:45:15: die machen eigentlich platt durch viele Berichtspflichten.
00:45:17: Das ist das Problem.
00:45:19: Die sollen natürlich keine Kinderarbeit machen,
00:45:21: aber wir deckeln die Leute im Moment alle mit Bürokratie zu.
00:45:24: Deswegen finde ich das falsch gelöst einfach.
00:45:27: Aber positiv darf man dabei nicht vergessen,
00:45:30: aber die Leute, die dieses Gesetz durchgesetzt haben,
00:45:32: die sind ja moralisch, das sind anständige Leute,
00:45:34: mit denen ich mich gerne unterhalten würde,
00:45:36: oder zusammensetzen würde.
00:45:38: Sie haben es nur vielleicht nicht so optimal gemacht,
00:45:40: vielleicht aber doch, ich kann es vielleicht nur nicht beurteilen
00:45:42: und bin auch der Bildzeitung aufgesetzt,
00:45:44: kann ja auch sein.
00:45:46: Aber insofern gibt mir sowas auch ein gutes Gefühl,
00:45:48: dass wir uns moralisch eigentlich auf einem ganz guten Weg befinden.
00:45:51: Okay, sehen jetzt natürlich viele Leute ganz anders durch.
00:45:56: Auf jeden Fall, ja, kann man auch anders sehen,
00:45:58: aber ich glaube die Wirtschaft hat erkannt,
00:46:00: dass das neben der Bürokratie, wo ich dazustimme,
00:46:05: es kommt ja nie was weg, sondern es kommt immer noch obendrauf.
00:46:08: Das ist das eigentliche Problem.
00:46:10: Dass es aber für die Zukunft der einzige Weg sein kann,
00:46:14: um auch da eine Unabhängigkeit zu erreichen.
00:46:18: Für uns Deutschland, für die EU, weil wir eben gucken müssen,
00:46:21: was wollen wir in Zukunft auch selbst noch produzieren hier,
00:46:25: um unabhängig zu sein von anderen Ländern,
00:46:28: wo vielleicht Entwicklungen sind in den nächsten Jahren,
00:46:31: die uns richtige Probleme bereiten können.
00:46:35: Also auch da eine Riesenveränderung, die ich super finde.
00:46:39: Und das, was ich persönlich mache,
00:46:43: um also auf die persönliche Ebene,
00:46:45: weil ich glaube weder du noch ich,
00:46:47: ist in der Vorgefallter, sie sagen also,
00:46:49: ich glaube wir sind in der Gesellschaft,
00:46:51: wir haben noch nie so viel Informationen zur Verfügung gehabt, wie jetzt.
00:46:57: Und das wird eher noch zunehmen,
00:46:59: weil ja jetzt auch noch die KI sozusagen Informationen produziert,
00:47:02: die irgendwelchen Bullshit sind,
00:47:04: oder vielleicht auch gute Sachen dabei,
00:47:06: das werden wir alles noch ausfinden.
00:47:08: Aber wo ich sage, das, was mir am meisten hilft,
00:47:11: ist echt, wie in den letzten zwei Wochen zum Beispiel,
00:47:14: da war ich bei Freunden Olivenflücken im Süden.
00:47:18: Und ich habe wirklich mein Handy weggelegt
00:47:21: und habe auch keine E-Mails abgerufen.
00:47:24: Sondern habe versucht, diese Sonne zu genießen,
00:47:27: diesen blauen Himmel,
00:47:29: dieses Zusammensein mit einem Freundeskreis
00:47:32: und vor allem mit meinen Händen zu arbeiten,
00:47:35: sodass wir abends echt um 8 Uhr ins Bett gegangen sind oft,
00:47:40: weil wir so fertig waren vom Olivenflücken.
00:47:43: Und da habe ich richtig gemerkt,
00:47:46: so ey, mal zwei Wochen sich rauszunehmen.
00:47:49: Diese ganzen Nachrichten, was ist jetzt mit Trump,
00:47:52: was ist mit Herrn Lindner,
00:47:53: was ist da diese ganze Tag ist aktuell, wo du denkst so,
00:47:56: ein Overload, man muss nicht jeden Kommentar lesen.
00:48:00: Und es tut gut.
00:48:02: Das Entscheidende ist ja, jetzt wird natürlich nicht jeder,
00:48:04: so wie du, zur Olivenernte gehen können,
00:48:06: aber jeder, aber die Möglichkeit besteht eben in der Tat
00:48:10: von jedem Ort der Welt aus möglicherweise zu arbeiten.
00:48:13: Also viel mehr zu reisen, viel unabhängiger zu sein,
00:48:16: auch ganz anders zu wohnen,
00:48:18: viel leichter jetzt eine hochwertige Arbeit zu machen
00:48:21: und trotzdem auf dem Land zu leben und so.
00:48:24: Man muss nicht mehr Bauer sein, um auf dem Land zu leben,
00:48:26: man kann trotzdem irgendwie so ein Software nerd sein.
00:48:29: Ja, aber das ist eine Babel, das dürfen wir nie vergessen.
00:48:32: Ja, das ist richtig.
00:48:34: Aber trotzdem betrifft ja auch Millionen von Menschen.
00:48:37: Also der Grad von Freiheit für viele Menschen ist eben größer geworden.
00:48:42: Also ich glaube, die Chancen sind ein bisschen größer geworden.
00:48:45: Was ich nur gerade so denke, irgendwie hält die Politik nicht so richtig
00:48:49: Schritt damit, auch die Moral der Politik.
00:48:51: Und ich mir gerade angucke mit Christian Lindner und all diesen Leuten
00:48:54: und auch von Esken und Klingenweih von SPD, die nicht zurücktreten,
00:48:57: von der Arbeit geleistet haben.
00:49:01: Aber andererseits sind die Politik, das sind ja auch wir,
00:49:04: das ist die Gesellschaft.
00:49:05: Das kann man ja nicht trennen.
00:49:07: Aber da sehe ich, an dem was wir hier jeden Tag erleben,
00:49:09: habe ich das Gefühl, dass es wirklich Politik ist,
00:49:12: scheint mir ziemlich rückständig zu sein.
00:49:14: Da ist irgendwie gar nichts besser geworden.
00:49:16: Oder ist irgendwas besser geworden?
00:49:18: Ja, also ich finde zum Beispiel,
00:49:22: erst habe ich mich total aufgeregt,
00:49:24: dass zu einem Zeitpunkt, wo in USA so eine dramatische Änderung ist,
00:49:29: zeigt gleich eigentlich unsere Ampelkoalition den Geist aufgibt,
00:49:35: wo ich dachte, wie kann man das zu so einem Zeitpunkt machen?
00:49:38: Wir müssen jetzt ganz andere Fragen gerade klären,
00:49:41: als uns wieder intern zu beschäftigen.
00:49:43: Aber als ich dann zwei Tage später nochmal darüber nachgedacht habe,
00:49:48: dachte ich, aber eigentlich ist es doch auch gut in einer jetzt
00:49:53: relativ kurzen Zeit des Wahlkampfes, also Wahlkampf bedeutet ja nichts anderes
00:49:58: als das nochmal Ideen präsentiert werden müssen.
00:50:01: Und wir entscheiden können, für welche Idee rotieren wir.
00:50:05: Und dass das jetzt nochmal so ein sehr verkürzter Wahlkampf ist,
00:50:10: bedeutet man muss es kurz und knackig hinkriegen.
00:50:13: Also für jeden verständlich, damit ich auch die Wahloptionen
00:50:17: dann am Wahltag klar mit einem Kreuz rechts oder links
00:50:21: oder wo auch immer machen kann.
00:50:23: Und das sehe ich momentan echt eigentlich als gute Entwicklung.
00:50:28: Also zum einen lässt sich ja nicht ändern,
00:50:30: aber nochmal draufgegut, dachte ich, eigentlich ist das gut,
00:50:35: um genau zur richtigen Zeit.
00:50:37: Ja, dann ist das wunderbar.
00:50:39: Da ist das wunderbar.
00:50:40: Wenn ich sage, dann ist das wunderbar.
00:50:42: Also, auch die vorliegenden Wochen sind vielleicht gar nicht so schlecht,
00:50:45: und jeder kann sich nochmal eine Meinung darüber bilden
00:50:48: mit neuen Parteien ja auch im Angebot,
00:50:51: einer neuen Partei, der Wagen-Echt-Partei.
00:50:55: Und im Eigenleben haben wir ja festgestellt,
00:50:58: ja, sind wir eh selbst verantwortlich.
00:51:00: Und im Zweifel hilft Taylor Swift.
00:51:02: Genau, da hilft ja auch unsere These mit Arsch in der Hose.
00:51:06: Auch Arsch in der Hose haben eben nicht zu verzweifeln
00:51:08: und sich nicht von den Plastikmüllbildern
00:51:10: erdrücken zu lassen und von alles so schrecklich.
00:51:13: Und es ist alles, man hat sie in der eigenen Hand.
00:51:16: Dazu gehört vielleicht ein bisschen mumm, gehört vielleicht dazu.
00:51:19: Aber geht einfach in den Wald.
00:51:22: Das ist einfach der Wald, ist trotzdem nicht weit weg.
00:51:24: Und die Natur und Freunde gibt es nach wie vor.
00:51:27: Das hängt in den eigenen Händen, ob man nett ist,
00:51:30: ob man Leute anläscht.
00:51:31: Gebt man durch die Stadt und lächelt.
00:51:33: Die Leute lächeln euch zurück.
00:51:35: Seid großzügig und die Leute sind auch großzügig.
00:51:38: Also es ist ein so einfach positive Gefühl,
00:51:40: das entwickelt sich, springt ins kalte Wasser, duscht kalte,
00:51:43: fressen nicht so viel, ja, keine Ahnung,
00:51:45: guckt weniger auf dem Bildschirm, ja, macht mehr Sport.
00:51:47: Das ist alles irgendwie echt ein halberes und amte Hacke.
00:51:50: Ja, man merkt, dass man selbst Adrenalin entwickelt,
00:51:53: weil man so begeistert ist.
00:51:55: Durch den Arsch hoch und habt Arsch in der Hose, ja.
00:51:58: Und dann sieht das alles schon mal ganz viel besser aus.
00:52:01: Genau, ein schöner Schlusssatz.
00:52:04: Also, Gedankenspiele zum Thema Zuversicht.
00:52:07: In diesem Sinne genießen wir weiterhin die Sonne, die auf uns scheint.
00:52:11: Wunderbar, sehr schön.
00:52:13: Und alles wird irgendwie schon gut.
00:52:15: Ich finde es schon gut.
00:52:17: Und wie du sagst, nicht vergessen, die Welt war noch nie so frei
00:52:20: und zumindest für uns in Deutschland wie heute.
00:52:24: Genau.
00:52:26: Also, tschüss, Markus.
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