#22 Mehr Arsch weniger Hose - die junge Politikzukunft in der FDP

Shownotes

Warum entscheiden sich junge Menschen für die Politik? Und sind bereit, dafür ihre Person in die Öffentlichkeit zu stellen. Alleine damit zeigen sie mehr Arsch in der Hose als wir, die über Politik und Politiker:innen nur reden ohne zu machen.

Jens hat sich für die FDP entschieden. Sein Herz schlägt für die Underdogs, wie er selbst sagt, diejenigen, die noch etwas erreichen wollen. Die Aufsteigen wollen, so wie er selbst, der aus einfachen Verhältnissen kommt. Wir hätten ihn damit eher in einer anderen Partei vermutet.

Reflektiert und differenziert gibt uns Jens viele Beispiele dafür, wo er Ungerechtigkeiten sieht, welche Lösungen andere Parteien dafür haben und warum er seinen Drang nach Gerechtigkeit am besten bei liberalen Ansätzen aufgehoben sieht.

Und er gibt einen kleinen Einblick in seine Arbeit im Bundestag. Es ist wie im richtigen Leben, da gibt es Leute, die zuhören, andere Positionen verstehen wollen und solche, die sich verwehren.

Darüber reden wir, und noch viel mehr:

00:00 Einführung in die politische Diskussion 03:04 Herausforderungen der Regierungsarbeit 06:02 Persönliche Motivation und Ungerechtigkeitsempfinden 08:54 Leistungsgerechtigkeit und Chancengleichheit 11:53 Sozialpolitik und Bürgergeld 15:09 Die Bedeutung von Empathie in der Politik 19:59 Argumentation und Meinungsbildung 22:00 Alter und Erfahrung in der Politik 23:51 Selbstreflexion und Diskussionskultur 26:05 Bürokratie und Vertrauen in die Politik 30:12 Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im System 33:51 Junge Wähler und ihre Anliegen 39:53 Zukunftsperspektiven für die FDP und junge Wähler 41:42 Herausforderungen der AfD und die Zukunft der Politik 44:53 Migrationspolitik und gesellschaftliche Wahrnehmung 48:32 Soziale Medien und politische Kommunikation 50:00 Wirtschaftswachstum und gesellschaftliche Teilhabe 53:00 Politische Verantwortung und Wählerengagement

ausserdem was sich Jens von uns anderen Bürgern wünscht, damit unsere Zukunft aus der Mitte der Gesellschaft gestaltet wird - mit mehr Arsch in der Hose.

Wir freuen wir uns auf Dein Kommentar, Lob, Kritik und Ideen auf Linkedin oder direkt an: nicola@wies-doch-geht.de

Unsere Shownotes:

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Transkript anzeigen

Nicola: Hallo Markus!

Markus Franz: Hallo Nick

Nicola: Hallo Jens Teutrine. Hallo zusammen. Jens, wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns alle duzen. Über die Altersbarrieren hin weg. Insofern kommen wir direkt ins Eingemachte mit dir. Ich freue mich ganz besonders, dass du zugesagt hast und vor allem noch so spontan direkt im neuen Jahr.

Jens Teutrine: Hallo zusammen.

Nicola: weil wir in unserem Podcast, mehr Arsch weniger Hose, auch gerne mit der jüngeren Generation diskutieren. Weil die Zukunft, wird ja vor allem durch euch gestaltet und als junger Politiker, der du bist, aus Ostwestfalen-Lippe bist du seit 2021 im Bundestag und hast jetzt die schöne Aufgabe, oder befindest dich jetzt wieder mitten im Wahlkampf, etwas früher als gedacht. Und Wir finden es erstmal schon, mehr Arsch zeigen kann man eigentlich nicht, als sich in die politische Öffentlichkeit zu wagen als Person. Insofern hast du schon vorab gesagt, unseren ganzen Respekt, dass wir ja nur labern und diskutieren, du aber machst und in deiner Verantwortung stehst. Und deine Partei ist die FDP. Wir wollen gar nicht so nah darauf eingehen, was die letzten Wochen da alles los ist. sehr schön. schmerzfrei genau. Auf jeden Fall ein schweren Stand in der Partei, nicht nur wegen des Ampel Aus sondern einfach auch die 5-Prozent-Hürde zu schaffen. Mich würde interessieren, Jens, du als junger Politiker, was

Jens Teutrine: Wir können über alles sprechen. Ich bin zu allem bereit.

Markus Franz: Er hat schmerzfrei offenbar genannt.

Nicola: Hast du eine Lehre daraus gezogen aus den letzten Wochen, nicht nur wegen des Ampel Aus sondern auch wie es ist zu regieren, nicht mehr nur mit zwei Parteien, sondern mit drei.

Jens Teutrine: Ich habe natürlich keinen Vergleichswert. Ich kann gar nicht sagen, wie einfacher es gewesen wäre, ... wäre es nur ein Partner gewesen. Aber ich kann mir vorstellen, dass es einfacher an der einen oder anderen Stelle ist, ... immer nur mit einer unterschiedlichen Perspektive auf die Welt, ... auf die Herausforderungen und auf die Lösungen ... einen Kompromiss zu schließen als mit drei. Das ist sicherlich besonders herausfordernd. Und die ersten jetzt dreieinhalb Jahre ungefähr im Deutschen Bundestag kann ich jetzt auch nicht mit Oppositionsarbeit vergleichen. Vielleicht ist das für einen jungen Politiker der bessere Weg. Man kommt erst mal in die Opposition, kann sich mit den parlamentarischen Abläufen zurechtfinden und darf dann mitregieren. Aber manchmal ist ja auch der Sprung ins kalte Wasser besonders schön. Und da war einiges, was lehrreich war.

Nicola: Absolut.

Jens Teutrine: Ich mache jetzt schon, also ich engagiere mich schon länger politisch. Also eigentlich die Hälfte meines Lebens. Also ich bin mit 15 Jahren Mitglied der FDP geworden. Zunächst in meinem Ehrenamt und kommunalpolitisch und später als Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Das ist dann so semi-professionell. Das ist dann Vollzeit-Ehrenamt und nicht vergütet, aber Vollzeit. Und ich glaube, ich war schon immer sehr motiviert, sehr überzeugt und wollte immer auch für meine Sachen einstehen.

Nicola: Okay.

Jens Teutrine: Und als Ostwestfale wird einem ja auch eine gewisse Dickköpfigkeit nachgesagt. Das würde ich auch auf mich zuschreiben. Und das ist eine, wie ich finde, positive Eigenschaft in der Politik, dickköpfig zu sein. Aber die letzten vier Jahre haben ja eine, ich würde sagen, gesunde Gelassenheit auch gelehrt. Also hin und wieder war ich, glaube ich, retroperspektivisch, auch gerade in jungen Jahren aber nicht politisch engagiert, war sehr verbissen.

Nicola: Okay. Hör auf! Mhm.

Jens Teutrine: Und es gibt, glaube ich, einen Unterschied zwischen sehr motiviert und überzeugt sein und eine Spur zu verbissen.

Nicola: Mhm.

Markus Franz: Wofür verbeißt du dich denn? Was sind denn die Dinge, die dich schon immer bewegt haben?

Jens Teutrine: Also wenn man politisch vorankommen will, dann muss man auch über die Frage sich verbeißen, seine eigenen Laufbahn voranzubringen.

Markus Franz: Nee, warte mal, mich interessiert jetzt mehr so Inhalt. Gibt es hier irgendwas, eine inhaltliche Konstante oder gibt es irgendwelche Werte, du, ohne jetzt abstrakt zu werden, also möglichst konkret, was treibt dich wirklich an? Was bewegt dich, weil du das schöne Wort Verbeißen benutzt hast? Wo verbeißt du dich? Wofür verbeißt du dich?

Jens Teutrine: Ich glaub, das wird vielleicht den ein oder anderen überraschten, aber einen Ungerechtigkeitsempfinden. Ich fand es in der Schule immer ungerecht, wenn jemand besser benotet wurde, obwohl er sich mündlich gar nicht beteiligt hat, als jemand anderes, der mündlich aktiv war. Ich selbst komm aus einfachen Verhältnissen. Auf einer Sprachförderschule wurde ich eingeschult. Meine Mutter war alleinerziehend, ist arbeiten gegangen, also putzen, und hat damit unseren Lebensunterhalt ...

Nicola: . .

Jens Teutrine: verdient. Und da habe ich immer ein Ungerechtigkeitsempfinden, wenn Leistung nicht ausreichend honoriert wird und belohnt wird. Das finde ich immer sehr unfair. Also sogenannte Leistungsungerechtigkeit. Und die sehen wir ja in unserer Gesellschaft auch. Also Chancen hängen immer noch vom Elternhaus ab. Finanzielle Möglichkeiten bestimmen einen Werdegang. Und es gibt auch Ungerechtigkeit in der Frage, wie weit wird honoriert, wenn jemand sich anstrengt und arbeiten geht und sich bemüht. Und das ist etwas, da kann ich sehr verbissen werden, wenn ich in meinen Verständnissen Ungerechtigkeitsempfinden habe. Ich glaube, jeder Mensch hat auch unterschiedliche Gerechtigkeitsempfinden. Deswegen würde ich jetzt nicht sagen, meiner ist der Maßstab für alles. Aber da kann ich sehr verbissen werden, wenn ich den Eindruck habe, da ist etwas, was ich als unfair ungerecht empfinde. Ja, da kann ich verbissen werden. Aber das liegt dann auch aus der biografischen Empfindung und

Nicola: Hmm.

Markus Franz: Interessantes. Interessantes ist das...

Jens Teutrine: Wenn Menschen klein gehalten wurden, mir wurde sehr häufig in meiner Kindheit gesagt, du kannst etwas nicht, das schaffst du nicht, dafür hast du jetzt nicht die Fähigkeiten. Das macht dann etwas mit mir und das macht auch etwas, wenn man andere Menschen klein hält. Dann werde ich sehr verbissen.

Nicola: Das

Markus Franz: Interessant ist ja, dass du das eingeleitet hast, was du gerade gesagt hast, mit den Worten, es wird euch vielleicht überraschen, dass mir Gerechtigkeit so wichtig ist, als wenn es der FDP nicht auf Gerechtigkeit ankäme. Also ich bin jetzt nicht ein ausgesprochener FDP-Wähler, aber ich würde trotzdem auch der FDP zugestehen, dass sie natürlich für Gerechtigkeit ist. Also warum sagst du, das wird euch überraschen? In deiner eigenen Wahrnehmung steht die FDP nicht so für Gerechtigkeit?

Jens Teutrine: Sonst wäre ich nicht Mitglied dort geworden. Das war mein Motivationsgrund, bei der FDP einzutreten, weil ich mein Gerechtigkeitsempfinden in dieser Partei am besten wiedergespiegelt sehe. Ja, die allgemeine Meinung, Vorurteile, Schablonen, die dann der Partei angehängt wird, dass man Gerechtigkeit, wenn man ein anderes Gerechtigkeitsempfinden hat, was sehr nach Ja, Gleichheit, materieller Gleichheit gilt. Dafür ist meine Partei jetzt nicht Es geht nicht materielle Gleichheit.

Markus Franz: Also was meinst du dann, weil du ja wie gesagt...

Jens Teutrine: dass alle gleich viel materiell haben. Und ein Teil in Deutschland hat dieses Gerechtigkeitsempfinden und dann identifiziert man sich eher mit anderen Parteien.

Nicola: Mhm. und

Markus Franz: Sorry, Nicola hat wahrscheinlich echt ein Konzept gemacht, aber jetzt ist wieder mein Bishop Beiss-Gen als Journalist. Jetzt wäre natürlich interessant zu wissen, wie du deinen Gerechtigkeitsempfinden als Kind mit den ungerechten Noten für unterschiedliche Leistungen, wie du das jetzt überträgst dann eben auf dein Erwachsenenleben jetzt oder auf die Politik. Wo ist da der rote Faden sozusagen?

Nicola: Und dann kuss kuss kuss kuss. So ist

Jens Teutrine: Der rote Faden wäre, dass ich explizit mich für Leistungsgerechtigkeit einsetze. Also das wäre der Begriff, den ich verwenden würde, Leistungsgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit. Das wären die beiden Gerechtigkeitsbegriffe, die meinem philosophischen Weltbild näher stehen als zum Beispiel materielle Gleichheit. Genau. Und das wären jetzt so die Gerechtigkeitsbegriffe, die sauberer wären, das zu beschreiben, was mir wichtig ist.

Markus Franz: Mmh. Hast du ein konkretes Beispiel für?

Jens Teutrine: Ja, ich habe mich im letzten Bundestagswahlkampf zum Beispiel dafür eingesetzt. Es gab eine Regelung in Hartz IV, dass Kinder und Jugendlichen, die in Hartz IV aufgewachsen sind, die haben dann eine Ausbildung gemacht. Dann durften die von ihrer Ausbildungsvergütung 240 Euro mehr behalten. Aber der Rest mit den Sozialleistungen der Eltern verrechnet wurde, wenn diese noch zu Hause gewohnt haben oder wenn die neben der Schule einen Minijob hatten. Ich habe in der Bäckerei zum Beispiel gearbeitet. als Schüler, andere sind in Tankstellen, räumen Regale ein, dann hat man von 450 Euro Minijob, jetzt ist die Grenze deutlich höher ja, nur 170 Euro mehr, weil das verrechnet wurde. Und ich finde das total ungerecht, weil da sind junge Menschen, die versuchen, irgendwie voranzukommen und sich anzustrengen. Nur ein bisschen mal was hinzuverdienen, sich etwas zu leisten, den eigenen Kinobesuch oder eine Ausbildung zu machen, es auch mal besser zu haben, als vielleicht der Zufall der Geburt es wollte, nämlich ...

Markus Franz: Mh.

Jens Teutrine: dass die Eltern vielleicht ja auch total als Schicksalsschlag und ohne eigenen Zutun in Hartz IV feststecken. Und das fand ich immer total ungerecht, weil ich das unfair finde wenn der Sitznachbar aus besseren Verhältnissen kommt und am Ende dann sogar noch alles von dem selbstverdienten

Nicola: Mh.

Jens Teutrine: Geld behalten darf. Und das haben wir geändert sogar in dieser Koalition. Man glaubt es vielleicht nicht, aber auch diese Koalition hat einige ... Sachen umgesetzt, wo ich auch als Freier Demokrat sage, das ist richtig im Kleinen, ob das im Großen ausreicht, was anderes. Das haben wir geändert und das war etwas, wo ich gesagt habe, das finde ich ungerecht. Es gab ein ähnliches Beispiel, ich hatte einen Praktikanten bei mir, ist ohne Eltern aufgewachsen in einem Kinderheim und hat nebenbei gearbeitet und der musste 80

Nicola: Mmh.

Jens Teutrine: Prozent von seinem Nebenverdienst abgeben zur Heranziehung der Unterkunft hieß das also. quasi für Kosten und Logie zu Hause, für Essen und ähnliches in diesem Heim. Das ist eine Regelung gewesen im Sozialgesetzbuch. Und in echt hat sich ja für dich, für den die Frage stellt, wieso mache ich überhaupt nebenbei was? Ich kann es auch sein lassen. Es bringt ja nichts. Dann wird mir auch alles bezahlt. Also ich habe nicht mehr, groß oder weniger,

Nicola: .

Jens Teutrine: wenn ich das mache. Und das haben wir auch geändert. Und das sind so Punkte. wo ich sage, ja, das mag den ein oder anderen ... kleinteilig sein, aber ich glaube, ... das macht auch was mit der innere Motivation, ... wenn man, ja, Steine in den Weg gelegt bekommt. Also wenn du nach konkreten Punkten fragst, ... könnte ich jetzt diese beiden zum Beispiel nennen. Es gibt ähnliche Beispiele bei BaFöG zum Beispiel, ... wo dann Leistung bestraft wird faktisch gesehen.

Markus Franz: Letzte Frage noch, Nicola, sorry. Verbindet man aber komischerweise nicht mit der FDP, Wieso, das sind ja alles, da könnte man doch im Grunde für solche, diese Ansichten, die du gerade vertritts, wo du sagst, das ist FDP, da kannst du doch 70, 80 Prozent der Leute kannst du doch hinter dir versammeln, aber kein Mensch verbindet das mit der FDP, was du gerade gesagt hast. Doch nicht das.

Nicola: Okay.

Jens Teutrine: Ja, für mich ist das FDP pur. Ehrlicherweise hat sogar Christian Lindner selbst diese Punkte auch in Reden im letzten Wahlkampf angesprochen. Und für mich gehen diese Fragen des Aufstiegsversprechens, Erneuerung, dass es unabhängig von der Herkunft möglich ist, für mich ist das FDP pur. Da geht es nicht darum, Menschen mehr Sozialleistungen hinterherzuwerfen, jetzt überspitzt gesagt, sondern dass Leistung honoriert wird. Und das entspricht der DNA. Ich habe Respekt vor jenen, der was im Leben erreicht hat.

Markus Franz: Mh. Okay.

Jens Teutrine: Aber mein Herz schlägt noch ein bisschen für die Underdogs in der Gesellschaft. Ich mache auch Wirtschaftspolitik nicht nur für diejenigen, die schon ein großes Unternehmen haben, sondern vielleicht noch für diejenigen, die erst mal in den Markt eintreten wollen und etwas gründen, wagen und ein Risiko eingehen und da auch durch staatliche Regulierungen Hürden bekommen haben. Also ich empfinde mich ein bisschen als derjenige, sagt, es braucht auch eine Stimme für Underdogs. Und ein klassisch linker Ansatz wäre ja jetzt Vielleicht, dass man über Hartz IV nachdenkt, erst mal über die Höhe des Regelsatzes nachzudenken. Also wie viel Geld bekommt jemand, der in Hartz IV ist? Ist das für Armuts sicher oder ist es nicht für armutsfest? Das wäre ein typischer linker Ansatz. Mehr Sozialleistungen oder nicht? Und Konservative würden dann vielleicht darüber diskutieren. Weniger Sozialleistungen sind aber gerechter. Und als Liberaler würde ich sagen, beschäftigen wir uns doch vielleicht mal mit Themen, wo wir Leuten dann Möglichkeiten geben, auch durch Leistung aufzusteigen. Das ist vielleicht eher unser Ansatz und den finde ich in der FDP eigentlich wieder, sonst wäre ich nicht Mitglied dieser Partei geworden.

Nicola: Weißt du, was ich bisschen schade fand zum Thema Gerechtigkeit? Super spannendes Thema. Ich freue mich, dass wir direkt darauf einsteigen. Ich fand zum Beispiel in der Diskussion der letzten Wochen über das Thema Bürgergeld, wo es ja auch Gerechtigkeit geht, also schummelt sich jemand das, wem steht es überhaupt zu, finde ich gerade einer liberalen Partei, aber auch den anderen Parteien hätte es gut angestanden.

Jens Teutrine: Ja.

Nicola: würde es immer noch gut anschehen zu sagen, okay, wir gucken auf die eine Seite, wo geht zu viel raus oder wo erschleicht sich jemand was? Wir gucken aber auch auf die andere Seite, eher die Einnahmenseite und wo vermeidet jemand auch, Steuern zu bezahlen? Denn nur das haben wir ja zum Verteilen. Weißt du, was ich meine?

Jens Teutrine: Ich finde das ganz schrecklich. sage das ganz offen. Ich als Liberaler habe auch ein Ungerechtigkeitsempfinden, wenn große Tech-Konzerne sich entziehen, Steuern zu zahlen und der Mittelstand in meiner Region ehrbare Kaufmänner sind und durch zu hohe Steuerlasten erdrückt werden und nicht wettbewerbsfähig sind. Das entspricht auch nicht meinem Gerechtigkeitsempfinden. Und ja, ich stimme dir auch zu, das eine oder andere Mal würde es auch gut tun, wenn das auch die politische Mitte deutlich ausspricht. Da geht es nämlich gar nicht darum, die Steuern zu erhöhen und die Belastung zu erhöhen, sondern es gibt einen Teil,

Nicola: Also ich fände... Genau.

Jens Teutrine: die findige Rechtsabteilungen haben und clevere Konzepte und eigentlich sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Handwerk, Mittelstand, Gründer und anderen versuchen zu erschleichen, wäre jetzt die Formulierung, die ich auch verwenden würde. Und da stimme ich zu.

Nicola: Genau. Ja.

Jens Teutrine: Ich möchte noch was hinzufügen, was ich auch sage, auch manchmal selbstkritisch. Die Bürgergelddebatte, dreht sich viel darum, sind da Personen, die vielleicht auch keinen Leistungsanspruch haben, die eigentlich arbeiten könnten, aber nicht arbeiten gehen. Und das ist auch in Ordnung, diese Debatte zu führen. Ich führe die auch. Weil das auch mein Gerechtigkeitsempfinden ist, dass das nicht richtig ist. Aber die politische Debatte dreht sich zu wenig darum, wie können wir eigentlich Menschen auch einen Weg aus dieser Lebenslage rausführen. Sind die Qualifizierungsangebote der Jobcenter wirklich ausreichend hochwertig? Ich kenne genug Fallbeispiele, wo mir Leute schildern, das sind vielleicht eher Beschäftigungsmaßnahmen, aber keine Weiterbildungsmaßnahmen. Da geht viel Geld flöten wo wir Chancen nicht nutzen, wo Leute Qualifizierung suchen. Gleiches Stichwort Sprachkurs.

Markus Franz: Vielen

Nicola: Vielen Dank.

Jens Teutrine: für Menschen, nach Deutschland kommen, Integrationskurse. Wie hoch ist eigentlich die Qualität? Wie lang sind diese Wartezeiten zum Teil auch auf solche Kurse? Wie gut schaffen wir eigentlich, eine Brücke in den Arbeitsmarkt auch zu bringen, mehr Teilhabe zu ermöglichen für jene, können oder zum Beispiel auch Frauen? Es gibt ganz viele Frauen, die ja ergänzend Sozialleistungen beziehen. Also die gehen arbeiten, stocken auf, weil sie zum Beispiel zwei, drei Kinder haben und zu wenig zum Leben haben.

Nicola: Ja. .

Jens Teutrine: Und die werden auch durch unfaire Hinzuverdienstgrenzen bestraft und zum Teil auch gegen ihren Willen in dieser Lebenssituation gehalten, weil es keine Kita-Betreuung gibt, weil nicht ausreichend für Kitaversorgung ist. Also ich finde, man kann auch den Blick noch weiten bei Debatten ums Bürgergeld. Neben der Frage Fairness gegenüber den Steuerzahler unterstreiche ich. Was ist eigentlich für die Aufstiegschancen in unseren Sozialstaat da? Und könnten wir da nicht auch noch mal besser werden? Und den Aspekt, du genannt hast, wie ist es eigentlich bei anderen Mitgliedern der Gesellschaft? Gibt es da nicht auch andere, die sich einen schlanken Fuß machen, in Anführungszeichen? Da bin ich auch offen für.

Nicola: Mh. Du einfach beides in die Waagschale von so einer Diskussion. Also ich hätte das, hätte glaube ich auch uns Menschen und Bevölkerung auch besser gefallen, mir zumindest zu sehen, okay wir reden über beide Enden der Waagschale und fokussieren nicht nur ein kleines Detail auf der anderen. Aber glaubst du denn, dass das Thema, ich sehe schon Sozialpolitik ist glaube ich schon etwas, was sich sehr stark und nur du glaubst, wahrscheinlich...

Jens Teutrine: Ja, ich hoffe, ich fache nur heute nicht zu viel, weil das ist der Themenbereich, für den ich zuständig bin. Also ich mache bei uns in der Fraktion Sozialpolitik, Pflegepolitik, Asylbewerberleistungsgesetz, Rehabilitation, Prävention. Also ich hoffe, ich werde nicht zu fachlich. Ich versuche es ja auch immer zu erklären.

Nicola: Ja. Ja. Also, nein. Nein. Die Frage... Die

Markus Franz: Wieso? Es geht ja Gerechtigkeit. Das ist interessant, weil im Grunde ich frage mich jetzt die ganze Zeit, weil alles was Jens jetzt sagt, ja alles, finde ich, selber hoch vernünftig. ich frage mich, aber man fragt sich natürlich, warum man jetzt insgesamt die FDP möglicherweise nicht so vernünftig findet. Weil das ist natürlich was ich jetzt besonders bemerkenswert finde. Ich habe eigentlich gar kein Interesse daran.

Nicola: Frage, bevor Markus...

Jens Teutrine: kann auch paar unvernünftige Sachen noch sagen, habe ich auch kein Problem mit.

Markus Franz: in so einem Podcast Leute zu loben, was ich besonders eindrucksvoll finde. Und das wünsche ich mir insgesamt, dass Jens mal eben ruckizucki mal zum Thema Bürgergeld mal gesagt hat, also die CDU, sieht das so und aus ihrer konservativen Sicht würden die ja so und so sein. Die SPD sieht das aus ihrer Sicht so und wir sehen das aus unserer Sicht so. So müsste das in der Gesellschaft grundsätzlich laufen, dass man sich nicht gegenseitig angiftet, sondern das mal respektiert, dass Parteien eben wirklich von woanders unterschiedlich herkommen. dass sie unterschiedlich ticken, unterschiedliche Strömungen und unterschiedliche Ansätze vielleicht vertreten. Und da muss man sehen, dass man irgendwie zusammenkommt, statt sich irgendwie zu sagen, die anderen sind doof oder die sind ja gemein oder irgendwie so was. Und das hat Jens jetzt also ziemlich eindrucksvoll, finde ich, auch gut erklärt. Also, ich bin schon mal positiv.

Jens Teutrine: Ja.

Nicola: Na eins,

Jens Teutrine: Darf ich vielleicht auch meine Perspektive darauf noch mal sagen, wieso ich das in der Politik für so wichtig finde, ein Verständnis für andere Positionen auch zu entwickeln? Weil mein Eindruck ist, ich habe jetzt sehr viel mit Rot und Grün verhandelt. Ich habe aber auch an einigen Stellen im Vermittlungsausschuss, Bundesrat mit der CDU Gesetze verhandelt, wenn die im Bundesrat gestoppt wurden. Und die Verhandlungen liefen immer gut, wenn man erst mal versucht hat, die Sichtweise, die Perspektive, das Argument des anderen zu ergründen.

Markus Franz: Ja, eben. Vielen

Jens Teutrine: Und es gab bei allen Parteien Personen, wo ich das Gefühl hatte, sie teilen nicht alles, was ich sage, aber sie versuchen, erst mal meine Sichtweise zu verstehen. Von wo komme ich, welche Denke

Nicola: Okay.

Jens Teutrine: habe ich und wie kann man dann etwas bauen? Und ich habe in allen Parteien auch immer wieder Personen erlebt, eher aus einer moralischen Überlegenheit oder aus einer Sicherheit ihrer eigenen Position oder

Nicola: Hm?

Jens Teutrine: vielleicht auch nicht das Abstraktionsniveau hatten oder auch die Empathie manchmal fehlte, andere Sichtweise einzunehmen. Diese Verhandlungen haben nie funktioniert. Nie. Am Ende kamen immer schlechte Kompromisse raus. Da kamen grundsätzlich schlechte Kompromisse aus. Und deswegen ist mir das erst mal wichtig. Ich sehe das nicht alles so wie SPD, Grüne und CDU. Und ich habe auch Argumente dagegen.

Nicola: Ja.

Markus Franz: Na,

Nicola: .

Jens Teutrine: Aber ich muss doch erst mal versuchen, das Argument des anderen zu verstehen. Weil sonst kann ich es ja auch gar nicht entkräften. Und das ist etwas, was mich in der politischen Debatte auch aufregt. Es wird Leuten auch immer so Argumente oder Sichtweisen zugeschrieben, die sie gar nicht einnehmen, und dann werden diese entkräftet. Das ist so ein Schattenboxen, stattfindet. Und das, finde ich, bringt uns nicht voran aus meiner Sicht.

Markus Franz: Hmm. Man macht es natürlich leicht.

Nicola: Mh.

Markus Franz: Also meine Haltung ist auch, man sucht sich das stärkste Gegenargument der anderen und daran versucht man sich abzuarbeiten. Wenn man das nicht vernünftig schafft, muss man vielleicht seine Meinung ändern. Aber auch immer Leute persönlich zu verteufeln, das hasse ich auch so. Man sollte ja irgendwie sachlich auch argumentieren und dann wird man in so eine Ecke geschoben, immer egal in welchem Bereich und dann wird draufgeschlagen.

Nicola: Nachfrage, Jens, was die Situation, moralische Überlegenheit, das auch was mit Alter zu tun? sowohl Menschenalter oder auch an Erfahrungen schon länger im Bundestag sitzen, sozusagen hier was auszuspielen oder würdest sagen, nee?

Jens Teutrine: In der Regel haben wir Verhandlungen immer nicht alleine geführt sondern mit mehreren Personen, sodass meine Verhandlungspartner aus meiner Fraktion, also aus der FDP, die mit mir verhandelt haben, in der Regel auch älter waren als ich. Aber es gab Verhandlungssituationen zu Beginn der Koalition, wo es Argumentationen, Umgangsformen gab, wo ich das Gefühl hatte, die waren auch aus meinem Alter begründet. Aber in der Regel ... hat sich das aufgebrochen und ehrlicherweise werde ich auch lieber unterschätzt als überschätzt. Ich glaube, das ist ein Vorteil.

Nicola: Mhm. Mhm.

Markus Franz: Wenn man dir zuhört, würde man denken, die jungen Leute sind ganz schön differenziert und vernünftig und so weiter. Andererseits hatten wir auch schon andere junge Leute gehört, die dann auch ziemlich absolut sind und so weiter und die Welt geht unter und alles schlecht. Also insofern kann man das verallgemeinern, würde ich sagen, das ist eigentlich ein ganz positiver Trend.

Jens Teutrine: Nee, ehrlicherweise, das muss ich auch sagen, ich weiß, dass das Medien total toll finden. Das ist ja auch eine Geschichte, seit 30 Jahren, 40, 50 Jahren und wahrscheinlich bis in die griechische Antike funktioniert hat, dass die junge Generation irgendwie schlimmer ist als oder besser ist, aus meiner Sicht. Ehrlicherweise habe ich ganz tolle Erfahrungen mit jungen Kollegen gemacht, ganz grausige Erfahrungen gemacht und ganz tolle Erfahrungen auch mit älteren Kollegen gemacht.

Nicola: ...

Jens Teutrine: Alter ist wirklich... Alter sagt auch manchmal nichts über Erfahrung aus. Man könnte ja manchmal denken, Erfahrung, das ist ja auch ein Schatz. finde, Erfahrung und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, älter ist, auch mehr Lebenserfahrung gesammelt hat, ja natürlich. Aber unterschiedliche Erfahrungen gibt es auch in unterschiedlichen Generationen. Also ehrlicherweise...

Nicola: So eben. Okay. Ja. Ja, ja. Wurde auf Punkt.

Jens Teutrine: Ja, diese Kiste Alter, ich arbeite zum Teil sehr gerne mit Kollegen auch in meiner Fraktion zusammen, die deutlich älter sind und dort auch differenzierter. Weil manchmal gab es auch diese Medienaufschläge wieso verbrüdern sich jetzt nicht die jungen Politiker von den Grünen und von der SPD und der FDP und dann zeigen die mal den Alten, wie man das machen könnte. Ehrlicherweise habe ich an der einen oder anderen Stelle das Gefühl gehabt, dass die Unterschiede dort noch größer waren als geringer. Also ja.

Nicola: Mhm.

Jens Teutrine: Das Alter ist da nicht ganz so ausschlaggebend häufig.

Markus Franz: Und dann Also bei mir auf jeden Fall. Ich höre mich zwar nicht immer so an, ich war früher auch so ein, also ich war jetzt so ein Schweinejournalist, aber ich meinte es auch immer gut, ich habe viele Fehler gemacht. Ich habe auch zugespitzt und dachte, ich bin damit im Recht. Ich habe es ja gut gemeint. ich bin jetzt vielmehr, also aufgrund meines Alters der Meinung, dass selbst, diese Selbstherlichkeit und diese Selbstgewissheit, die kotzt mich mittlerweile so an. Bei mir ist jetzt so stark verankert, dass ich ja auch nur einer von 8 Milliarden Menschen bin. Und wieso soll ich ausgerechnet ich Recht haben? Und deswegen bin ich glaube ich viel nachgiebiger. Ich vertrete zwar Meinungen auch hart, aber ich gebe jedenfalls immer nach, wenn mir irgendjemand sagt, siehst du mal so oder so. Und da bin ich viel verständnisvoller. Und ich glaube das hat jedenfalls bei mir als einem von 8 Milliarden Menschen.

Nicola: Ja. Okay.

Markus Franz: hat das Alter wirklich was gebracht, ich. Dass ich inzwischen ganz anders diskutiere, anders auftrete als früher. Mir gefällt das heute besser, als wie ich früher aufgetreten bin.

Nicola: Mh. Kommt!

Jens Teutrine: Ich kann auch das andere, also ich kann auch beides vom Handwerk. Muss man auch in der Politik, wenn man andere Menschen von etwas überzeugen will und von seiner Sichtweise überzeugen will, da muss man auch erst mal selbst davon überzeugt werden. Aber ich finde auch, man kann auch mal eine Position überdenken, ein Argument auch mal sacken lassen. Und es gibt auch die Wahrscheinlichkeit, dass man Unrecht hat und der andere hat Recht. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Manchmal. Und das meinte ich vielleicht ganz zu Beginn auch mit dem Begriff Gelassenheit. Das hat mir ...

Nicola: Ja.

Jens Teutrine: die Erfahrung im Bundestag auch stärker, nicht nur in der eigenen Partei mit Leuten zusammenzuarbeiten, sondern über die Fraktionen hinaus zu versuchen, Leuten zusammenzuarbeiten. Das hat diese Gelassenheit auch hin und wieder gelernt, dass ich nicht mehr ganz so verbissen bin, motiviert, nicht mehr ganz so verbissen bin, hoffentlich.

Nicola: Kommen wir mal.

Markus Franz: Wie willst du denn zum Beispiel bei, warte mal, wie willst du denn beim Bürgergeld zum Beispiel sagen, also eine Bürgergelderhöhung 50 Euro, ist das jetzt falsch oder ist es richtig? Wer will denn da zum Teufel sagen oder sich anmaßen zu sagen, dass das richtig oder falsch wäre? Du kannst da deine persönliche Meinung kannst du zu äußern. Aber gibt es da überhaupt eine absolute Wahrheit dazu? Und das ist das, worauf ich eigentlich immer so hinwirken möchte. Leute, es ist alles sehr, sehr subjektiv, was ihr da von euch gebt. Also sei doch bitte nicht so absolut. Und bei mir geht es ja sogar so weit, dass ich mich sogar frage, will ich Leute überhaupt überzeugen? Weil irgendwie ist das auch ein bisschen übergriffig. Weil Leute kommen ja aus einer anderen Lebenssituation und im Grunde, die haben dann eben ihre eigene Meinung dazu und ihre eigenen Erfahrungen. Ich will nur Leuten meinen Standpunkt mitteilen, dass sie den überdenken, bedenken, dass sie das mitberücksichtigen. Mehr will ich gar nicht mehr.

Jens Teutrine: Ich geh sogar noch einen Schritt weiter. Es gibt Punkte in der Politik, die will ich nicht regeln. Die will ich gar nicht bestimmen, ehrlicherweise. Weil ich sage, das ist gar nicht meine Aufgabe, ich kann es gar nicht besser wissen, sondern es ist okay, dass Menschen auch persönliche, unterschiedliche Lebensentscheidungen treffen. manchmal besser nicht die Politik, Staat schreibt das vor, sondern die Menschen. Das ist eine sehr liberale Perspektive darauf. Aber durch ...

Nicola: Sie?

Jens Teutrine: man diese Annahme hat, dass Menschen fehlbar sind und Politiker sind Menschen, dann ist es an der einen oder anderen Stelle besser. will nicht für Anarchismus werben das ist nicht mein Modus. Aber nicht die Absolutheit des Staates an jeder Stelle, in jedem Klein-Klein des Privatlebens ist dann auch besser. Das hat auch dann was mit Toleranz gegenüber anderen Meinungen, anderen Lebensentwürfern zu tun.

Markus Franz: Und weißt du, womit das auch zu tun hat? Das hat mit Respekt zu tun und es hat mit Vertrauen zu tun. Diese ganze Wahnsinnsbürokratie, wo ich so stinkensauer, ich bin so stinkensauer auf die FDP, dass sie es auch in der Regierung nicht fertig gebracht hat, Bürokratie abzuwarten, das wird immer schlimmer in meiner Wahrnehmung. Aber letztlich geht es ja eine Frage von Vertrauen. Bürokratie ist, wenn man Menschen nicht vertraut und deswegen alles klein klein regeln muss. Deswegen diese ganzen Berichtspflichten und so weiter.

Jens Teutrine: Das eine Misstrauenskultur.

Nicola: Also Bürokratie hat ja auch was damit zu tun vor Willkür zu schützen.

Markus Franz: Ja genau, aber man vertraut nicht. Also du hast die Berichtspflichten, weil die Leute einem nicht zutrauen, weil der Staat dir nicht zutraut, redlich zu sein und wirklich das dann einzuhalten. Und deswegen musst du das eben nachweisen. Deswegen diese Zettellei mit den Bons bei Bäckern und dieser ganze Schwachsinn. Das ist nur, weil man den Menschen nicht vertraut. Und das ist eine Frage. Und da fühle ich mich zum Beispiel, das ist ja das, was Jens letztlich sagt. Ich will darauf nur hinweisen. Das ist so ein Punkt und so drückt sich, glaube ich, Liberalität aus. Toleranz hat Jens gesagt, würde eben zufügen, für mich ist Liberalität bedeutet eben auch mehr Vertrauen in die einzelnen Menschen. Und das finde ich einfach einen wichtigen Punkt, dass sowas eben rauskommt. Und das kommt mir eben, so sehr ich dich jetzt lobe Jens und das super finde, was du sagst, aber eben es kommt mir eben in deiner Partei kommt es mir eben zu wenig aus. Und das macht mich wahnsinnig.

Nicola: Hmm.

Jens Teutrine: Ja, und ich hab ne Wahrnehmung. Die FDP spricht ja auch viel über Bürokratieabbau und jeder Politiker verspricht Bürokratieabbau und Ähnliches. deswegen finde ich das Gespräch gerade auch so gut. Welche Philosophie, welche Werte hängen eigentlich dahinter? Wieso man da so skeptisch an der einen oder anderen Stelle auch ist? Zum Beispiel in meinem politischen Bereich, mach Pflegepolitik, die Pflegefachkräfte. Die können ein Lied von Berichtspflichten, Doppelberichtspflichten, Dokumentation und Bürokratie erzählen. Und selbstverständlich geht es da auch die Frage Qualität. Da wird am Mensch im Gesundheitsbereich gearbeitet. Aber es gibt irgendwann den Punkt, man so, da übersteuert man, dass die weniger Zeit mit den Menschen investieren und mehr in Bürokratie. Und das ist eine zutiefste Misstrauenskultur, dass Leute in Behörden

Nicola: Angehörige, die Angehörmacht.

Jens Teutrine: Und Bürokraten und Politiker glauben zum Teil, durch Berichtspflichten mehr Qualität herzustellen als ausgebildete Pflegefachkräfte, die das gelernt haben, die ja auch keine böse Motivation haben. Die haben ihren Beruf in aller Regel ja aus einer sehr inneren Motivation andere Menschen zu helfen gewährt. Und das ist, glaube ich, dieser Punkt, den vertraue ich an welcher Stelle, was muss ich eigentlich regeln, dass es auch verständlich ist.

Nicola: Mh.

Jens Teutrine: dass es durchführbar ist und dass es ja eine Misstrauenskultur ist. Das erleben wir, glaube ich, in vielen Bereichen und das führt, glaube ich, in der Konsequenz dann auch ehrlicherweise zu politischer Verdrossenheit. Ich glaube, das ist einer der Punkte, wieso es wenig Vertrauen in politische Institutionen gibt, weil man das Gefühl hat, dass man bevormundet und überbordet wird. Ich meine, die Debatte das Heizungsgesetz, die Wärmepumpe ist keine schlechte Technologie, gerade für Neubau nicht, aber da war am Ende auch dieser Punkt, dass man das Gefühl hatte, über mein Eigentum, was das Beste für mein Haus ist, Teil auch klimaschonender vielleicht zu isolieren, anstatt eine neue Wärmetechnik einzusetzen, da werde ich bevormundet. Das gibt es in einigen Politikbereichen. Und da haben Menschen, glaube ich, ein sehr großes Anti-Gefühl gegen, dass Politiker glauben, es besser zu wissen Ist auch für mich so eine Besser Wisserei an die Stammwähler

Markus Franz: Es gibt noch einen ganz anderen wichtigen Punkt, da kommt man auch nicht ohne weiteres drauf. Es hat nicht nur mit Misstrauen zu tun, es hat mit Gerechtigkeitsempfinden zu tun. Also zum Beispiel bei den Lehrern ist dieselbe Scheiße nämlich genauso. Die Lehrer, müssen Klausuren, da haben die jetzt solche Bewertungsbögen, da müssen die 0 bis 140 Punkte vergeben oder 0 bis 100 Punkte hat der Prüfling dann eine Einleitung, Hauptdeutsch, Schluss gemacht und so weiter. Das führt zu absurden Ergebnissen, weil das wirklich jetzt Malen nach Zahlen ist und so weiter, Deutscharbeiten und so weiter. Das ist total schematisch, das ist total normiert. Der Grund ist aber, dass Lehrer gerechte Noten geben. Gerecht heißt in dem Fall, dass man das nach objektiven Kriterien beurteilen kann. Deswegen auch im deutschen Bereich hast du immer mehr multiple choice, weil das gerecht ist. Führt aber dazu natürlich, dass ein Mann einen unsäglichen Einheitsbrei macht und führt letztlich dann zu mehr Ungerechtigkeit, würde ich sagen, weil es die Leute über einen Kamm schert. So und aber aus einem positiven Impuls nämlich Gerechtigkeit herzustellen, da kommst du ja auch her lieber Jens, von der Gerechtigkeit, führt man aber, weil man übersteuert, führt es letztlich dann eben möglicherweise zu Ungerechtigkeit, jedenfalls zu Ergebnissen, wo die Leute eben wirklich entmündigt werden letztlich.

Nicola: Ja.

Jens Teutrine: Ja, und da sind wir bei einem ganz spannenden Aspekt. Ob im Sozialrecht, im Steuerrecht oder in anderen Bereichen gibt es dann auch noch die Ausnahmeregelung, der Ausnahmeregelung, der Ausnahmeregelung.

Markus Franz: Ja.

Jens Teutrine: Dafür braucht man aber einen Fachanwalt für diese Ausnahmeregelung, damit man sein Recht überhaupt durchgesetzt bekommt und es weiß. Und wenn Menschen ihr Gesetz gar nicht mehr verstehen und nicht mehr wissen, worauf sie Ansprüche haben oder keine Ansprüche haben, dann können sie ihr Recht gar nicht durchsetzen.

Markus Franz: Und das ist ungerecht. in der Reiste.

Jens Teutrine: Das ist auch eine Ungerechtigkeit, dass dann ehrlicherweise die Ausnahmeregelung der Ausnahmeregelung nur für Leute dann gegeben sind, die die finanziellen Möglichkeiten haben, diese Anwälte zu bezahlen, zum Beispiel bei Unternehmen. Und andere müssen diese Bürokratie selbst leisten. Das ist auch ein Problem bei der Förderpolitik des Staates. Wenn Unternehmen sehr viele Förderanträge stellen, dann brauchen die irgendwann eigene Mitarbeiter und Abteilungen, die Subventionsanträge beantragen müssen. Und wer kann sich das leisten? Große Unternehmen können sich das leisten. Handwerkmittel, Neugründer können sich das weniger leisten. Und das muss man ja sagen, gar nicht aus einer bösen Motivation, sondern in der Regel aus einer guten Motivation. Man will keine Willkür, wie bei den Lehrern, man will keine Willkür. Aber am Ende erzeugt man das Gegenteil von dem, was man beabsichtigt hat.

Nicola: .

Markus Franz: für mich ungerecht.

Nicola: Mmh. Okay.

Markus Franz: Die Schlagzeile, wer wirklich mal Gerechtigkeit wird zur Ungerechtigkeit. Man meint es eben gut und man schafft das Schlechte. Wissen wir von Goethe ja auch, der das Gute will und schafft das Böse. Das ja ein altes Prinzip.

Nicola: Und doch richtet der Wähler darüber, was er für gerecht oder ungerecht hält und welche Maßnahmen. Und Jens, du hattest es auch schon kurz erwähnt. Ich würde gern noch mal von dir wissen, man hat ja mit deiner Wahl in den Bundestag danach feststellen können, dass die FDP zunehmend junge Wähler auch anziehen konnte. Ist dieses Thema bei

Jens Teutrine: Ja.

Nicola: Deiner und eurer Politik intern kommt da jetzt öfters mal auch dieses Thema, welche Themen sind den jüngeren Generationen wichtig, wo wollen wir da auch mehr ein Fokus drauf legen, als jetzt, ich sage jetzt mal, nur die alten Unternehmen und die Rentner und diejenigen, die ihr Wohlstand sozusagen gerne... behalten oder bereichern wollen. Was macht ihr für Junge? Hat sich da was geändert auch aus deiner Sicht in deiner Partei?

Jens Teutrine: Ja, also wir waren bei der letzten Bundestagswahl gemeinsam mit den Grünen sehr stark bei den Jungen und Erstwählern. Wir haben das auch untersuchen lassen im Vorfeld und Nachfeld. Was sind das? Man muss sagen, die Motivationsgründe unserer Jungen und Erstwähler und die der Grünen waren sehr unterschiedlich. Bei den Grünen war das Topthema Klimawandel und das zweite Thema war der soziale Zusammenhalt. Und bei uns haben uns die Leute nach Umfragen gewählt wegen Rentenpolitik tatsächlich.

Nicola: Mhm.

Markus Franz: WUHES

Jens Teutrine: weil die das als ungerecht empfinden, den Glauben zu haben, niemals mehr was aus diesem Rentensystem zu haben, aber immer mehr belastet zu sein. Es gibt einen Teil der jungen Generation, der sich stark mit finanzieller Bildung auseinandersetzt und mit Altersvorsorge. Und wie kann ich vielleicht schon mal was aufbauen und durch einen ETF-Sparplan in einen Neobroker mir nicht ein Vermögen, aber ...

Nicola: Mh.

Markus Franz: Hm.

Nicola: Mhm.

Jens Teutrine: Geld ersparen und mir vielleicht schon mal was zurücklegen, wenn ich einen Eigentumshaus bauen will. Das zweite Thema war damals schon 2021, das war vor dem russischen Angriffskrieg, Inflation. Da waren junge Menschen, haben uns damals gewählt. Die Inflation war ja ehrlicherweise nicht, also wenn man das aus heutiger Perspektive sehen würde, war sie nicht hoch. Aber meine Analyse war dann auch in den qualitativen Studien dazu, dass die Leute das Gefühl hatten.

Nicola: Mh. Mh. Okay.

Jens Teutrine: dass ihre Leistung sich weniger lohnt durch die Inflation und dass man zurückgeworfen wird. Also so ein Leistungsempfinden, man will was erreichen. Und das ist die junge Zielgruppe, die ich auch weiter im Auge habe und diese Themen. Die rentenpolitische Auseinandersetzung wurde jetzt durch das Ende der Ampel aufs Eis gelegt. Es stand ja noch ein Rentenpaket an, was fünfmal so groß gewesen wäre wie das Sondervermögen der Bundeswehr, 500 Milliarden Euro. groß und für die jüngere Generation einfach nur Beitragserhöhungen bedeutet hätte. Und da waren wir innerhalb der FDP der jungen Abgeordneten sehr skeptisch. Ich hatte für mich vorgenommen, hat das auch schon öffentlich kundgetan, diesem Gesetzentwurf auch nicht zuzustimmen, wenn er so bleibt. Mein Ziel war es aber, ihn zu ändern. Und das sind so Punkte wie so Junge uns wählen. Aber auch wir haben sehr stark ja einen Fokus auch auf das Thema Digitalisierung. gelegt, digitale Verwaltung, digitaler in der Schule werden. Ich meine, die jungen Menschen sind ja auch sehr auf Vernetzung

Markus Franz: Sag mal eben, weil, sorry, weil Digitalisierung, ich hör immer dieses grauenvolle Wort Digitalisierung, ist auch so ein Schlagwort. Was meinst du ganz konkret, Digitalisierung? Auch letztlich, dass man Zeit spart und sowas alles?

Jens Teutrine: Ja, genau. Was ist das Schlimme an der deutschen Verwaltung? Sie kostet Lebenszeit und das kostet, was wir haben. Also am Ende geht es Effizienz, ehrlicherweise. Also Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Tool für Effizienz. Und wenn man es schlau einsetzt, kann man dadurch einfach mehr Outcome erreichen. Mein Beispiel jetzt auch bei der Bildung, da geht es ja jetzt nicht darum, dass

Markus Franz: Ja, gut.

Jens Teutrine: Was ich an der Kreidetafel hatte, jetzt mit einem Whiteboard zu machen. Das heißt nicht Digitalisierung der Bildung. Für mich heißt es eigentlich Digitalisierung der Bildung. Man benutzt im Englischunterricht eine Sprach-App, die monitort, welche Grammatikübungen ich noch mal wiederholen muss und welche ich schon kann. Wie läuft momentan in der Schule der Spracherwerb bei einer Fremdsprache?

Nicola: Mmh.

Jens Teutrine: Ich hab eine 4 in der Klausur oder eine 5 und dann sagt der Lehrer, ich mach weiter im Stoff. Es geht weiter. Und ehrlicherweise, niemand würde eine Sprache so lernen. Niemand würde mit 30 Leuten im Gleichtakt eine Fremdsprache lernen. würde jeder Wissenschaftliche sagen, so lernst du keine Fremdsprache und wenn du es nicht kannst, dann machst du nicht die nächste Lektion, die darauf aufbaut, sondern du musst es wiederholen und du musst es verstehen und lernen, damit es aufeinander aufbaut. Und das meine ich mit Digitalisierung könnte ein Tool sein.

Markus Franz: Ja.

Jens Teutrine: ... effizienter

Nicola: Okay.

Markus Franz: Guck, aber deswegen benutzt du auch lieber Lebenszeitsparen als Digitalisierung. Darauf will ich ja nur hinaus, dass wir von diesen grauenvollen, abstrakten Begriffen, diesen mächtigen großen Wörtern, dass wir da runterkommen und auf den Kern zurückführen, worauf es eigentlich ankommt. Und das ist hier eben Lebenszeitsparen. So, dann kommt es den Menschen auch nahe.

Jens Teutrine: Ja, ist auch Lebenszeit aber in der Bildung wäre es jetzt keine Lebenszeit, sondern es wäre einfach effizienter und besser zu werden, individueller zu werden. Ich war zum Beispiel auf einer Auslandsreise jetzt politisch in Finnland, die ja eine sehr große Fläche haben, die dann zum Beispiel digitale Bürgerkonten mit Gesundheitsakten auch haben. Für uns auch aus Datenschutzgründen ja eher skeptisch in Deutschland. Aber weil der Arzt manchmal eine Stunde, eineinhalb Stunden im Notfall andere fahren muss, können die aber vor...

Markus Franz: Genau, aber das bin ich auch.

Jens Teutrine: vorher schon das Krankheitsbild sich studieren und haben dann zum Teil sogar eine bessere Versorgung als in Deutschland, wenn der Arzt in zehn Minuten kommt. Aber dann erst mal losgeht, herauszufinden, was hat denn der Patient für Vorerkrankungen? Also, Lebenszeit, auch einfach Effizienz. Aber da gibt es einfach... Genau, das kriegen wir auch in Deutschland immer etwas später. Ich meine, in der Corona-Zeit wäre Digitalisierung sogar nicht nur ein Lebenszeitthema, sondern ein Überlebensthema gewesen.

Nicola: Gut, jetzt ist ja die digitale Akte. Das kriegen wir ja jetzt. Ja.

Jens Teutrine: wenn es die Nachverfolgung von Infektionsketten geht. Aber wir waren beim Thema Jung- und Erstwähler.

Nicola: Genau, sehr gut, dass du darauf zurückkommst. Wenn du die letzten drei Jahre Revue passieren lässt und auch wie das aus jetzt gekommen ist und damit eine vorgezogene Wahl, was sagt dir da dein Bauchgefühl? Wird es wieder so sein, dass die jungen Wähler sich bei der FDP bestätigt sehen, indem wie agiert wurde oder andersrum Was würdest du nach vorne ziehen, gerade die jüngen Wähler anzusprechen?

Jens Teutrine: Ich würde einen Teil der Jungen und Erstwähler geben, die genauso enttäuscht ist über die Regierungsarbeit wie auch einen Teil der anderen Wähler. Da bin ich ehrlicherweise ganz realistisch, weil wir auch nicht in den Themen, die wir versprochen haben, so vorangekommen sind, wie die Erwartungshaltung ist. Und gleichzeitig sind neue Themen dazu gekommen, zum Beispiel die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes, die ja auch sich auf Lebenschancen von jungen Menschen ausprägt. Ausbildungsplätze, Jobverlust, komme ich noch mit meiner Leistung voran? Also das wird schon schwieriger. Und wir haben es schon in den Landtagswahlen gesehen. Mein Verdacht ist, dass die AfD bei den Jungen und Erstwählern sehr gut abschneiden wird, weil in der Riege der Jungen und Erstwählern gibt es eine sehr starke Polarisierung. Es gibt keine Bindung zu den Volksparteien. Und deswegen glaube ich, werden die Grünen und die AfD sehr starke Personen sein.

Nicola: Mh.

Jens Teutrine: Es gibt auch einen Teil der jungen Generation, die mit der Migrationspolitik nicht zufrieden ist. Also meine Befürchtung ist aktuell, meine Generation wird sehr stark Grün, sehr stark AfD wählen. Wir als FDP kämpfen aber darum, besonders...

Nicola: Mhm. Ich als Pol.

Markus Franz: Wie denn? Das Wie ist jetzt wichtig. könnt ihr sagen, fangen wir mal mit der AfD an, wie könnt ihr der AfD jetzt Leute wegnehmen? Also wie könnt ihr dazu bringen, dass die statt AfD euch wählen? Wie könnt ihr das machen? Habt ihr noch einen Plan? Oder hast du einen Plan?

Nicola: Mmh. Mmh.

Jens Teutrine: Ja, also für mich ist das wichtigste Thema, aktuell und das glaube ich bei vielen jungen Menschen eine ungewisse Zukunft und Abstiegsängste sind. Also materielle Abstiegsängste vorhanden sind. Man versucht voranzukommen, etwas zu leisten, tritt aber auf der Stelle, hat weniger im Portemonnaie weil die Inflation sich gegriffen kommt und darauf eine Antwort, ich habe ja eben das Thema Gerechtigkeit und Aufstieg gewählt, darauf eine zu bieten. Also ja.

Nicola: Mhm.

Jens Teutrine: Das, glaube ich, ehrlicherweise so bisschen die Frage. Da geht es mehr Netto vom Brutto, weniger Steuern in vielen Bereichen, bessere private Vorsorgemöglichkeiten. Und ich sage es auch, ich will nicht der AfD hinterher plappern und ich will schon gar nicht deren Rhetorik übernehmen. Aber auch ich selbst bin nicht zufrieden mit der Migrationspolitik in Deutschland.

Nicola: Mmh.

Jens Teutrine: Die Grünen sagen, es ist eher alles gut und wir sollten jetzt keinen Rechtsruck machen. Ich finde die Migrationspolitik aber auch nicht gut. Und das in zweierlei. Wir sind für Fachkräfte unattraktiv in Deutschland. Gut ausgebildete Fachkräfte. Deutschland ist nicht attraktiv. Jetzt nicht nur, weil das Wetter schlecht ist und die Sprache zu schwer ist, sondern auch finanziell nicht attraktiv. Wenn ich ein ausgebildeter ITler bin, dann ist Deutschland nicht das Land, wo ich hingehe, ehrlicher. Ehrlicherweise. Und dann machen wir es den noch mit komplizierten Verfahren auch noch sehr schwer im internationalen Vergleich. Also für die sind wir zu unattraktiv und für andere sind wir zu attraktiv. Die sich nicht anstrengen wollen, die sich keinen Beitrag leisten, die zum Teil straffällig werden. Und da ist der Rechtsstaat an der einen oder anderen Stelle auch einfach nicht durchsetzungsfähig.

Nicola: Mh. Mh. Mh. . Hm. Hm.

Jens Teutrine: Und da bin ich jetzt auch nicht mit den Entwicklungen, die wir haben, zufrieden. Und ich glaube schon, dass, wenn man die AfD klein haben will, man Realitäten anerkennen muss an der einen oder anderen Stelle auch. Und da glaube ich, dass es eine andere Migrationspolitik braucht in Deutschland. Ohne in Ressentiments, Rassismus oder Ähnliches abzudriften. Das liegt mir auch fern.

Nicola: Und welchen Anteil würdest du bei der AfD auch bei Kanälen wie TikTok sehen, wo ja die AfD, habe ich letztens gelesen, insgesamt in sozialen Medien einen Share von 95 Prozent unter den Parteien haben? 5 % teilen sich alle anderen Parteien auf, wie sie geteilt werden in den sozialen Medien und 95 % kriegt da die AfD ab. Wie ist da deine Wahrnehmung? Du bist eher noch auf TikTok unterwegs als ich.

Jens Teutrine: Die eine Frage ist so dieses Medium. Welches Medium wähle ich? Ich würde eine andere Sache wählen. Wieso die AfD, mein Empfinden nach, den anderen gut ankommt. Die sprechen nicht in den Politikerschablonen. Also ich kann diese Sprechzettel Leute nicht mehr hören, die in Talkshows sitzen und die ewig gleichen Standsätze aneinanderreihen. Dabei auch noch sehr unauthentisch sind. Und sobald mal ein Gegenargument kommt ...

Nicola: Mh. Ja.

Jens Teutrine: die total aus dem Konzept sind und dann nur das wiederholen, was sie schon dreimal gesagt haben. Da gibt's nicht nur bei der

Markus Franz: Ja.

Jens Teutrine: jungen Generation, sondern insgesamt, glaub ich, in der Gesellschaft so ein Gefühl für ... Nee, diesen Typus Politiker brauchen wir jetzt nicht mehr. Und das hat die AfD sehr früh erkannt. ist auch rhetorisch zum Teil ... Sie ist auch entglitten an einigen Stellen. Aber das nutzt die sehr geschickt, damit zu spielen. Auch in den sozialen Medien. Die sprechen häufiger nicht wie die Neujahrsansprache von Olaf Scholz, sondern wie man am Stammtisch spricht oder

Nicola: Ja.

Jens Teutrine: unter Freundin vielleicht auch spricht.

Nicola: Warum macht FDP nicht mehr bei TikTok? Das frage ich mich immer. Warum geht gerade eine Partei, die auch Junge anspricht, auch nachgewiesen, nicht mehr Gewicht, einfach Sichtbarkeit und Reichweite zu kriegen? Das eine ist ja doch...

Jens Teutrine: Also ich bin auch auf TikTok. Ich bin auch auf TikTok. Das Problem ist ein wenig, dass ich glaube, am besten ist, man ist eigentlich auf den sozialen Netzwerken, auf denen man auch einfach sonst wäre. Nicht nur weil man Politik macht, weil dann kann man authentischer sein. das Merkwürdigste ist, man ist in so einem sozialen Also man benimmt sich auf Facebook wie ... Ach nein, man benimmt sich bei TikTok so wie auf Facebook.

Nicola: Das war's Mm.

Jens Teutrine: Das funktioniert halt nicht. Und daher muss man ein Netzwerk auch verstehen und eine Dynamik ... ... verstehen. Und ich guck mir auf TikTok-Beyond-Send-Nur-Motorrad-Videos an. Das ist meine For-You-Page. Da sind alte Harleys die repariert werden und aufgemotzt werden. Also das ist der Content, ich mir dort angucke.

Nicola: Hahahaha Okay.

Jens Teutrine: Und deswegen, wir haben auch ein paar bei uns in der Partei und gerade bei den Julis, viele, das ehrenamtlich machen, Leute, gar nicht Politiker sind, sondern im Ehrenamt dort viel authentischer hat es dann auch agieren können, weil sie dann auch die richtige Sprache, den richtigen Stil wählen. Und im Parlament erlebe ich das auch. Ich schreibe meine Reden nicht alle fertig vor, wenn ich im Deutschen Bundestag spreche. Ich mache mir vorher Gedanken, was könnten meine Argumentum, Punkte sein, gibt es irgendwie tolle Formulierungen. Aber ich habe auch Spaß dabei, eine echte Debatte zu führen. Also auf eine Rede eines Kollegen einzugehen und dagegen zu halten oder einen Gedanken weiterzuführen. Mir macht die Debatte wirklich Spaß. Und die AfD beteiligt sich ehrlicherweise an der Debatte im Deutschen Bundestag, nicht? Sondern die machen ihre Reden für draußen, für TikTok.

Nicola: Mhm. Mmh. Genau.

Markus Franz: Mh. Mh.

Jens Teutrine: Also wenn man dort sitzt und mal eineinhalb Stunden, ... dann manchmal passen die ihren Reden gar nicht ... ... zum Tagesordnungspunkt oder so. Das interessiert die auch nicht. Das machen die, das muss man sagen, ... handwerklich ist das schlau. Ich finde das eine schlechte Debattenkultur, ... ehrlicherweise. Aber da muss man sich auch mit auseinandersetzen ... ... mit diesen Schnipseln, dass man die Rede sich schon vorher überlegt, ... welche 30 Sekunden sind die, die ich am Ende auf TikTok ...

Nicola: Ja. Ja. Mh. So, dann...

Jens Teutrine: Das Problem ist bisschen, ehrlicherweise, ich hab mein Social-Media-Konsumverhalten komplett umgestellt. Auf lange Formate. Ich konsumiere wenig kurze Inhalte, weil ich eine Zeit lang das auch gemacht hab. Dann scrollt man durch TikTok und Instagram Reels und nach einer Stunde fragt man sich, was hab ich eigentlich für eine neue Erkenntnis? Ja, genau. Was hat mir das gebracht? Und deswegen hab ich bewusst mein Konsumverhalten.

Nicola: . Bis dahin, ciao! Ja, ja.

Jens Teutrine: Ich höre sehr viel Podcasts, die dann drei-Stunden-Gespräche zum Beispiel sind. Dann nicht am Stück, weil ich nicht die Zeit habe, aber wenn ich Auto fahre, in der Bahn sitze, Sport mache, einkaufen gehe, dann höre ich so ewig lange Podcast-Gespräche. Also ich habe einfach ein anderes Konsumverhalten, als dass ich da jetzt immer die Antwort biete. Aber auch, also ich wollte jetzt im Bundestagswahl an Wahlkampf, fange ich jetzt ab nächster Woche an, auf YouTube Livestreams zu machen.

Nicola: da sind meine Kurs. Mhm. Mhm.

Jens Teutrine: und auf Sachen zu reagieren,

Nicola: Ja.

Jens Teutrine: auf Talkshows zu reagieren. Genau, also ich hab mir jetzt so...

Nicola: Okay. Also dann die Shorts oder die Langen willst du aufnehmen? Willst du auch Shorts? Okay.

Jens Teutrine: Schon eineinhalb Stunden, zwei Stunden Livestream, auf was reagieren, Gast einladen, bisschen diskutieren. Ich habe auf Twitter was gesehen, auf einen Zeitungsartikel, einen Hintergrund einordnen. Und mein Team soll sich dann damit beschäftigen, welche drei Schnipsel aus diesen zwei Stunden sind die für Social Media.

Nicola: Mm-mm.

Markus Franz: Ich bin jetzt vielleicht ein bisschen ungeduldig, weil jetzt geht es wieder zu sehr die Methode. TikTok oder Facebook, was ist jetzt taktisch clever und so weiter. interessiert mich alles. Das interessiert mich nicht besonders. Mich interessiert halt immer Inhalte, auch bei Lanz. Es geht immer Methode und so was. Mich interessiert jetzt, wie möchtest du das Leben für Menschen verbessern? Und was kannst du den Leuten da wirklich... Ja, das natürlich auch. Genau, wir müssen jetzt sowieso zu Ende kommen. Deswegen das Stichwort Asche in Hose. Aber trotzdem nochmal genau...

Jens Teutrine: Ich doch mal halt die Frage,

Nicola: Ja! Noch mehr Arsch in der Hose zeigen, das ist das Stichwort.

Jens Teutrine: Also,

Markus Franz: Wie kann man für Leute was anbieten, sagen, da

Jens Teutrine: wir würden das nehmen.

Markus Franz: hat er recht, da habe ich echt Bock drauf, genauso muss es sein.

Jens Teutrine: Ich glaube, unser Land muss wieder Wirtschaftswachstum haben. Nicht weil die Bilanzbücher von Unternehmen gut sein müssen, sondern wenn eine Gesellschaft wächst, dann fällt auch individuelles Vorankommen leichter. In einer schrumpfenden Gesellschaft komme ich nur voran, indem ich anderen etwas wegnehme. Das entspricht nicht meinem Gerechtigkeitsempfinden, sondern ich möchte, dass jemand, der sich anstrengt, der etwas leistet, von Bürokratie gebremst wird, durch Steuern blockiert wird, sondern das Gefühl wieder hat. nicht auf eine Stelle zu treten, sondern voranzukommen. Mehr netto vom Brutto, Modernisierung des Bildungssystems, diese Misstrauen zu beenden.

Markus Franz: Modernisierung, kleiner Tipp von mir, vergiss das Wort Modernisierung für alle Zeiten. Modern kann auch schlecht sein. Was heißt zum Teufel Modernisierung des Bildungssystems? Auch mit Wirtschaftswachstum ist jetzt eine kleine Politikberatung. Mit Wirtschaftswachstum kein Mensch sagt, ich will die FDP, weil die steht für Wirtschaftswachstum. Die steht eher dafür, was du jetzt gerade gesagt hast, dass man den Leuten nicht so viel Steine in den Weg legt und sowas alles, was auch zu mehr Wirtschaftswachstum führt. Also Grunde mein Ding ist immer, wie kannst du die Leute wirklich anzünden? Wie kannst du den Leuten das Gefühl geben,

Jens Teutrine: Ja.

Markus Franz: persönlich der Typ ist gut oder die Leute sind gut. Bei Wirtschaftswachstum will die CDU auch. Damit hebst dich wieder von anderen nicht ab. Die SPD will auch Wirtschaftswachstum. Also bringt das gar nichts. Brauchst du gar nicht mitzukommen. Also jetzt nochmal konkreter den Menschen. Wie kannst du Leute entzünden und wirklich das Bock haben FDP oder Jens zu wählen?

Nicola: Ja? Okay, so far.

Jens Teutrine: Ich bleibe dabei. Die wirtschaftliche Situation muss sich ändern, weil anders wird sich Leistung in Deutschland nicht mehr lohnen. Also es geht am Ende mir ja darum, dass sich Leistung belohnt wird. Dass Menschen, etwas gründen, eine Chance haben, dass Leute, vorankommen wollen, die in den Job einsteigen wollen, Ausbildungsplatz suchen oder auch einfach nicht durch einer zu hohen Steuerlast erdrückt werden. Das hängt einfach mit der wirtschaftlichen Situation des Landes zusammen.

Nicola: Also Wirtschaft, das ist der Hauptpunkt. Okay.

Markus Franz: Ja, das ist schon mal besser.

Jens Teutrine: Das mag man jetzt kommunikativ sagen, das muss man anders verkaufen, Jens. Aber du hast ja nach Inhalten gefragt und nach Überzeugungen. Und ehrlicherweise ist das das Inhaltliche, was ich für richtig halte. Die Bundesrepublik hatte noch nie drei Jahre hintereinander und das wird dieses Jahr wiederkommen. Kein Wachstum. Das hatten wir nicht. Wir verlieren international den Anschluss. Und unsere Gesellschaft hat auch ein bisschen den Hunger verloren. So.

Nicola: Ja.

Jens Teutrine: Also in anderen Ländern

Nicola: Das wäre der nächste Punkt. Bevor du da ausführst, Also, Wirtschaftswachstum ist klar. FDP haben wir verstanden. Wenn du einen Wunsch an die Zuhörer und Zuhörerinnen hättest, oder hast an die Wähler letztendlich, was würdest du dir von denen wünschen, außer natürlich, dass sie überhaupt wählen gehen? Das ist mal vorausgesetzt.

Markus Franz: Dafür brauchst du Arsch in der Hose.

Jens Teutrine: Ja, ich finde es immer so schwer, wenn Politiker jetzt Menschen immer zu sagen haben, was die machen soll.

Nicola: Was würdest du dir wünschen als Person, als junger Politiker? Was würdest du dir da...

Jens Teutrine: Ja, also ich fänd's schon gut. Wenn man sich jetzt nicht auch von Persönlichkeiten, die zum Teil vielleicht einfach sehr sexy sind, attraktiv sind und sehr schlau wirken, äh, äh, war ich kurz weg. Also mir würde, also vielleicht kürzer. Ja, mein Punkt ist, ich hab das Gefühl,

Nicola: Ich hab gerade überlegt, welchen Politiker du meinst, mit sexy. Ja.

Jens Teutrine: Viele beschäftigen sich zu sehr mit den Persönlichkeiten, die häufig eine Rolle vielleicht auch spielen und zu wenig mit den inhaltlichen Fragen von Parteien. Und daher würde ich mir wünschen, dass viel mehr Personen sich auch wirklich damit auseinandersetzen. Was will diese Partei und wieso wähle ich diese Partei? Und nicht finde ich diesen Politiker irgendwie, dass der einen knackigen Spruch hat oder besonders nachdenklich wirkt. Ja, Politik wird zwar von Menschen gemacht.

Nicola: Ja, ja, geht halt. Mmh.

Jens Teutrine: Aber am Ende ist das auch alles ein wenig ... Verkaufskunst, die da präsentiert wird. Das kann der eine besser oder der andere schlechter. Ich würde mir wünschen, mehr Leute setzen sich ... mit den Programmen auseinander. Weil mein Eindruck ist, wenn man sich die Programme vergleicht, ... sind die Unterschiede größer, als der eine oder andere vermuten ... möge. Und manchmal entdeckt man auch spannendere Sachen.

Nicola: Mhm. Sehr gut.

Markus Franz: Ja, hast du jetzt noch irgendwas, was ein bisschen Arsch in der Hose erfordert, was du den Leuten mitgeben möchtest? Ja, du dich selber ein bisschen verwenden musst, hast du zu sagen oder so?

Jens Teutrine: Arsch in der Hose. Also wenn ich jetzt sage würde, wenn ihr mal wirklich in eure Komfortzone verlassen wollt, guckt mal in eure Umgebung, ob eine politische Veranstaltung stattfindet. Also das ist doch Komfortzone verlassen und mal auf so einer politischen Veranstaltung zu gehen. Und dann vielleicht, viele Politiker machen ja gar nicht mehr dieses, ich rede jetzt zwei Stunden, sondern so Fragen hin und her, stellt da mal eine Frage oder

Nicola: Ja, das ist doch was! Und auch nicht nur labern, sondern machen.

Jens Teutrine: Das fände ich cool, wenn mehr Leute sagen, ich gehe mal zu einer Veranstaltung, vielleicht sogar von einer Partei, die ich nicht wählen will. Das fände ich noch lustiger. Zu der Partei hinzugehen, wo man gar nicht von überzeugt ist, vielleicht auch mal hinzugehen, die Sichtweise von anderen sich mal anzuhören. Dann kommt man mal aus der Blase raus. Das wäre jetzt spontaner Vorschlag. Ich habe mir nichts vorher überlegt.

Nicola: Super. Besser könnte der Schluss gar nicht sein, oder? Ein junger Politiker, der sich wünscht, Leute, Vielfalt, hört euch andere Meinungen an. Das, was du anfangs schon gesagt hast, differenziert auch du bist, jeden Tag selbst damit konfrontiert zu sagen, ich habe da Kollegen und Kolleginnen, die es in anderer Meinung, wir müssen irgendwie zu einem Ergebnis kommen. Und das ist das Ziel. Jens, wir könnten glaube ich noch Stunden, also. Markus ist selten so, der hat mich heute gar nicht zum Wort kommen lassen, ist so engagiert, hat richtig Spaß gemacht mit dir. Ich glaube, Markus wird das sofort bestätigen. Insofern können, also von mir aus nur, mach weiter so. Ich bin wirklich happy, dass es junge Menschen, überhaupt Menschen wie dich gibt, die mit so viel Enthusiasmus und Engagement überhaupt noch für uns alle arbeiten. Denn das tust du letztendlich, ne? Für uns alle. Super. Danke dir. Mach weiter so. toll, toll. Wir drücken dir die Daumen, dass du weiterhin viel Erfolg hast in allem, was du tust, machst. Und jetzt natürlich vor allem jetzt bei der bevorstehenden Wahl.

Jens Teutrine: Super!

Markus Franz: Gut.

Jens Teutrine: Vielen Dank für das Gespräch.

Nicola: Ja? Also, alles Gute! Tschüss!

Markus Franz: Alles Gute.

Nicola: Ja super! Mensch, Jens! Das macht nix. Sonst hättest du ja vielleicht gar nicht mit Markus gesprochen. Guck mal! Mmh.

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